Soziale Netzwerke von

Unsicheres Internet

Trotz Gefahren und Unsicherheit wird auf soziale Netzwerke nicht mehr verzichtet

Kriminelelr im WWW © Bild: Thinkstock

Es ist eine Krux mit dem Internet: Die Österreicher hätten gerne mehr Schutz im World Wide Web, die Unsicherheit empfinden sie als extrem hoch, dennoch schrecken sie nicht davor zurück, in sozialen Netzwerken recht Privates preiszugeben. Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut GfK im Auftrag des Mobilfunkbetreibers A1 ergab, hat allerdings die Causa Edward Snowden die Österreicher noch weiter verunsichert, wie am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt gegeben wurde.

GfK hatte die Umfrage zunächst im Mai und Juni durchgeführt. Da sagte die Hälfte der 1.000 Befragten, dass sie das Internet als nicht sicher erachten (mehr Frauen als Männer). Nach Bekanntwerden der Snowden-Affäre wurde die Umfrage erneut durchgeführt. Dann sprachen 65 Prozent ihre Unsicherheit mit dem Netz aus, so Angelika Kofler von GfK. Obwohl die Österreicher dem WWW nicht wirklich trauen, geben sie dennoch gerne ihre persönlichen Daten preis. 52 Prozent veröffentlichen private Informationen über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Xing. Aber auch in Foren (14 Prozent), in Single-Plattformen (elf Prozent) sowie auf persönlichen Websites und Blogs (elf Prozent) wird Persönliches veröffentlicht.

Am größten ist die Angst, dass Bankdaten (94 Prozent) und Kreditkartendaten (84 Prozent) preisgegeben werden könnten. 68 Prozent sehen Finanzdaten wie Steuerakten, aber auch Krankenakten und andere gesundheitsbezogene Daten (57 Prozent) als besonders schützenswert. Interessanterweise ist es den Österreichern wichtiger, dass private Kontakte und Emails (47 Prozent) eher geschützt werden als berufliche (28 Prozent). "60 Prozent der Angriffe kommen nicht von außen, sondern von innen von den Mitarbeitern, weil die Leute mit ihren Daten sorglos umgehen", sagte A1-Technikvorstand Marcus Grausam. Und obwohl die Befragten wissen, dass manche Apps als unsicher gelten, wollen sie auf jene wie Facebook oder Whatsapp nicht verzichten, "weil sie zum Alltag geworden sind", so Kofler.

Schutz vor der Weite des Internets wird zwar gewünscht, aber am liebsten gratis und ohne viel Aufsehen. 57 Prozent nutzen einen kostenlosen Virenschutz am PC, ein kostenpflichtiges Programm wird nur von 36 Prozent der Befragten genutzt. 94 Prozent nutzen zwar Passwörter, um ihre Gerätschaften zu schützen, doch 38 Prozent ändern diese so gut wie nie. 29 Prozent verwenden leicht zu merkende Passwörter wie Namen oder Geburtsdaten. Und fast die Hälfte nutzt nur ein Passwort für mehrere Accounts.

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