"Späte DDR-Methoden" am Küniglberg?
ORF-Direktoren orten einen Abhörskandal

Strobl ließ Gespräche mit Journalisten mitschneiden Kommunikationschef: Nur ein "Stimmungsbericht"

In der ORF-Geschäftsführung gibt es nach der Abwahl von Informationsdirektor Elmar Oberhauser neuen Wirbel: Stein des Anstoßes ist eine Mitarbeiterin des ORF, die vor dem Stiftungsratssaal am vergangenen Donnerstag im Auftrag von Kommunikationschef Pius Strobl Gespräche von Journalisten mit Direktoren mitschnitt. Programmdirektor Wolfgang Lorenz spricht nun von einem "Abhörskandal" und fordert von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz Konsequenzen. Strobl spricht von einem Missverständnis und betont, man habe die Aufnahmen vernichtet.

"Späte DDR-Methoden" am Küniglberg?
ORF-Direktoren orten einen Abhörskandal

Lorenz kritisiert den mächtigen ORF-Kommunikationschef und Wrabetz-Vertrauten Strobl in einem Interview mit der Tageszeitung "Österreich" mit scharfen Worten. "Wir können diese blamable Situation nicht auf unserem Unternehmen sitzen lassen. Da gibt der Kommunikationschef des Hauses einen Abhör-Auftrag. Das zeigt, was für eine pervertierte Vorstellung von Kommunikation er hat. Wo sind wir denn da? Das erinnert an späte DDR-Methoden. Untragbar!" Er will den Vorfall zum Thema in der nächsten Geschäftsführersitzung des ORF machen. "Alle Direktoren sind sehr erbost. Das sind Sitten, die man sich verbitten muss", meinte er. "Es ist absolut empörend, dass man unsere Gespräche mit euch Journalisten abhören wollte - und das im Auftrag von ORF-Kommunikationschef Pius Strobl."

Nur "eine Art Stimmungsbericht"?
Dieser versuchte am Sonntag im Gespräch zu kalmieren: Er habe eine Mitarbeiterin der Cross Promotion aus seiner Abteilung gebeten, Interviews aufzunehmen, sagte Strobl. Ziel sei es gewesen, "eine Art Stimmungsbericht" für die Kollegen in den Bundesländern zu machen. Nachdem keine klassischen Interviewsituationen mehr erkennbar gewesen seien, habe er erkannt, dass das nicht so einfach gehe. "Alle Aufnahmen wurden vernichtet, nachdem ich gehört hatte, was passiert ist", sagte Strobl. "Das war nicht für die Veröffentlichung gedacht, sondern für die Kolleginnen und Kollegen intern." Und: "Nachdem es kritisches Hinterfragen gegeben hat, habe ich die Kollegin abgezogen." Er halte "die Aufregung für höchst unzulässig und die bewusst gemachten falschen Unterstellungen für äußerst kritisierbar", sagte der Kommunikationschef.

Die Mitarbeiterin der Cross-Promotion hatte am Donnerstag für erhebliche Irritationen unter Journalisten und ORF-Direktoren gesorgt. Ausgestattet mit einem digitalen Aufnahmegerät hatte sie sich wortlos neben Anwesende gestellt und deren Gespräche aufgezeichnet. Den Höhepunkt markierte eine Situation, in der die drei Direktoren Lorenz, Karl Amon und Thomas Prantner sich im Plauderton unterhielten, nachdem sie vor Journalisten klargestellt hatten, keine Statements abgeben zu wollen, und die Mitarbeiterin zu ihnen schritt und ihnen das Aufnahmegerät unter die Nase hielt und das Zwiegespräch mitschnitt. "Im Auftrag von Herrn Strobl", beschied die Mitarbeiterin auf erboste Nachfragen zu ihrer Tätigkeit. "Kindisch", fand Radiodirektor Amon und nahm ihr das Gerät aus der Hand. (apa/red)

Kommentare

Vertrauensfördernd? Beim ORF da bricht man die Gesetze,
betreibt auf Oberhauser hetze,
hört Readakteure einfach ab,
die Seherquoten werden knapp
politisch wohl nochmotiviert,
sollte man sehen wohin es führt,
und die Moral von der Geschicht,
solch ner Regierung trau ich nicht.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
http://jachwe.wordpress.com

Demokratisch? Das man §4 des ORF Gesetzes nicht einhält und daher der demokratischen Pflicht im Wahlbereich nicht nachkommt, ist inzwischen allen bekannt, dass man Elmar Oberhauser, weil er die Demokratie wieder herstellen wollte hinausgeschmissen hat auch, was aber kommt noch alles hoch?

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
http://jachwe.wordpress.com

Stasi-ORF Wr sagts denn ständig?
Weg mit dem Wrabetz! Seit der am ruder ist, hauts hinten und vorne nicht mehr hin, mitn ORF!
Den verdientesten Mitarbeiter ekelt und mobbt und schmeißt er raus, dabei gehört er selber raus!

@ Christian: Hör amal auf, ständig denselben Sch.... zu verzapfen! Was hat das mit der Parteienlandschaft zu tun? Nichts!
Und zwangsbeglückte Beitragszahler gibts bei jedem Staatsfunk ! Sei froh, dass Du net andere Sender unterstützen mußt! Die sind noch teurer und/aber haben ein noch schlechteres Programm!
Da darfst jeden Film 3 mal im Jahr ansehen!

Wie lange müssen wir diese Bonzen mit unseren Zwangsbeiträgen noch unterstützen? Schon wieder ein Beispiel, wie sich SPÖ+ÖVP einen Teil des Staates, den wir mit unseren Zwangsbeiträgen sponsern müssen, untereinander im Proporz aufgeteilt haben.

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