Fakten von

Spanische NGO dementiert Klage gegen Italien

Kapitän eines libyschen Küstenwachen-Schiffes angezeigt

Die spanische Nichtregierungsorganisation Proactiva Open Arms hat bestritten, Italien wegen unterlassener Hilfeleistung und fahrlässiger Tötung von Migranten im Mittelmeer anzeigen zu wollen. Die Klage werde lediglich gegen den Kapitän des Schiffes der libyschen Küstenwache eingereicht, der die Rettung von Migranten unterlassen habe, teilte die NGO per Twitter mit.

Eine Frau aus Kamerun habe vor der libyschen Küste zwei Tage lang im Wasser mit zwei Leichen ausharren müssen, bevor sie gerettet wurde, so die NGO, die vor dem Gericht von Palma de Mallorca Klage einbringen will. Bei den Toten handelt es sich um eine weitere Frau und ein Kind.

Libyens Küstenwache habe ein Schlauchboot mit der Überlebenden und den zwei Leichen sich selbst überlassen, kritisierte die Hilfsorganisation. Proactiva hatte die Überlebende und die Toten an Bord genommen und beschlossen, Spanien anzusteuern. Italien hatte sich bereit erklärt, die Überlebende aufzunehmen. Das Schiff "Astral" ist am Samstag in Palma der Mallorca gelandet.

Italiens Innenminister Matteo Salvini kritisierte die spanische NGO. Diese habe die überlebende Frau zu einer viertägigen Seefahrt gezwungen, obwohl Italien sich zu ihrer Aufnahme bereit erklärt hatte. Er bekräftigte seine feste Absicht, die Schlepperei in Richtung Italien und Europa zu bekämpfen.

Libyen weist indes den von der spanischen NGO erhobenen Vorwurf zurück, wegen unterlassener Hilfe den Tod von zwei Migranten im Mittelmeer verursacht zu haben. "Wir dementieren und weisen diese Verleumdungen entschieden zurück", hieß es in einem Schreiben der libyschen Küstenwache nach Angaben italienischer Medien vom Sonntag.

Es sei unlogisch, dass die Küstenwache 165 Migranten rette und zwei Frauen und ein Kind sich selber überlasse. Die libysche Küstenwache forderte eine "neutrale Untersuchungskommission", die die Hintergründe des Todes der beiden Migranten klären solle.

Kommentare