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Sozialpartner-Streit über neues Gehaltsschema im Handel

Gewerkschaft: Handel will Gehaltskürzungen für jeden zweiten Beschäftigten

Ein neues Gehaltsschema für die rund 500.000 Beschäftigten im Handel ist vorerst gescheitert. Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) wirft den Arbeitgebern Lohndumping vor, was diese wiederum so nicht stehen lassen wollen. Sie würden viele Verbesserungen für die Arbeitnehmer vorschlagen, die Gehaltsforderungen der GPA seien aber überzogen.

Mittlerweile sind sich die Sozialpartner nicht einmal mehr einig wie lange schon an dem neuen Gehaltsschema gearbeitet wird - laut GPA seit Sommer 2013, laut Wirtschaftskammer (WKÖ) seit knapp zwei Jahren.

Laut den Verhandlern auf GPA-Seite, Georg Brantner und Anita Palkovich, würde der Vorschlag der Arbeitgeber für jeden zweiten Handelsangestellten eine Gehaltskürzung bedeuten. Dem hält die Bundessparte Handel entgegen: "Beim Umstieg ins neue System würden stets die höheren Gehälter für die Mitarbeiter zum Tragen kommen. Aufgrund der unrealistisch hoch veranschlagten finanziellen Forderungen der Gewerkschaft, würde das jedoch zu einem Anstieg der Gehälter von 4,8 bis 18 Prozent führen."

Eine einprozentige Gehaltssteigerung bedeute für ein größeres Handelsunternehmen Mehrausgaben in der Höhe von 20 Mio. Euro, so Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Sparte Handel in der WKÖ.

Zum Vergleich: Der deutsche Rewe-Konzern hatte in Österreich mit seinen Marken Billa, Merkur, Bipa und Adeg im Vorjahr einen Umsatz von 8,14 Mrd. Euro erwirtschaftet. Mitbewerber Spar hat im Kerngeschäft Lebensmittelhandel 6,1 Mrd. Euro umgesetzt. Beide zusammen beschäftigen über 80.000 Mitarbeiter.

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