Spanien gewinnt Spitzenspiel der Gruppe D:
David Villa erzielt Siegestreffer in Minute 92

Spanier dominieren Spiel über weite Strecken "Schwedenbomber" Ibrahimovic erzielt Ausgleich

Spanien gewinnt Spitzenspiel der Gruppe D:
David Villa erzielt Siegestreffer in Minute 92 © Bild: AP/Armangue

Schon wieder "Villa Maravilla": Spanien siegte im "Gipfeltreffen" der Gruppe D gegen Schweden durch einen Last-Minute-Treffer von David Villa (92.) mit 2:1 (1:1) und fixierte damit praktisch den Aufstieg ins Viertelfinale. Zuvor hatten im ausverkauften Innsbrucker Tivoli-Stadion (30.772 Zuschauer) Fernando Torres (15.) und Zlatan Ibrahimovic (34.) gescort. Als sich die Schweden aber schon mit dem Remis zufrieden gaben, das beiden Teams gute Chancen auf den Aufstieg gelassen hätte, versetzte ihnen Villa den Todesstoß.

Der gegenseitige Respekt war im Vorfeld dieses "Gipfeltreffens" groß gewesen und doch ließen beide Teams am Spielfeld von Beginn weg keine übertriebene Vorsicht walten. Spanien spielte kämpferisch, ganz so wie es Trainer Luis Aragones noch am Vortag verheißen hatte: "Wir können nicht nur den Ball behandeln, wir sind auch in der Lage, Krallen zu zeigen." Dabei vertraute "Luis" wieder auf die Taktik, die gegen Russland einen 4:1-Sieg gebracht hatte. Zwei Spitzen mit Torres und David Villa, Marcos Senna als "Staubsauger" im defensiven Mittelfeld.

Schwedens Teamchef Lars Lageräck überraschte, in dem er für den verletzten Christian Wilhelmsson mit Johan Elmander einen gelernten Stürmer im rechten Mittelfeld nominierte. Dieser sorgte auch für gehörigen Druck nach vorne. Eine erste Annäherung an eine Chance kam jedoch bereits in der 2. Minute von der anderen Seite: Torres versetzte knapp innerhalb des Strafraums Mikael Nilsson und Andres Svensson, sein Querpass fand aber keinen Abnehmer.

Hinten versuchten die Spanier möglichst dicht zu halten. Puyol passte zu Beginn auf Henrik Larsson auf, wurde aber freilich bereits in der 26. Minute durch Raul Albiol ersetzt. Carlos Marchena kümmerte sich in der ersten Hälfte um Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic. Aber auch dieses Duell hatte eine frühe Ablaufzeit: Auf den am Knie verletzten Ibrahimovic folgte in der Pause Markus Rosenberg, Teamkollege von ÖFB-Teamspieler Martin Harnik bei Werder Bremen.

Torres und Ibrahimovic treffen
In der Schweden-Defensive hießen die Pärchen in der Regel Petter Hansson-David Silva und Olof Mellberg-Fernando Torres. Doch bereits in der 15. Minute erwiesen sich diese Bemühungen als vergeblich. Eine Hereingabe von David Silva von der linken Seite wuchtete Torres mit dem gestreckten Bein ins Tor: 1:0.

Die Schweden bemühten sich in der Folge redlich, vor das gegnerische Tor zu kommen, die Chancen, die sie hatten (H. Larsson/22. bzw. Elmander/29. nach Pass von H. Larsson) wurden vorerst aber wenig elegant vergeben. Dann jedoch schlug Ibrahimovic, der schon im ersten Gruppenspiel gegen Griechenland getroffen hatte, aber doch zu.

