Spanische Armada versenkt Russland: Villa
als Dreifach-Torschütze vielumjubelter Held

Trefferreichstes Spiel der EM bei 4:1-Sieg der Iberer Villa und Fabregas erzielen die Treffer für Spanien

Spanische Armada versenkt Russland: Villa
als Dreifach-Torschütze vielumjubelter Held

Spanien hat in Innsbruck das Auftaktspiel der Gruppe D der EURO 2008 verdient mit 4:1 (2:0) gegen Russland gewonnen und somit eindrucksvoll seine Titelambitionen unterstrichen. Die ersten drei Tore für das mit einem Marktwert von 381 Millionen teuerste Team der EM in Österreich und der Schweiz erzielte im mit 30.772 Zuschauern, unter ihnen auch Spaniens Kronprinz Felipe, ausverkauften Tivoli-Stadion der groß aufspielende Valencia-Stürmer David Villa (21., 44., 75.), dessen Einsatz nach einer Oberschenkelblessur lange Zeit fraglich gewesen war.

Für das Ehrentor der "Sbornaja" zum zwischenzeitlichen 1:3 sorgte Roman Pawljutschenko im Finish per Kopf (86.). Den Schlusspunkt setzte aber der in Minute 54 eingewechselte Cesc Fabregas. Weitere spanische Treffer verhinderte der mit Abstand beste Russe, der hinter einer fehleranfälligen, weil nicht eingespielten Abwehr trotzdem souverän agierende Tormann Igor Akinfejew.

Plautz ohne Fehler & Karte
Vor allem mit dem pfeilschnellen Dribblekünstler Villa hatte die Mannschaft des niederländischen Erfolgstrainers Guus Hiddink ihre liebe Not. Wie die Spanier bot auch Österreichs EM-Schiedsrichter Konrad Plautz in seiner Tiroler Heimat eine hervorragende Leistung, wobei die Partie so fair verlief, dass er nicht einmal eine Karte zücken musste.

Spaniens Superstar-Ensemble bleibt damit weiter der Angstgegner der "Sbornaja", die mit 26 Jahren und 2 Monaten die jüngste Mannschaft des Turniers stellt. Seit dem 30. Mai 1971, als die damalige Sowjetunion, deren offizieller Nachfolgestaat Russland ist, in Moskau in der EM-Quali 2:1 siegte, hat die Mannschaft des größten Landes der Welt nicht mehr gegen "La Roja" gewonnen.

Noch trister schaut es in EM-Endrunden-Duellen aus, die bisher allesamt an die Spanier gegangen sind. Vor dem Erfolg in Innsbruck hatten die Iberer bereits das EM-Finale am 21. Juni 1964 in Madrid (2:1), ihr bisher einzig großer Titel, sowie zuletzt vor vier Jahren in Faro im Gruppenspiel (1:0) die Oberhand gegen die "Sbornaja" behalten. Und seit dem Zerfall der UdSSR hat Russland in bisher vier Duellen (ein Remis, drei Niederlagen) noch nie gewonnen, nun gelang aber wenigstens das erste Tor gegen die "Roten".

Flottes Tempo nach einer Viertelstunde
Nach einer Viertelstunde Rasenschach mit Vorteilen für Russland, das ohne den für die ersten beiden Partien gesperrten Spielmacher Andrej Arschawin sowie dem nach einer Knieverletzung aus dem EM-Kader entlassenen UEFA-Cup-Topscorer Pawel Pogrebnjak auskommen musste, nahm die Partie plötzlich Fahrt auf und brachte Großchancen in Hülle und Fülle: Die erste verzeichneten die Russen in Minute 17, als nach einer flotten Kombination Igor Semschow das Tor verfehlte.

Wenig später jubelten aber bereits die Spanier über die Führung: Nach einem von Joan Capdevilla abgefangenen Pass, der blitzschnell in die Spitze spielte, nutzte Fernando Torres einen schweren Schnitzer von Denis Kolodin und legte mustergültig für Villa auf, der den Ball nur noch ins leere Tor zu schieben brauchte (21.).

Unmittelbar nach diesem Treffer entwickelte sich ein toller Schlagabtausch: Zuerst traf Syrjanow die Stange (22.), während im Gegenzug erneut Spaniens Traum-Sturm für Gefahr sorgte: Diesmal spielte Villa auf Torres, der aber das Tor verfehlte (23.), nicht einmal eine Minute später verzog der Liverpool-Angreifer erneut knapp.

Vorentscheidung per "Gurkerl"
In Minute 44 fiel dann die Vorentscheidung: Nach einem tödlichen Pass von Andres Iniesta, der die Folgen seiner Lebensmittelvergiftung voll überwunden hat, in die Tiefe war Villa zur Stelle und überwand Russland-Schlussmann Igor Akinfejew per "Gurkerl".

Nach dem Wechsel war es erneut Villa, der die erste Möglichkeit für Spanien vorfand (58.). Auf der Gegenseite wirkte Russlands Jungteam bemüht, ohne Arschawin und Pogrebnjak fehlte aber deutlich die Durchschlagskraft. Mit Wladimir Bystrow, der in der Pause eingewechselt wurde, um mehr Druck zu erzeugen, war Hiddink offenbar derart unzufrieden, dass er ihn in der 70 Minute bereits wieder durch Roman Adamow ersetzte. Auch er brachte nicht den gewünschten Umschwung.

Dafür war in der 75. Minute wieder Villa zur Stelle, der zuerst Roman Schirokow aussteigen ließ und dann auch Akinfejew keine Chance ließ. Den Russen gelang durch den sehr bemühten Stürmer Pawljutschenko per Kopf nach Schirokow-Flanke zu spät das 1:3. Den 4:1-Endstand für die entfesselt agierende "Seleccion" besorgte "Joker" Cesc. Diesmal betätigte sich Villa als Einfädler, passte auf Xavi Hernandez, dessen Schuss Akinfejew mit einer weiteren Glanztat noch abwehrt, doch gegen den Kopfball von Fabregas war auch der 22-jährige Schlussmann chancenlos.

Spanien - Russland Endstand 4:1 (2:0)
Innsbruck, Tivoli-Stadion, 30.772 Zuschauer (ausverkauft), SR Konrad Plautz (AUT)

Torfolge: 1:0 (21.) Villa
2:0 (44.) Villa
3:0 (75.) Villa
3:1 (86.) Pawljutschenko
4:1 (90.) Fabregas

Spanien: Casillas - Ramos, Marchena, Puyol, Capdevila - Senna - Iniesta (63. Cazorla), Xavi, Silva (77. Xabi Alonso) - Villa, Torres (54. Fabregas)

Russland: Akinfejew - Anjukow, Schirokow, Kolodin, Schirkow - Semak - Sytschew (46. Bystrow/70. Adamow), Syrjanow, Semschow (59. Torbinski), Biljaletdinow - Pawljutschenko

(apa/red)

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