Spanien von

Juan Carlos kämpft gegen
Vaterschaftsklage

Einspruch gegen Zulassung der Klage einer 48-jährigen Belgierin eingelegt

Ex-König Juan Carlos © Bild: APA/EPA/Olivier Hoslet

Spaniens früherer König Juan Carlos wehrt sich gegen eine Vaterschaftsklage. Die Anwälte des 77-Jährigen legten gegen die Zulassung eines von einer Hausfrau aus Belgien gestellten Klageantrags Einspruch ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur efe und andere spanische Medien am Samstag unter Berufung auf Justizkreise in Madrid berichtete.

Die 48-Jährige behauptet, ihre Mutter habe 1965 in Marbella eine Romanze mit dem damaligen spanischen Prinzen gehabt. Ihr Antrag wurde vor einem Monat vom Obersten Gerichtshof Spaniens zugelassen. Die Staatsanwaltschaft hatte damals die Zurückweisung der Klage wegen nicht ausreichender Beweise beantragt.

Im Einspruchsantrag hätten die Anwälte jetzt die "Seriosität und Kohärenz" der von der Belgierin gemachten Angaben in Zweifel gezogen, so efe. Das Königshaus wollte den Einspruchsantrag nicht kommentieren. Es handle sich um "eine private Angelegenheit" von Juan Carlos, hieß es auf Anfrage.

Frau fordert DNA-Test

Kurz vor Ablauf der Einspruchsfrist habe am Samstag auch die Klagestellerin den Beschluss des Obersten Gerichts angefochten, berichtete der Fernsehsender RTVE unter Berufung auf Justizkreise in Madrid. Die Belgierin habe in ihrem Einspruch bemängelt, dass Juan Carlos nicht zur Abgabe einer DNA-Probe aufgefordert worden sei, hieß es. Eine Entscheidung über beide Einspruchsanträge wird nach Medienberichten nicht vor Mitte März erwartet.

Die Frau hatte ihre Klage schon vor Jahren eingereicht. Diese war damals unter Verweis auf die in der Verfassung festgeschriebene Immunität des Monarchen jedoch zurückgewiesen worden. Nach der Abdankung von Juan Carlos im Juni 2014 wurde der Schutz des Ex-Königs eingeschränkt. Seither kann der Vater von König Felipe VI. nur vom Obersten Gerichtshof zur Rechenschaft gezogen werden.

Mutter wusste nicht, wer Juan Carlos war

Die Mutter der Belgierin soll bei ihrer angeblichen Romanze 1965 an der Costa del Sol in Südspanien nach Medienberichten gar nicht gewusst haben, wer ihr junger spanischer Verehrer war. Der damalige Kronprinz Juan Carlos war zu dieser Zeit seit drei Jahren mit der späteren Königin Sofia verheiratet. Als die Mutter mehrere Jahre später daheim in Belgien Juan Carlos im Fernsehen sah, habe sie ihrer Tochter anvertraut, dass dies ihr Vater sei.

Eine zweite Vaterschaftsklage gegen Juan Carlos hatte der Oberste Gerichtshof ebenfalls vor einem Monat zurückgewiesen. Sie war von einem 58-jährigen Katalanen eingereicht worden.

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