Spanischer Respekt vor gestärkten Russen:
Sieg in Gruppenphase "zählt nichts mehr"

Aragones: Gegner ist "mit Resultaten gewachsen" 4:1 von Innsbruck für Spanier kein Maßstab mehr

Spanischer Respekt vor gestärkten Russen:
Sieg in Gruppenphase "zählt nichts mehr" © Bild: AP/Armangue

Gleich zu Beginn der EURO 2008 wurde der russische Bär von Spaniens Torjäger David Villa fast im Alleingang erlegt. Drei Treffer steuerte der Star von Valencia zum 4:1-Sieg zum Auftakt der Gruppe D der EURO 2008 bei. Nun treffen Spanien und Russland im Halbfinale der EURO 2008 in Wien (20.45) wieder aufeinander.

Das 4:1 von Innsbruck will auf spanischer Seite aber niemand als Maßstab nehmen. In Spaniens EURO-Camp in Neustift im Stubaital herrschte weiter demonstrativer Realismus vor. Eine Überbewertung des damaligen Sieges könnte leicht zum Trugschluss werden, warnte etwa Cesc Fabregas, der im Viertelfinale gegen Italien im Penaltyschießen den entscheidenden Elfer verwertet hatte: "Wenn wir glauben, dass die Partie so wird wie die erste, dann liegen wir schon 0:1 hinten."

Spanier schieben Favoritenrolle von sich
Das unausgesprochene Motto in Spaniens EM-Team hat sich gegenüber den vergangenen Spielen nicht verändert: Selbstvertrauen ja, aber höchster Respekt vor dem Gegner. Auch Joan Capdevila zielte in diese Richtung: "Das wird eine sehr schwere Partie, die nichts mit dem ersten Spiel zu tun hat. Die Russen wollen jetzt mehr, sie haben nun Andrej Arschawin dabei und seit dem ersten Match sind zwei Wochen vergangen. Deshalb gibt es keinen Favoriten."

Carlos Marchena blies in dasselbe Jagdhorn: "Russland hat eine großartige Mannschaft, und dass wir in der Gruppenphase gegen sie gewonnen haben, zählt jetzt gar nichts mehr." Und Santi Cazorla ergänzt: "Diese Mannschaft hat Biss, das hat sie gegen die Niederlande gezeigt."

Einzig Stürmer Fernando Torres versprühte so etwas wie Optimismus: "Russland hat gezeigt, dass das Team hohes Niveau hat, aber wenn wir sie schon einmal geschlagen haben, dann können wir das gewiss auch ein zweites Mal."

Einig waren sich dennoch alle: So eindeutig wie es das hohe Ergebnis des Gruppenspiels andeutet, war die Überlegenheit der Spanier gegen das vom niederländischen Erfolgscoach Guus Hiddink betreute Team nicht. Vor allem in der ersten Hälfte holten die Russen mehrmals zum Prankenhieb aus. Doch trafen sie das Tor nicht, und wenn schon, dann nur die Stange.

Aragones: Russen "unglaublich gewachsen"
Teamchef Luis Aragones ist die "russische Revolution" seit ihrem ersten Spieltag natürlich auch nicht entgangen. "Sie sind mit zwei guten Resultaten unglaublich gewachsen." Große taktische Überlegungen will "Luis" aber dennoch erst gar nicht anstellen. Es ist aufgrund der Eindrücke vom Training durchaus denkbar, dass wieder die Grundformation beginnen wird, die bei den bisher wichtigen Spielen stets von Anfang an dabei war.

Die Voraussetzungen sind ohnehin wie beim ersten Spiel, meint Aragones: "Hiddink kennt uns ganz genau. Den können wir nicht überraschen." Sorgen bereitet "Luis" eher die physische Verfassung seiner Spieler. Zwar dürften alle so weit fit sein, doch haben sie zumeist eine lange, anstrengende Saison hinter sich. Die russische Meisterschaft ist hingegen erst elf Runden alt. Außerdem hatten die Russen diesmal die einen Tag längere Regenerationsphase.

Russischer Bär darf nicht steppen
Dennoch wird Spanien versuchen, das übliche Spiel ("Wichtig ist der Ballbesitz") durchzuziehen. Aragones: "Wir wollen angreifen, aber wir müssen auch schauen, dass wir ihr Offensivspiel unterbinden." Damit soll verhindert werden, dass im Ernst-Happel-Stadion der russische Bär wie gegen die Niederländer zu steppen beginnt.

Mögliche Aufstellungen Russland - Spanien:
(Happel-Stadion, 20.45 Uhr/live auf news.at, SR Frank Bleeckere/BEL)

Russland: Akinfejew - Anjukow, Ignaschewitsch, Schirokow - Schirkow - Semak - Syrjanow, Semschow, Biljaletdinow - Arschawin - Pawljutschenko

Ersatz: Malafejew, Gabulow - W. Beresuzki, Janbajew, A. Beresuzki, Iwanow, Bystrow, Adamow, Saenko, Sytschew

Es fehlen: Torbinski, Kolodin (beide nach zweiter Gelber Karte)

Spanien: Casillas - Ramos, Marchena, Puyol, Capdevila - Senna - Iniesta, Xavi, Silva - Villa, Torres

Ersatz: Reina, Palop - Albiol, Navarro, Arbeloa, Fabregas, Cazorla, Xabi Alonso, Juanito, De La Red, Güiza, Garcia

Es fehlt: keiner

(apa/red)

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