SPEZIAL: KRIEGSGEFAHR ZWISCHEN INDIEN UND PAKISTAN

SPEZIAL: KRIEGSGEFAHR ZWISCHEN INDIEN UND PAKISTAN

Freitag beginnt die Südasienkonferenz. Aber immer noch zeichnet sich keine Lösung im Kaschmir-Konflikt ab: Alle Hoffnungen sind darauf gerichtet, dass es bei der Konferenz zu einem friedensstiftenden Gespräch zwischen dem indischen Regierungschef Vajpayee und dem pakistanischen Staatschef Musharraf kommt. Vajpayee fordert zuvor ein Ende des Terrorismus. Aber: Bei einem Anschlag auf das Parlament im indischen Teil Kaschmirs sind ein Polizist getötet und 27 weitere Menschen verletzt worden.

Vajpayee sagte vor seiner Abreise zur Konferenz nach Nepal, dass vor Beginn von Verhandlungen der grenzüberschreitende Terrorismus beendet werden müsse. Er bekräftigte, dass ein Treffen mit Musharraf am Rande des Südasien-Gipfels nicht vorgesehen sei.

Indien macht den pakistanischen Geheimdienst ISI und islamische Extremisten für die Kämpfe in Kaschmir und den Anschlag auf das Parlament in Neu Delhi am 13. Dezember verantwortlich. Musharraf sagte hingegen, er sei in Nepal offen für Gespräche. Gleichzeitig warnte er Indien, ein Krieg werde schreckliche Konsequenzen haben.

Pakistans Präsident Musharraf sagte einem Agenturbericht zufolge in Peking, sein Land wolle keinen Krieg und den Konflikt im Dialog lösen. Im Gespräch mit Ministerpräsident Zhu habe Musharraf gesagt, Pakistan unternehme alle nötigen Schritte zur Terrorismusbekämpfung, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua.

3 Tote bei Anschlag auf Parlament
Bei einem Anschlag auf das Parlament im indischen Teil Kaschmirs sind ein Polizist getötet und 27 weitere Menschen verletzt worden. Das Gebäude in Srinagar wurde von Moslemextremisten mit Handgranaten angegriffen. Rebellen überfielen ein Armeecamp nahe der Stadt Jammu und erschossen zwei Soldaten.

Die Abgeordneten halten sich zur Zeit jedoch in Jammu, der Winterhauptstadt der Region, auf. Es war bereits der zweite Anschlag auf das Parlament binnen drei Monaten.

Im Oktober waren bei einem Autobombenanschlag auf dasselbe Gebäude 42 Menschen getötet worden. Am 13. Dezember kamen bei einem Anschlag auf das indische Bundesparlament in Neu Delhi 14 Menschen ums Leben. Die Attacke brachte die Atommächte Indien und Pakistan an den Rand eines Krieges, weil Indien zwei Extremistengruppen für den Angriff verantwortlich macht, die ihre Hauptquartiere in Pakistan haben.

Blair auf Besuch in Bangladesh
Blair traf am Donnerstag nach einem Ägyptenurlaub mit seiner Frau Cherie in Dhaka ein. Außenminister Jack Straw erklärte, der Besuch in Bangladesch und anderen Ländern des indischen Subkontinents stehe nicht im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Krise um Kaschmir und sei bereits viel früher geplant gewesen. Blair habe auch keinen Friedensplan im Gepäck. Am Wochenende will Blair seinen indischen Kollegen Vajpayee treffen und Anfang der Woche dann in Pakistan mit Musharraf zusammenkommen.