Spekulationen beendet: Untersuchungen zeigen keine Indizien für Mord an Milosevic

Nach Tod bei UN-Tribunal Gerüchte um Vergiftung

Der frühere jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic ist nach einer Untersuchung der Vereinten Nationen (UN) nicht ermordet worden. "Es wurden keine Belege für die in einigen Medien verbreitete Behauptung gefunden, Herr Milosevic sei ermordet worden, etwa durch Gift", hieß es in einem UN-Bericht zum Tod des wegen Kriegsverbrechen angeklagten Milosevics.

Milosevic war am 11. März leblos in seiner Zelle im UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag aufgefunden worden. Er litt unter Herzproblemen und Bluthochdruck. Im April hatte bereits die niederländische Staatsanwaltschaft mitgeteilt, Milosevic sei eines natürlichen Todes gestorben.

Ob der Ex-Präsident durch medizinische Maßnahmen hätte gerettet werden können, ließe sich nicht eindeutig klären, hieß es in dem UN-Bericht. Es könnten auch keine Schlüsse gezogen werden, dass die Betreuer Milosevics nachlässig gehandelt hätten. Allerdings habe Milosevic unabhängig von den verschriebenen Medikamenten noch eigenständig andere Mittel eingenommen.

Milosevic war vor dem Gericht der Vereinten Nationen seit 2002 wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in Bosnien, Kroatien und im Kosovo während der 90er Jahre angeklagt.
(apa)