Sparstift regiert im Gewerkschaftsbund: ÖGB hat bis 2010 um 40 Prozent weniger Geld

Immer weniger Einkünfte aus Mitgliedsbeiträgen Nach BAWAG-Verkauf hängt ÖGB von Mitgliedern ab

Nach der neuen Finanzbereinbarung mit den Gewerkschaften wird der ÖGB bis 2010 um 40 Prozent weniger Geld zur Verfügung haben. Heuer verfügt der Gewerkschaftbund laut Ö1- "Morgenjournal" noch über 51 Millionen Euro oder 28 Prozent der Mitgliedsbeiträge. 2008 werden es nur noch 39 Mio. sein, 2009 31 Mio. und 2010 schließlich 29 Mio. Euro, vorausgesetzt die Beiträge bleiben auf jetzigem Niveau.

Diese Zahlen liegen dem Finanzierungsübereinkommens für den Zeitraum 2007 bis 2010 zugrunde, über das sich der ÖGB-Vorstand vor einer Woche im Grundsatz verständigt hat. Diese Finanzvereinbarung muss nun noch vom ÖGB-Bundesvorstand in seiner nächsten Sitzung formalrechtlich beschlossen werden.

Die Finanzierung soll künftig auf zwei Beine gestellt werden. Einerseits sollen alle Gewerkschaften einen bestimmten Prozentsatz ihrer Einnahmen abliefern müssen. Dazu soll noch ein bestimmter Betrag pro Mitglied kommen, den die Gewerkschaften in einen Solidartopf zahlen sollen, mit dem etwa Arbeitslose unterstützt und Bedürftigen über eine Solidar-Versicherung zusätzlich geholfen wird. Dieser Solidarfonds soll mit 8,2 Mio. Euro dotiert werden.

Nach dem Verkauf der BAWAG kann der ÖGB keine Dividenden mehr erwarten und muss seine Ausgaben mit den Beitragseinnahmen decken. Dieses Ziel soll bis 2010 erreicht werden erklärte Finanzchef Clemens Schneider. (APA)