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Spekulationen um Trumps Regierungsmannschaft dauern an

Clinton erschüttert über tiefe Spaltung der US-Gesellschaft

Das Personalkarussell rund um den designierten US-Präsidenten Donald Trump dreht sich weiter. Nach einer Reihe von Ernennungen und Degradierungen im Umfeld des Republikaners spekulierten US-Medien am Donnerstag über weitere mögliche Mitglieder von Trumps Regierungsteam. Am Abend will der 70-Jährige als ersten ausländischen Regierungschef nach der Wahl den japanischen Premier Shinzo Abe empfangen.

Die Fernsehsender CNN und MSNBC berichteten, South Carolinas Gouverneurin Nikki Haley sei als künftige Außenministerin im Gespräch. Bisher hatte der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani als Favorit für den Posten des Top-Diplomaten gegolten.

Der Ex-General Michael Flynn könnte laut NBC News Nationaler Sicherheitsberater werden. Flynn leitete von 2012 bis 2014 den Militärgeheimdienst DIA, gab den Posten jedoch nach Personalquerelen auf.

Als möglichen künftigen Energieminister nannte das "Wall Street Journal" den früheren Gouverneur des Öl-Staates Texas, Rick Perry. Sollte er ernannt werden, dürfte dies Stirnrunzeln auslösen: Perry hatte im parteiinternen Vorwahlkampf der Republikaner 2011 angekündigt, als Präsident würde er drei Ministerien auflösen: "Handel, Bildung..." - das dritte Ministerium hatte er dann aber auch auf Nachfrage vergessen. Er meinte das Energieministerium.

Mehr als 160 demokratische Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses forderten unterdessen in einem offenen Brief an Trump, dieser solle die Ernennung seines ultrarechten Wahlkampfmanagers Stephen Bannon zum Chefstrategen im Weißen Haus zurücknehmen. Bannons Ernennung untergrabe Trumps Möglichkeiten, "das Land zu einen", schrieben sie.

Der bei den Vorwahlen der Demokraten unterlegene Senator Bernie Sanders erklärte, die Nominierung eines "Rassisten" für eine Leitungsposition sei "völlig inakzeptabel". In einer Demokratie sei Platz für Meinungsverschiedenheiten, aber "Rassismus und Sektierertum" hätten in der Politik keinen Platz. "Die Nominierung von Herrn Bannon durch Herrn Trump muss annulliert werden", forderte Sanders.

Am Mittwoch hatte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio Trump einen Besuch abgestattet. Anschließend stellte er sich schützend vor in den USA lebende Einwanderer und gegen die von Trump angekündigten Abschiebungen.

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