EM 2016 von

Spanien hat gegen Türkei Achtelfinale im Visier

Jordi Alba fordert bessere Chancenauswertung © Bild: APA (AFP)

Spaniens Fußball-Nationalteam will im Zuge der dritten EM-Titelmission en suite auf schnellsten Weg ins Achtelfinale. Dafür ist nach dem mühsamen 1:0-Auftakterfolg über Tschechien ein weiterer Sieg am Freitagabend (21.00 Uhr) in Nizza gegen die Türkei nötig. "Wir müssen unsere Chancen diesmal besser nützen", forderte Linksverteidiger Jordi Alba, der glaubt, dass es diesmal kein Geduldspiel wird.

Gegen die extrem defensiv agierenden Tschechen brachte erst ein Kopfballtor von Gerard Pique in der 87. Minute die Erlösung für den Topfavoriten, der zuvor Chancen in Hülle und Fülle ausgelassen hatte. Da die Türkei nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen Kroatien aber unter Druck steht und offensiver agieren muss, hofft der Rekordeuropameister in seinem zweiten EM-Gruppenspiel mehr Räume vorzufinden als gegen den engmaschigen Abwehrriegel der Tschechen.

"Unser Ziel ist natürlich der Gruppensieg", stellte Spaniens Erfolgscoach Vicente del Bosque klar und nahm gleichzeitig wieder einmal seine Stürmer in die Pflicht, die "mehr Tore erzielen" müssen. "Wir haben alles, um Tore zu schießen. Am wichtigsten ist aber der Sieg und nicht, ob wir vier, fünf oder sechs Tore erzielen", ergänzte Bayern-Profi Thiago Alcantara, der wie Alba einen aggressiven und gefährlichen Gegner erwartete.

"Gegen Spanien wird die Türkei auf dem Platz stehen, die wir alle sehen wollen", versprach indes der türkische Teamchef Fatih Terim. Ein Blick auf die Statistik spricht allerdings ganz klar gegen den Außenseiter: Der bisher einzige Sieg der Türken über die Spanier datiert vom 14. März 1954, als man in Istanbul in der WM-Qualifikation 1:0 gewann. Zuletzt feierten die Iberer im Jahr 2009 zwei knappe Quali-Siege (1:0/heim und 2:1/auswärts) und holten dann 2010 in Südafrika den WM-Titel.

Und auch die katastrophale Vorstellung gegen Kroatien verhieß nichts Gutes für das Duell mit dem Titelverteidiger. Terim führte "Transferverhandlungen", "Probleme im Privatleben" und "wenig Spielpraxis" als Gründe für den EM-Fehlstart an, für den sich Teamkapitän und Barcelona-Star Arda Turan sogar öffentlich bei seinen Landsleuten entschuldigte.

Gleichzeitig betonte Terim, dass er "kein Verständnis" für die Diskussionen über Ozan Tufans Frisur oder den künftigen Dortmund-Legionär Emre Mor, der für ein Foto mit Kroatiens Mittelfeldstar Luka Modric in den Katakomben gewartet hatte, zeige. "Ich habe meinen Spielern gesagt: Geht raus und präsentiert euch von eurer besten Seite", betonte der 62-Jährige, dass er nun gegen Spanien eine entsprechende Reaktion erwarte, damit die Türkei an ihren EM-Halbfinalerfolg von 2008 anschließen kann.