Spiel der Sentimentalitäten: Ried empfängt in UEFA-Cup-Quali Ex-Liebling Sanel Kuljic

Sion-Torjäger: "Habe hier wunderschöne Zeit gehabt" Bei Torerfolg kein Jubel: "Das gehört sich nicht"

Ein Hauch von Sentimentalität ist angesagt, wenn Sanel Kuljic am Donnerstag (18:30 Uhr/LIVE auf networld.at) ins Fill-Metallbau-Stadion zurückkehrt. "Ich habe hier meine bisher größten Erfolge gefeiert und eine wunderschöne Zeit gehabt", erklärte der Stürmer vor dem Zweitrunden-Hinspiel in der Qualifikation zum Fußball-UEFA-Cup. Mit seinem neuen Verein FC Sion geht es gegen seinen Ex-Klub Ried, den er im Sommer in Richtung Schweiz verlassen hatte.

"Diese Gefühle muss ich im Match verdrängen, sonst kann ich keine normale Leistung bringen. Von meiner Seite kann es kein Pardon geben", meinte der 28-Jährige, der die Chancen auf einen Aufstieg mit 50:50 bezifferte, "auch wenn uns viele in der Schweiz als Favoriten sehen."

Nach dem erfolgreichen Saisonstart des FC Sion mit zehn Punkten aus vier Spielen ist der Optimismus beim Aufsteiger und Cupsieger groß, woran auch die Auslosung für die UEFA-Cup-Qualifikation nichts änderte. "Ein paar Spieler haben sich gefreut, weil Ried im Gegensatz zu den anderen möglichen Gegnern vom Organisatorischen her eine angenehme Auswärtsreise ist. Mir hat das aber nicht so gefallen, weil ich weiß, wie Ried spielt. Ein Gegner aus dem ehemaligen Ostblock, gegen den wir bessere Aufstiegschancen hätten, wäre mir lieber gewesen", meinte der Angreifer.

In Ried bekommt es Kuljic aller Voraussicht nach mit Gegenspieler Oliver Glasner zu tun, mit dem er jahrelang zusammengespielt hatte. "Für mich wird es sicher doppelt so schwierig, denn Oliver kennt mich in- und auswendig. Da muss ich mir etwas überlegen."

Wenn seine Ex-Kollegen auch die Finten ihres ehemaligen Torjägers kennen, so spricht zumindest die aktuelle Form für Kuljic. Mit sechs Treffern in vier Partien hat der vierfache ÖFB-Teamspieler, der im Aufgebot für das Ungarn-Länderspiel am 16. August aufscheinen wird, maßgeblichen Anteil am Erfolgslauf des aktuellen Super-League-Zweiten (zwei Punkte hinter Titelverteidiger und Salzburg-"Opfer" FC Zürich). "Dass es gleich von Anfang an so gut läuft, hätte ich mir selbst nicht gedacht."

Gegen Ried wollen nicht nur die Walliser ("Unser Präsident will unter die Top Drei, aber ich weiß nicht, ob das möglich ist. Die nächsten Liga-Spiele gegen Young Boys und Basel, werden zeigen, wo wir stehen"), sondern auch Kuljic selbst die jüngsten Erfolge bestätigen. "Aber wenn ich ein Tor schieße, werde ich nicht jubeln. Das gehört sich einfach nicht", erklärte der 28-Jährige, der mit vielen seiner Ex-Kollegen nach wie vor in regem Kontakt steht und auch den mäßigen Saisonstart der Innviertler mitverfolgt hat. "Sie haben am Anfang auch Pech gehabt und werden sich sicher steigern."

(apa/red)