Speed-Queen steckt im Tief: Kommt Götschl
in ihrem "Wohnzimmer" aus der Krise?

Im Rennen langsamer als im Training - Hilft Cortina? Abfahrt auch ein Problem der österreichischen Damen

Speed-Queen steckt im Tief: Kommt Götschl
in ihrem "Wohnzimmer" aus der Krise? © Bild: Reuters

Den Ski-Assen bleibt derzeit kaum Zeit zum Verschnaufen. Während die Herren von Wengen nach Kitzbühel wechselten, waren die Damen schon wieder auf dem Weg von Zauchensee nach Cortina d'Ampezzo. Mit nach Italien fuhr bei ÖSV-Damenchef die Sorge um die Unform von Renate Götschl und die anhaltenden Knieschmerzen bei Maria Holaus.

Denn während in der Zauchensee-Superkombi gleich vier ÖSV-Mädchen in die Top 6 gekommen waren, ist auch bei den ÖSV-Damen die Abfahrt eine Problemzone. Wenn auch nicht bei weitem so schlimm wie bei den Herren, bei denen man mangels Sinnhaftigkeit sogar die Abfahrtsgruppe aufgelöst hatte. Nach den Rücktritten von Brigitte Obermoser, Michaela Dorfmeister und Alexandra Meissnitzer ist vor allem dann Feuer am Dach, wenn mit der 33-jährigen Götschl sowie Holaus die beiden Stärksten auslassen. Auch wenn Andrea Fischbacher immer konstanter Spitzenzeiten fährt und auch Elisabeth Görgl endlich einen Aufwärtstrend im Speedbereich zeigt.

Mandl gab zudem zu denken, dass Holaus in Salzburg ganz schlimme Knieschmerzen plagten ("Sie hat daher im Rennen immer mehr zurückgezogen") und sein Flaggschiff Götschl derzeit im Wettkampf nicht mehr zulegen kann. Früher war Götschl im Rennen um bis zu zwei Sekunden schneller gefahren als im Training.

Damenchef rätselt
"Jetzt aber verfällt sie im im Rennen sogar in skitechnische Fehler. Derzeit fährt sie sogar im Training schneller als im Rennen", rätselte der Damenchef. "Warum das so ist, wissen wir auch nicht genau." Götschl selbst geht es genauso. "Es tut vor allem deshalb so weh, weil ich echt viel Arbeit investiert habe. Jetzt muss ich schon vier Saisonrennen abhaken, schön langsam gehen mir die Haken aus."

Wie gut, dass nun mit Cortina Götschls "Wohnzimmer" wartet. "Wenn, dann kann vielleicht eine vertraute Strecke bei ihr den Knopf lösen", hofft auch Mandl, dass die Siegerin von 24 Weltcup-Abfahrten unter der Tofana zu gewohnter Form zurückkehrt. Zehn Mal hat Götschl dort schon gewonnen, Garantie ist das aber keine. "Renate hat völlig zurecht hohe Erwartungen. Sie ist im Training schnell, trainiert verbissen. Und wenn man gewinnen will, kann man nicht einfach sagen, geh' es locker an", so Mandl.

Nicht nur der Damenchef hofft daher, dass sich vor der am 3. Februar mit dem Super-G beginnenden WM in Cortina das Blatt wendet. Götschls ganz großes Saisonziel kommt immer näher rund näher, nach Cortina steht für sie nur noch der Super-G in Garmisch an. Mandls Hoffnung daher: "Renate ist in Cortina immer gut gefahren. Da kann es ganz schnell auch wieder ganz anders aussehen."

(apa/red