Spanien Krise von

Der nächste Pleitekandidat?

Spanien muss Rekordzinsen auf Anleihen zahlen.

Spanien Krise - Der nächste Pleitekandidat? © Bild: APA/DPA/ Stratenschulte

Nach der schnell verflogenen Freude über den Wahlsieg der griechischen Spar-Befürworter sind am Montag verstärkt die Probleme Spaniens in den Fokus von Investoren gerückt. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen aus Madrid stieg bis auf 7,24 Prozent; so hoch war sie noch nie seit Einführung des Euro. Im Schlepptau der Spanier zogen auch italienische Renditen spürbar an.

In der Früh hatten Investoren zunächst erleichtert auf den Wahlsieg der griechischen Konservativen reagiert. Dies hatte auch den europäischen Rentenpapieren eine gewisse Entspannung gebracht. Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone sei nun zumindest weniger wahrscheinlich geworden, so die Begründung. Das Aufatmen war aber nur kurz, und schnell rückten die Probleme der gesamten Euro-Zone wieder in den Blick.

Sorgenkind Spanien
"Um ehrlich zu sein, Griechenland liegt schon wieder nicht mehr so im Fokus", sagte Zinsstrategin Alisabeth Afseth von Investec in London. "Es ist ohne Zweifel sehr wichtig, aber die noch entscheidendere Frage ist derzeit, wie man Spanien in den Griff bekommt. Da zeichnet sich bislang keine befriedigende Lösung ab."

Spaniens großes Problem sind seine wegen fauler Immobilienkredite hoch verschuldeten Banken. Erst vor einer Woche hatte sich das Land dazu durchgerungen, für die Institute europäische Rettungsgelder zu beantragen. Unklar ist allerdings nach wie vor, wie hoch die Hilfen ausfallen und aus welchem Topf sie kommen sollen. Zudem fürchten Analysten, dass die dann noch höhere Staatsverschuldung Madrid über den Kopf wachsen könnte. Griechenland, Irland und Portugal hatten sich jeweils zu Hilfsanträgen gezwungen gesehen, kurz nachdem die Renditen ihrer Staatsanleihen über die Sieben-Prozent-Marke geklettert waren.

Von den unklaren Perspektiven für die Südeuropäer profitierten wieder einmal die als sicherer Hafen geltendendeutschen Bundesanleihen. Die zehnjährigen Papiere rentierten mit 1,41 (1,45) Prozent.

Spanien fordert unterdessen ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank, um weitere Zinsaufschläge zu verhindern.

Kommentare

Euro Krise - EU Krise Solange die EU Politiker nicht verstanden haben dass Spekulanten alle Länder solange abgrasen werden bis nichts mehr geht, wird ein Land nach dem anderen dran glauben müssen. Die Unfähigkeit der EU, dem zügellosen Treiben am Finanzmarkt einen Riegel vorzuschieben da wo die Existenz von Menschen und Nationen auf dem Spiel steht, ist letztendlich auch der Grund dafür, warum jetzt Milliarden versenkt werden. Wir Steuerzahler spielen mit unserem Steuergeld ungewollt im Euro-Casino mit. Die EU Politiker versetzen unser letztes Hemd und glauben an den Weihnachtsmann. Blöd nur, dass es den für uns nicht gibt und immer die Banken abzocken während wir Pleite gehn.

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