Später Doppelschlag: Mattersburg vereitelt einen Fehlstart ins Bundesliga-Frühjahr

2:2-Unentschieden im Heimspiel gegen die SV Ried Burgenländer bleiben weiter 16 Partien ohne Sieg

Später Doppelschlag: Mattersburg vereitelt einen Fehlstart ins Bundesliga-Frühjahr © Bild: APA/AGENTUR DIENER/SCHALBER

Der stark abstiegsgefährdete SV Mattersburg hat zum Frühjahrs-Auftakt der Bundesliga zumindest einen Teilerfolg geschafft. Die Burgenländer trennten sich dank eines furiosen Finish im Pappelstadion von der SV Ried nach einem 0:2-Rückstand noch mit 2:2 (0:1). Die Elf von Coach Franz Lederer ist aber nun schon seit 16 Partien bzw. dem 23. August 2008 (2:1 gegen Kapfenberg) sieglos.

Die Mattersburger (14 Punkte), die zum ersten Mal nach zuletzt vier Niederlagen in Serie einen Punkt holten, liegen damit zumindest einen Zähler vor Schlusslicht Altach (13), dessen Samstag-Partie gegen den LASK abgesagt wurde. Die Rieder (33) zogen demgegenüber an Austria Kärnten (32/drei Spiele weniger) vorbei und sind jetzt Fünfter. Nach Toren von Nacho (12.) und Herwig Drechsel (78.) sahen die Oberösterreicher wie der sichere Sieger aus, Mravac (82.) und ein Burgstaller-Eigentor (84.) brachten den Hausherren aber doch noch einen Punktgewinn.

Vor der Partie hatte Lederer noch erklärt, dass seine Spieler den Ernst der Lage in einer guten Vorbereitung erkannt hatten. Mit dem Anpfiff war von den guten Vorsätzen aber kaum etwas zu sehen. Die Burgenländer machten viele Fehler im Spielaufbau, Fehlpasses und waren vor allem in der Offensive an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Das Sturmduo Carsten Jancker und Matthias Lindner blieb vor der Pause ohne eine einzige Tormöglichkeit. "Wir hatten Glück, dass es nicht 3 oder 4:0 steht. Ich habe am Platz nicht gesehen, was ich in den Tagen vorher gehört habe", sagte Mattersburgs Obmann Martin Pucher in der Pause.

Die Gäste boten hingegen eine erfrischende Vorstellung, schon nach sechs Minuten ging ein Kopfball von Hamdi Salihi nach Nacho-Vorarbeit knapp am langen Eck vorbei. Sechs Minuten später stand dann der Spanier selbst im Mittelpunkt: Nach einem Berger-Zuspiel agierten Pauschenwein und Mravac zu zögerlich, und der 26-Jährige schoss unhaltbar für Mattersburg-Goalie Borenitsch zum 1:0 ein (12.).

Nach dem frühen Rückstand agierten die Burgenländer noch nervöser und die Rieder kamen zu zahlreichen Einschussmöglichkeiten. Brenner (20.) schoss genauso am langen Eck vorbei wie Nacho nach einem Konter (21.). Außerdem musste sich Borenitsch bei einem der gefährlichen Schüsse von Nacho auszeichnen (32.) und ging ein Salihi-Kopfball nach Lexa-Flanke über die Latte (39.).

Nach dem Seitenwechsel brachte Lederer mit Ilco Naumoski (für Lindner) und dem 24-jährigen Mittelfeld-Zugang Ostoja Stjepanovic (für Lindner/beide 56. Minute) frisches Blut, aber auch das Duo konnte sich nicht entscheidend in Szene setzen, es änderte sich nur wenig am Spielgeschehen. Für die Rieder, die sich mit der Fortdauer der Partie mit der knappen Führung begnügten, hätte einmal mehr Nacho für die Vorentscheidung sorgen können, Borenitsch wehrte dessen Schuss aber zur Ecke ab (49.).

In der Schlussphase wurde die Partie bei immer stärkerem Schneefall aber noch einmal unheimlich spannend. Zuerst sahen die Oberösterreicher als sicherer Sieger aus, nachdem Kapitän Herwig Drechsel nach einer Kombination über Mader und Salihi zum 2:0 einschoss (78.). Wie aus dem Nichts kam die Lederer-Truppe aber zurück ins Spiel. Nach einer Naumoski-Kopfballvorlage sorgte der aufgerückte Mravac mit einem Fallrückzieher für den Anschlusstreffer (82.). Zwei Minuten später durften die Fans der Burgenländer gleich nochmals jubeln: Einen Naumoski-Schuss fälschte Burgstaller, der den Ball eigentlich hatte wegschießen wollen, unhaltbar für Goalie Gebauer ins eigene Gehäuse ab (84.). Die Rieder haben damit in 19 Auswärtspartien (6 von 36 möglichen Punkten) weiter nur einmal gewonnen.

SV Mattersburg - SV Ried 2:2 (0:1)
Pappelstadion, 2.800 Zuschauer, SR Lechner

Torfolge:
0:1 (12.) Nacho
0:2 (78.) Drechsel
1:2 (82.) Mravac
2:2 (84.) Burgstaller (Eigentor)

Mattersburg: Borenitsch - Pauschenwein (76. Seidl), Mravac, Rath - Sedloski - Atan, Velicky, Mörz, Lindström (56. Stjepanovic) - Jancker, Lindner (56. Naumoski)

Ried: Gebauer - Stocklasa, Glasner, Burgstaller - Brenner, Mader, Berger - Lexa, Drechsel (92. Kovacevic), Nacho (86. Yeray Ortega) - Salihi

Gelbe Karten: Pauschenwein, Atan, Jancker, Naumoski bzw. Berger, Brenner

(apa/red)

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