Speedspezialisten ohne Chance: Super-G
nach dem Geschmack der Riesentorläufer

Raich aus ÖSV-Sicht wohl mit den besten Karten "Face Bellevarde" in Val d'Isere hat eigene Gesetze

Speedspezialisten ohne Chance: Super-G
nach dem Geschmack der Riesentorläufer © Bild: Reuters

Dass ein österreichischer Speedspezialist heute den Super-G von Val d'Isere gewinnen wird, ist äußerst unwahrscheinlich. Denn wie sich bereits im schnellen Teilbewerb der Super-Kombination abzeichnete, erwartet die Weltcup-Piloten auf der WM-Piste von 2009 wieder ein dem Riesentorlauf ähnliches Rennen. Die besten Chancen aus rot-weiß-roter Sicht hat deshalb Benjamin Raich und nicht etwa Michael Walchhofer oder Klaus Kröll.

Aus der Vergangenheit ist bekannt, dass die Steilheit des Geländes auf dem Berg Bellevarde die Kurssetzer vor eine große Herausforderung stellt. Laut neuem Weltcup-Reglement müssen im Vergleich zum WM-Super-G im Februar nochmals vier Tore mehr gesteckt werden. "Die Torabstände sind 40 bis 43 Meter, sonst im Super-G sind sie über 50 Meter. Weil es so steil ist, sind die Torabstände fast wie im Riesentorlauf. Es ist hier irrsinnig schwierig für Speedfahrer", sagte Walchhofer, der deshalb auf der "Face" auch Läufer wie etwa Raich und Romed Baumann sehr stark einschätzt.

Der Zauchenseer selbst, der im Kombi-Super-G 1,79 Sekunden Rückstand auf den Schnellsten, Sandra Viletta aus der Schweiz, hatte, war mit seiner Fahrt nicht unzufrieden. "Bis 40 Sekunden hatte ich ein ganz gutes Gefühl gehabt, unten habe ich es treiben lassen, aber du musst richtig aktiv runterfahren. Das ist für morgen eine Aufforderung, dass ich im unteren Teil noch einmal Gas gebe." Von einem Sieg sieht sich Walchhofer aber weit entfernt: "Ich brauche nicht spekulieren, hier um einen Sieg mitzufahren. Das ist ein Super-G, in dem du mit meiner Statur, meiner Veranlagung keine Chance hast."

Er wolle aber trotzdem versuchen, auf der "Face Bellevarde" eine "gute Figur" zu machen. "Top-Ten wäre super und auch möglich. Das ist realistisch, es ist aber sicher schwierig, denn das ist ungefähr so, wie wenn ich in einem Riesenslalom sage, ich will Top-Ten fahren." Zudem habe die Piste auch etwas nachgelassen, und bei einer Startnummer rund um zwanzig seien die Querschläge schon deutlich spürbar gewesen.

Raich sieht Verbesserungspotenzial
Der Kanadier Manuel Osborne-Paradis hat den bisher einzigen Super-G des Olympia-Winters in Lake Louise vor Raich und Walchhofer gewonnen. Nach Platz vier im Super-G der Super-Kombi hinter Viletta, dessen Landsmann Carlo Janka und Marcel Hirscher sieht Allrounder Raich noch Verbesserungspotenzial. "Ich habe teilweise zu viel die Geschwindigkeit kontrolliert, oft vor den Toren zu viel angestellt, aber das machen da herunter alle", erklärte der Pitztaler, der bei der WM als Fünfter bester Österreicher in dieser Disziplin geworden war. Gold war an den Schweizer Didier Cuche, einem ebenfalls hervorragenden Riesentorläufer, vor Peter Fill (ITA) und Aksel Lund Svindal (NOR) gegangen.

(apa/red)