Spanien von

Mitarbeiter beschuldigt

Ermittlungen gegen Sicherheits-Personal nach schweren Zugunglück in Santiago

Santiago © Bild: APA/EPA/Aeromedia

Wegen des Zugsunglücks mit 79 Toten im Nordwesten Spaniens ermittelt die Justiz nun auch gegen Verantwortliche der Bahngesellschaft Adif. Der Ermittlungsrichter Luis Alaez forderte das staatliche Unternehmen am Dienstag auf, die Mitarbeiter namhaft zu machen, die für die Sicherheit auf dem Streckenabschnitt zwischen den Städten Ourense und Santiago de Compostela zuständig seien.

Die Angestellten der Bahn-Infrastrukturgesellschaft sollten dann als Beschuldigte einvernommen werden, ordnete der Richter an. Bei dem Unglück am 24. Juli war ein Hochgeschwindigkeitszug bei Santiago mit 192 km/h in eine Kurve eingebogen, in der nur Tempo 80 zugelassen ist. Der Zug entgleiste, 79 Menschen starben, 150 wurden verletzt.

Die überhöhte Geschwindigkeit sei die Hauptursache des Unglücks gewesen, betonte der Richter. Es gebe aber Anzeichen dafür, dass die Ausschilderung des Tempolimits für die Kurve unzureichend gewesen sei. Die Justiz ermittelt bereits gegen den Lokführer. Der 52-Jährige befindet sich gegen Auflagen auf freiem Fuß. Er hatte bei seiner Vernehmung "Aussetzer" eingeräumt.

Kommentare

Oberon
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Fuhr nur dieser Lokführer diese Strecke? Kaum vorstellbar. Also, warum wussten die Anderen dann, wie schnell sie sein durften?
Es ist sicher Schlamperei im höchsten Maß, das erforderliche Tempolimit nicht ordentlich auszuschildern, aber - welcher Mensch, der seine Sinne beisammen hat, fährt mit 192 km/h in eine Kurve?

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Wenn man bei einem Zug die Geschwindigkeitsanpassung mit 0,5 m/sec² vornimmt, dann dauert eine Anpassung von 224 km/h auf 80 km/h 80 Sekunden. In dieser Zeit fährt der Zug 3378 m

Aus der Entfernung sind Kurven nicht leicht erkennbar.
Dazu die Ablenkung mit dem Dienstgespräch am Handy.

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Im Vergeich dazu: wenn ein Vayron Fahrer mit 400 km/h auf der Autobahn auf eine Kurve zufährt die nur 150 km/h verträgt und mit 12 m/sec² verzögert, dann muss der Bremsvorgang 442 m vor der Kurve eingeleitet warden.

Mal sehen, ob das auch so eine Geschichte, wie mit dem Schettino, wird. Sieht zur Zeit ganz danach aus.

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