Zugunfall von

Prozess beginnt

Schlimmstes Zugunglück in Spaniens jüngerer Geschichte - erster Verhandlungstag

Santiago © Bild: APA/EPA/Aeromedia

Am 24. Juli 2013 erschütterte Spanien das in seiner jüngeren Geschichte schlimmste Zugunglück: Ein Personenzug raste mit 190 statt der erlaubten 80 Stundenkilometer in eine Kurve. Mit fatalen Folgen: Der Zug entgleiste, 79 Menschen starben, mehr als 150 wurden verletzt.. Am Donnerstag beginnt der Prozess.

Nach Ansicht der Ermittler trägt der Lokführer Francisco Jose Garzon die Hauptschuld für die Katastrophe. Er soll sich wegen fahrlässiger Tötung in 79 Fällen vor Gericht verantworten. Der 52-Jährige war mit einem Schnellzug auf der Strecke Madrid-Ferrol wenige Kilometer vor dem Bahnhof der Pilgerstadt Santiago mit stark überhöhter Geschwindigkeit (etwa 190 km/h) in eine Kurve eingebogen, in der nur Tempo 80 zugelassen war. Der Zug entgleiste, mehrere Waggons überschlugen sich und verkeilten sich ineinander.

Der Lokführer des im spanischen Santiago de Compostela verunglückten Passagierzugs kann sich laut einem Zeitungsbericht selbst nicht erklären, warum er das Tempo nicht rechtzeitig gedrosselt hat. "Ich sage es ihnen ganz ehrlich, dass ich es nicht weiß, ich bin doch nicht so verrückt, nicht zu bremsen", sagte Francisco Jose Garzon Amo laut einem Bericht der Zeitung "El País" vom Mittwoch bei seiner Anhörung vor Gericht am Sonntag.

Kontrolle nicht nachgekommen

Gut sechs Wochen nach der Zugkatastrophe von Santiago de Compostela hat der Untersuchungsrichter einen Antrag auf Ermittlungen gegen die spanische Bahngesellschaft Renfe abgewiesen. Renfe habe alle Vorschriften erfüllt, heißt es in einem Beschluss von Richter Luis Alaez. In seinem Beschluss bekräftigte Alaez hingegen die Gründe für die Ermittlungen gegen Verantwortliche der staatlichen Gesellschaft für die Verwaltung des Eisenbahnnetzes (Adif). Adif sei seiner Verantwortung für eine "ständige Kontrolle und Überprüfung jener Elemente, die einen korrekten und sicheren Verkehr garantieren", nicht nachgekommen, heißt es.

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