Kritische Strafraumszene
In der 34. Minute ließ er nach einem langen Pass von Fredrik Stoor im Strafraum Sergio Ramos aussteigen und schoss zum 1:1-Ausgleich ein. Knapp vor der Pause reklamierten die Spanier Elfmeter, als Elmander David Silva im Strafraum umrempelte. Die Proteste waren wohl begründet, doch im Gegensatz zur Partie Österreich gegen Kroatien (1:0 durch Luka Modric) zeigte der niederländische Schiedsrichter Pieter Vink diesmal nicht auf den Punkt.

Nach der Pause ließen vor allem die Schweden erkennen, dass sie mit einem Remis recht gut leben können. Sie überließen Raum und Initiative zunehmend den Spaniern, die wiederum mit einem Doppeltausch in der 59. Minute (Santi Cazorla für Andres Iniesta und Cesc Fabregas für Xavi) auch den Drang nach vorne erhöhten. Aus der gesicherten Abwehr zogen sie ihr gewohnt kurzes Kombinationsspiel auf, um dann mit langen Bällen Villa und Torres zu suchen.

Schedens Offensive ließ nach
Beide fanden in der 63. Minute auch unmittelbar hintereinander Riesenchancen auf das 2:1 vor. Erst brachte der Valencia-Stümer den Ball aus nächster Nähe nicht am ausgezeichnet disponierten Keeper Andreas Isaksson vorbei, dann traf Torres statt ins Tor ein schwedisches Bein (Corner). Isaksson war auch in der 68. Minute auf dem Posten, als er einen 20-Meter-Schuss des Brasilo-Spaniers Senna zur Ecke drehte. Kurz vor Schluss parierte er noch einen 17-Meter-Schuss von Torres.

Die Schweden arbeiteten sich nur noch einmal gefährlich vor das Tor vor, aber Henrik Larsson und Elmander kamen in der 77. Minute bei einem quer hereingespielten Ball zu spät. Zehn Minuten später verließ mit Larsson auch Schwedens zweiter Top-Star das Feld, für ihn kam Kim Kallström. Letztlich wurden die größeren Bemühungen der Spanier (Ballbesitz 62:38 Prozent) aber doch belohnt, und Villa mausert sich mit bereits vier Toren zum ersten großen Helden dieser EURO 2008.

Royale Schlachtenbummler
Blaublütig waren diesmal übrigens nur die Schweden vertreten. Kronprinz Carl Philip verfolgte die Partie auf der VIP-Tribüne, Spaniens Felipe und seine Frau Letizia Ortiz waren im Gegensatz zum Auftaktspiel gegen Russland diesmal nicht dabei. Auf den Tribünen des gemeinen Volkes aber gingen die rot- und gelb-blauen Flecken ineinander über. Doch blieb alles - wie schon zuvor in der Innenstadt - friedlich.

Spanien ist nunmehr bereits seit 18 Spielen ungeschlagen. Seit einem 0:1 gegen Rumänien in einem Testspiel in Cadiz im November 2006 wurden 16 Spiele gewonnen und nur zwei remisiert. Insgesamt hat Spanien nun eine leicht positive Bilanz gegen die Blau-Gelben: In 13 Spielen gab es 6 Siege, 4 Remis und 3 Niederlagen. Das Torverhältnis lautet 21:15.

Schweden - Spanien 1:2 (1:1)
Innsbruck, Tivoli-Stadion, 30.772 Zuschauer (ausverkauft),
SR Pieter Vink (NED).

Tore:
0:1 (15.) Torres
1:1 (34.) Ibrahimovic
1:2 (92.) Villa

Schweden: Isaksson - Stoor, Mellberg, Hansson, Nilsson - Elmander (79. S. Larsson), Andersson, Svensson, Ljungberg - H. Larsson (87. Källström), Ibrahimovic (46. Rosenberg)

Spanien: Casillas - Ramos, Marchena, Puyol (24. Albiol), Capdevila - Senna - Iniesta (59. Cazorla), Xavi (59. Fabregas), Silva - Villa, Torres

Gelbe Karten: Svensson bzw. Marchena

(apa/red)

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