Sparkurs von

Kahlschlag bei Sony

Abbau von 10.000 Jobs und Einschnitte in der TV-Sparte sollen Elektronikriesen sanieren

Sparkurs - Kahlschlag bei Sony © Bild: Reuters/Nakao

Der japanische Elektrokonzern Sony will sich mit einem strikten Sparkurs sanieren. Mit einem Abbau von rund 10.000 Stellen und Einschnitten im Fernseher-Geschäft will der neue Konzernchef Kazuo Hirai die Trendwende schaffen. Die TV-Sparte solle im kommenden Geschäftsjahr ab April 2013 ihre Fixkosten um 60 Prozent senken, die Betriebskosten um knapp ein Drittel.

Damit hält der gebeutelte Konzern entgegen Analystenhoffnungen an seinem verlustträchtigen Geschäft mit Fernsehern fest, das unter der harten Konkurrenz vor allem koreanischer Rivalen wie Samsung und LG leidet. Die Neuausrichtung werde den Konzern im laufenden Geschäftsjahr gut 700 Mio. Euro kosten.

Gleichzeitig verkündete Hirai für sein Haus, das seit vier Jahren rote Zahlen schreibt, ehrgeizige Ziele. Sony wolle Weltmarktführer bei Mobiltelefonen werden, sagte Hirai in Tokio.

Neues Standbein Medizintechnik
Zudem soll sich der schwankende Riese verstärkt auf Geschäftsfelder abseits der klassischen Unterhaltungselektronik ausrichten. Mit Medizintechnik wollen die Japaner bis 2014/15 knapp eine halbe Milliarde Euro einnehmen. Dafür wollen sie auch auf Einkaufstour gehen. Sony suche nach Übernahmemöglichkeiten auf dem Gebiet.

Hirai erklärte, Sony "wird sich verändern". Der einstige Vorzeigekonzern hatte zuvor für das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr einen Rekordverlust angekündigt.

Österreich nicht betroffen
Der Stellenabbau hat keine Auswirkungen auf die beiden Standorte von Sony DADC Austria in Anif und Thalgau im Bundesland Salzburg. Das sagte Unternehmenssprecherin Christina Schobesberger auf APA-Anfrage. In Salzburg wird zurzeit ohnedies ein Reformpaket umgesetzt, das den Abbau von 158 Mitarbeitern beinhaltet.

Anfang des Jahres hatte Sony DADC 76 Mitarbeiter beim Frühwarnsystem des AMS zur Kündigung angemeldet und 82 Leiharbeiter nicht weiter beschäftigt und an ihre Überlasserfirmen zurückgeschickt. Gleichzeitig schnürte das Unternehmen mit Betriebsrat und Gewerkschaft ein Sozialpaket im Ausmaß von mehr als zwei Millionen Euro.

"Der Abbau der 10.000 Stellen bei Sony steht mit uns nicht in Zusammenhang", so Schobesberger. Mit dem in Salzburg umgesetzten Reformpaket sollte man fit für die Zukunft sein, weitere Maßnahmen seien nicht geplant. Wie sich der Markt längerfristig entwickeln werde, könne man zum jetzigen Zeitpunkt aber natürlich nicht wissen.