Oxfam-Bericht von

Massenarmut in Europa droht

Bei Fortsetzung der Sparpolitik könnten Millionen Europäer in Armut verfallen

Ein Mann zählt seine verbliebenen Cent-Stücke. © Bild: Thinkstock/Wavebreak Media

Bei Fortsetzung der rigiden Sparpolitik in Europa könnten in den kommenden zwölf Jahren bis zu 25 Millionen Europäer in Armut verfallen. Das entspricht nahezu der Bevölkerung von Österreich und den Niederlanden, wie die Hilfsorganisation Oxfam in ihrem am Donnerstag veröffentlichen Bericht "A Cautionary Tale" (Ein abschreckendes Beispiel) anmerkt. Im Jahr 2025 wären demnach insgesamt 146 Millionen Europäer von Armut bedroht.

"Die Sparmaßnahmen nach den Bankenpleiten senken weder die Verschuldungsquoten noch schaffen sie nachhaltiges Wachstum. Stattdessen vergrößern sie Armut und Ungleichheit", warnt Oxfams Kampagnenleiter Jörn Kalinski aus Anlass des Treffens der EU-Finanzminister am Freitag in Vilnius. Laut Oxfam gilt es, die Lehren aus den Finanzkrisen in Lateinamerika, Südostasien und Afrika aus den 1980er- und 90er-Jahren zu ziehen. Damals führten vergleichbare Sparmaßnahmen zu ökonomischen Einbrüchen und massiven Einschnitten bei den Sozialausgaben. Einige der Länder benötigten bis zu 20 Jahre, um das Vorkrisenniveau zu erreichen.

Die Art des Umgangs mit der Krise in Europa untergraben laut Kalinski jahrzehntelange Errungenschaften: Aggressive Kürzungen in der sozialen Sicherung, in Bildung und Gesundheit, weniger Rechte für Beschäftigte und eine unfaire Besteuerung könnten "Millionen Europäer für Generationen in einen Armutskreislauf ziehen".

Von Einsparungen profitieren nur die Reichsten

Von der Einsparpolitik profitieren laut Bericht nur die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung. Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien und Großbritannien könnten weltweit bald zu den Ländern mit der größten Einkommensungleichheit gehören. Die Lücke zwischen Arm und Reich in Großbritannien und Spanien könnte bald genauso eklatant werden wie im Südsudan oder in Paraguay.

In den Ländern mit den härtesten Sparmaßnahmen fallen die Löhne demnach am stärksten. Nahezu jeder zehnte Arbeiterhaushalt in Europa sei von Armut betroffen - und die Spirale drehe sich weiter nach unten. In Spanien führten Darlehensgesetze beispielsweise dazu, dass die Banken an jedem Werktag 115 Familien zur Wohnungsräumung zwingen.

Nach den Worten Kalinskis könnten die Regierungen Milliarden-Summen einnehmen, "wenn sie endlich die Reichsten angemessen besteuern und der Steuerflucht und Steuervermeidung einen Riegel vorschieben würden".

Kommentare

Oberon
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Wie lange noch wird es dauern, bis Österreich so weit ist? Ich sehe zerlumpte Gestalten durch die Straßen ziehen...Das hatten wir alles schon, 20iger Jahre. WER hat Interesse, dass wir wieder dort landen??

"Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht...."

christian95 melden

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=994xbDsSvYc
Das genügt!

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Schicks nur weiter Milliarden in die korrupten Staaten, die Gauner in den Banken laufen noch immer frei herum, werfen wir den Asylwerbern und Ausländern das Geld nach - wir sind ja so sozial- die Mindesthilfe ist um mindestens 1/3 zu viel, entweder arbeiten oder die Hälfte der Sozialhilfe und Kinderbeihilfe streichen um die Kinderproduzenten zu verringern.Diese Gauner leben bestens!!

christian95 melden

Wahltag ist Zahltag!
So lange wir weiterhin SPÖ+ÖVP wählen wird sich nichts ändern. Warum wohl bestellen sie im Proporz Richter, Staatsanwälte und Polizei? Beim Uwe Scheuch hat die "unabhängige" Justiz viel schneller gearbeitet. (Strasser, Grasser, Waffengraf, Ostermayer usw., usw.,)

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Wie und völlig falsche Berechnungen der Wirtschaftswissenschaften und einen diesen Unsinn hörige Politik und vollgas gegen die Wand fahren.

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