Spanien mit Respekt vor nordischem Sturm:
Ibrahimovic & Larsson ausdrücklich gelobt

Joan Capdevila: Larssons "Kopf ist wie ein Hammer" Diskussionen über Zwist zwischen Aragones & Torres

Die "Schwedenbombe" von Zlatan Ibrahimovic zum 1:0 gegen Griechenland hat auch im Lager der spanischen Fußball-Nationalmannschaft in Neustift im Stubaital voll eingeschlagen. Vor ihrem zweiten Gruppenspiel heute gegen Schweden in Innsbruck (18 Uhr/LIVE auf news.at) zeigt die Truppe von Teamchef Luis Aragones großen Respekt vor den Skandinaviern. Vor allem das Stürmer-Duo Ibrahimovic und Henrik Larsson wurde über den grünen Klee gelobt.

Larsson ist aus seiner Zeit beim FC Barcelona (2004-2006) in Spanien kein Unbekannter. "Sein Kopf ist wie ein Hammer", formulierte Verteidiger Joan Capdevila (Villarreal), "und einen guten Schuss hat er auch." Kaderspieler Juanito von Betis Sevilla ergänzte: "Er ist kein Spieler, der viel dribbelt, sondern einer, der die Aktionen abschließen will. Ein Goleador eben mit viel Erfahrung." Dass Schwedens Coach Lars Lagerbäck den nunmehrigen Helsingborg-Stürmer aus der Team-Pension zurückgeholt hatte, bedeute für die spanische Abwehr jedenfalls Mehrarbeit. "Wir werden sehr aufpassen müssen." Vor allem weil er mit Ibrahimovic sehr gut harmoniere.

"Darf nicht in Strafraum kommen"
Der Schwede mit einem bosniakischen (moslemischen) Vater und einer kroatischen Mutter, der in Italien bei Inter Mailand sein gutes Geld verdient, imponierte nicht zuletzt durch seine starke Leistung beim 2:0-Sieg der Schwedenin Salzburg gegen die Defensiv-Truppe aus Griechenland. "Er ist nur schwer zu stoppen", zeigte sich Capdevila von Ibrahimovic beeindruckt, um gleich eine schlaue Taktik vorzugeben: "Wir müssen schauen, dass er möglichst nicht in unseren Strafraum kommt. Je weiter er von unserem Tor entfernt bleibt, umso besser."

Schweden ist nach Ansicht des Villarreal-Verteidigers aber überhaupt der "schwerste der drei Gegner" in der Vorrundengruppe D, in der die Spanier Russland im Innsbrucker Tivoli-Stadion mit 4:1 abserviert hatten. "Aber wir wollen gewinnen, weil wir dann praktisch im Viertelfinale stehen." In der Qualifikation zur EURO 2008 hatte "La Roja" aber die Gefährlichkeit der Skandinavier zu spüren bekommen. "Wir haben da eine bittere Niederlage eingesteckt", erinnerte sich Cadevila an den 7. Oktober 2006, als es in Stockholm ein 0:2 setzte.

Das Rückspiel konnte dann freilich etwas mehr als ein Jahr später in Madrid mit 3:0 gewonnen werden, womit Spanien eine leicht positive Bilanz gegen die Blau-Gelben aufweisen kann: In 12 Spielen gab es 5 Siege, 4 Remis und 3 Niederlagen. Das Torverhältnis lautet 19:14.

Keine Veränderungen bei Spanien
Große Veränderungen in der spanischen Aufstellung werden für das Spiel keine erwartet. Zumindest im Training ließ sich Coach Luis Aragones noch nicht in die Karten blicken. "Gegen Russland hat es gut funktioniert, es gab ein gutes Resultat, also wird es eher keine oder höchsten geringfügige Änderungen geben", mutmaßte Juanito.

Auch Sergio Garcia, Stürmer bei Real Saragossa, sah es ähnlich: Ich glaube, wir wiederholen die Aufstellung. Die Mannschaft hat gegen Russland gut gespielt, da ändert man üblicherweise wenig." Garcia und Juanito dürften damit wenig Chancen haben, in der Startelf aufzuscheinen. Doch gibt Juanito noch nicht auf: "Das Turnier dauert ja hoffentlich noch lang für uns, da gibt es für alle die Chance, zum Einsatz zu kommen."

Gegen Russland hatte Aragones gegen die "Sbornaja" folgende Spieler eingesetzt: Iker Casillas - Sergio Ramos, Carlos Marchena, Carles Puyol, Joan Capdevila, Marcos Senna, Andres Iniesta (63. Santi Cazorla), Xavi, David Silva (77. Xabi Alonso) - David Villa, Fernando Torres (54. Francesc Fabregas).

Zwist zwischen Torres & Aragones
Dass Torres bei seiner frühen Auswechslung dem Teamchef den Handschlag verweigerte, worauf dieser darüber ein bisschen brummelig war ("Das bleibt nicht so stehen, aber solche Sachen besprechen wir intern"), ist zumindest im medialen Umfeld der "Seleccion" noch immer ein Riesenthema.

Die Spieler selbst sehen die Causa etwas relaxter: "Wir werden uns die gute Stimmung im Team durch so etwas nicht kaputt machen lassen. Das ist Fußball. Da ist es normal, dass er sich über den Tausch geärgert hat", meinte Sergio Garcia. Und Juanito sekundierte: "Wenn ein Spieler glaubt, dass er der Mannschaft noch etwas geben kann, und dann muss er vom Platz, dann ist er natürlich sauer. Aber Torres wird bei der EURO noch sehr wichtig für uns sein."

Der Frust von "el nino" über die Entscheidung von "Luis" hat freilich eine Vorgeschichte. "Es trifft immer Torres", schrieb die Sportzeitung "Marca". Deren Profi-Statistiker hatten nämlich ermittelt, dass der Liverpool-Stürmer 40 Mal von Aragones ins Team einberufen und dabei in 33 Spielen von Beginn an eingesetzt wurde.

Zu Ende spielen durfte er freilich nur 11 Partien, womit er in 22 Fällen vorzeitig vom Platz musste. So oft wie keiner seiner Kollegen. Aragones selbst kann die Diskussion nicht verstehen. Die Maßnahme habe nichts mit der Leistung von Torres zu tun gehabt. Beim Stand von 2:0 habe er mit Cesc Fabregas doch lediglich das Mittelfeld und damit die Defensive verstärkt, hatte er bereits klar gestellt. (apa/red)

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