Soziale Netzwerke von

Studie zu Facebook:
Nutzer sind ahnungslos

Facebook auf dem Smartphone. © Bild: APA/Helmut Fohringer

Wenn die Nutzer wüssten, was Facebook ihnen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) abverlangt, würden die meisten nicht zustimmen. Das ergibt eine aktuelle Studie der Uni Wien.

Klarnamenpflicht? Kein Problem. Facebook kann auch alle Eingaben seiner Nutzer zur Entwicklung seiner Produkte verwenden. So weit, so gut. Wer den AGBs des Unternehmens zustimmt, willigt mit den Klauseln unter anderem aber ebenso ein, dass Profilbilder und persönliche Daten zu Werbezwecken verwendet werden dürfen. Dass Nutzerdaten in die USA und an Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden können. Das wissen nur wenige.

Das belegt eine aktuelle Studie des Instituts für Staats- und Verwaltungsrecht an der Uni Wien, die unter 1.019 österreichischen Nutzern zwischen 14 und 70 Jahren durchgeführt worden ist. "99 Prozent der Befragten wissen nicht darüber Bescheid, dass sie in alle vorgelegten Klauseln eingewilligt haben", sagt Robert Rothmann, Autor der Studie. Und nur drei Prozent würden einwilligen, wenn sie mit diesem Wissen noch einmal die Wahl hätten.

Zustimmung nur Augenauswischerei

Jetzt könnte man meinen, dass die Nutzer selbst schuld seien. Schließlich könne man sich die Zeit nehmen und die AGBs vor Zustimmung einfach durchlesen. Rothmann wendet ein, dass das nur "dogmatische Funktion" habe. Für juristische Laien sei ein Verständnis quasi unmöglich, es sei lediglich ein einseitiger Schutz für die Betreiber sozialer Netzwerke und ermöglicht eine datenschutzrechtliche Übervorteilung der Verbraucher im digitalen Massengeschäft.

Weitere Ergebnisse der Studie bestätigen jedenfalls, dass Nutzer weitgehend ahnungslos sind, worauf sie sich bei Facebook einlassen. Nur gut ein Drittel der Befragten wusste, dass Daten "gesammelt" und "verwendet" werden. Nur 10 Prozent der Befragten war klar, dass Daten an Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden können, beim Thema "Werbung" und "Löschen" waren es noch weniger.

Weitere Ergebnisse zur Studie

Die Allgemeinen Nutzungsbedingungen für Facebook