Spionage-Skandal im US-Außenministerium:
Illegaler Einblick in Obamas Pass-Unterlagen

Auch Hillary Clinton und John McCain Schnüffel-Opfer Außenministerin Condoleezza Rice mit Entschuldigung

Der Vorwahlkampf in den USA ist von einer eklatanten Verletzung des Datenschutzes überschattet worden. US-Außenministerin Condoleezza Rice räumte ein, dass Ministerialangestellte die bei der Pass-Behörde gespeicherten persönlichen Daten von Barack Obama, Hillary Clinton und John McCain mehrfach illegal eingesehen haben. Rice sowie ihr Sprecher Sean McCormack entschuldigten sich ausdrücklich bei den drei Präsidentschaftsbewerbern.

Zunächst wurde bekannt, dass der Demokrat Obama zu Jahresbeginn drei Mal das Opfer von unbefugtem Stöbern in seiner Pass-Akte geworden war. Sein Sprecher Bill Burton verurteilte den Zwischenfall als "ungeheuerliche Verletzung der Sicherheit und der Privatsphäre". Zwei beteiligte Angestellte wurden nach Angaben des Außenministeriums inzwischen entlassen, ein dritter erhielt eine Disziplinarstrafe.

Letzterer soll auch die Akte des Republikaners McCain unerlaubt eingesehen haben, wie McCormack einräumte. McCain zeigte sich empört und verlangte Maßnahmen, um so etwas künftig zu verhindern. Kurz zuvor wurde bekannt, dass bereits 2007 auch die persönlichen Daten der Demokratin Clinton von unbefugten Beamten überprüft wurden. McCormack sagte eine rückhaltlose Aufklärung der Affäre zu.

Obama fordert Aufklärung
Obama selbst hat sich "verstört" über die Reisepass-Affäre im US-Außenministerium geäußert. Er forderte in Portland im US-Bundesstaat Oregon eine umfassende Aufklärung der Vorkommnisse.

"Was passiert ist, ist zutiefst verstörend", sagte Obama vor Journalisten. "Das ist etwas, was offen und schnell untersucht werden muss." An den Untersuchungen müsse auch der Kongress beteiligt werden. Alle US-Bürger hätten ein Anrecht darauf, dass private Akten auch privat blieben, betonte Obama. (apa/red)