Sparen im ganz großen Stil bei der AUA: Piloten-Lohnverzicht & Kabinen-Kurzarbeit?

Weiter kein Durchbruch bei Verhandlungen erwartet Hable-Absenz ist nur psychologisch problematisch

Sparen im ganz großen Stil bei der AUA: Piloten-Lohnverzicht & Kabinen-Kurzarbeit? © Bild: APA/Hochmuth

2.600 von 3.400 Boden-Angestellten der AUA (Austrian Airlines) werden ab 1. April vorerst für ein halbes Jahr kurzarbeiten. Das betrifft unter anderem Beschäftigte in Teilen der Technik, beim Check-in, im Verkauf oder auch der Konzernzentrale. Für das fliegende Personal (Piloten, FlugbegleiterInnen) - mehr als 2.000 Angestellte bei der AUA und tausend bei Tyrolean - wird noch verhandelt. Ein Abschluss wird vorerst nicht erwartet, aber weitere Schritte in Richtung Änderungen im KV. Federführend sind die Sozialpartner, Gewerkschaft und Wirtschaftskammer.

Zuletzt zeichnete sich ab, dass es bei den Piloten auf einen temporären Gehaltsverzicht hinauslaufen wird. Kurzarbeit gilt bei den Gehältern und Dienstplänen der Piloten zeit-und AMS-budgettechnisch kaum wahrscheinlich. Beim Kabinenpersonal zeichnet sich wie am Boden ein Kurzarbeitsmodell ab. Zwischen den Flügen wären hier größere Freizeitblöcke möglich. Außerdem hat die AUA ohnedies Strecken gestrichen.

Betriebsrat weiterhin in Langzeiturlaub
Dass Betriebsrat Wolfgang Hable seinen wochenlangen Urlaub wegen der finalen Verhandlungen bisher nicht unterbrechen wollte, hat bei einigen Irritation zwischen den Krisensitzungen gebracht. Die Arbeitgeber werfen Hable vor, Fortschritte im Kampf ums Sparpaket zu torpedieren. Theoretisch stünde die Absenz eines einzelnen Gewerkschaftsvertreters einem Abschluss allerdings nicht im Wege, verlautete zuletzt. An seiner Stelle könnten Stellvertreter oder höherrangige Gewerkschafter die Dinge vorantreiben. Darauf werde momentan offenbar gesetzt. Dass sich ein Deal mit dem fliegenden Personal für 1. April ausgeht, wird bezweifelt. Als Zieldatum könnte für den Part der Piloten/Flugbegleiter dann Mai gelten.

Lufthansa drängt auf "richtige" Entscheidung
Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hat bereits vor eineinhalb Wochen die AUA-Piloten gedrängt, ihre Entscheidung "zeitgerecht" und "richtig" zu treffen. Sein dringender Appell an die Flugzeugführer in einem ORF-Mittagsjournal-Interview: "Wenn es zu spät ist, ist es zu spät." Es sei wie beim Radfahren. "Fehlt eine Speiche, hast einen Achter im Radl. Da kannst nichts mehr gewinnen damit".

Psychologisch sei der Schlagabtausch zwischen Hable und Mayrhuber - die Schreiben der beiden aneinander werden im AUA-Konzern genüsslich weiterverbreitet - ein Hindernis. Denn die Lage sei dramatisch. Und es stünden auch Jobs am Spiel. Die Lufthansa trachte andererseits aber selber, einen Konkurs der AUA zu vermeiden, verlautete zur APA. Denn dann verfielen die begehrten Streckenrechte. Bei einer Neuverteilung stünde wohl die halbe Welt wegen begehrter Kurse an, und ein Neuaufbau eines Netzes wie jenes der AUA im Osten würde die Deutschen Jahre kosten.

(apa/red)