Soziale Netzwerke von

Sieg über Facebook

Wiener Initiative erwirkt Nachbesserungen beim Datenschutz der Internetplattform

Soziale Netzwerke - Sieg über Facebook © Bild: APA/DPA/Jansen

Das weltweit größte Online-Netzwerk Facebook muss nach Ansicht der Irischen Datenschutzkommission künftig seinen Umgang mit Nutzerdaten überdenken. In ihrem Bericht fordern die irischen Datenschützer diverse Nachbesserungen von Facebook. Gravierende Verstöße wurden aber nicht gefunden worden. Die umfassende "Betriebsprüfung" war dank Anzeigen österreichischer Studenten eingeleitet worden.

Der Wiener Jus-Student und Sprecher der Initiative "europe-v-facebook", Maximilian Schrems, zeigte sich gegenüber der APA dennoch "happy". Der Bericht würde vor allem auch einen "präventiven Faktor" haben.

Die irischen Datenschützer empfehlen unter anderem ein "umfassendes Update der Datenschutz-Policy", die Löschung aller Informationen über Nutzer und Nicht-Nutzer, die mit sogenannten "Social Plugins" (z.B. den Like-Button) gesammelt werden und eine schnellere Löschung von Daten, die aus der Interaktion von Nutzern mit der Webseite heraus entstehen. Auch der Verwendung von Nutzerdaten für gezielte Werbung müssten klare Grenzen gesetzt werden.

(Noch) keine Profile von Nicht-Mitgliedern
Der Vorwurf, dass Facebook Daten von Personen sammelt, ohne dass die Betroffenen dies merken oder dem gar zustimmen - ein zentraler Vorwurf von "europe-v-facebook", konnte von der Irischen Datenschutzbehörde nicht bestätigt werden. Facebook erstelle keine Profile von Nicht-Mitgliedern, heißt es im Bericht. "Das heißt, sie (Facebook, Anm.) tun es noch nicht, und dürfen es auch in Zukunft nicht", sagte Schrems und betonte weiter den "präventiven Faktor" der Untersuchungsergebnisse. Profile von Nicht-Mitgliedern zu generieren, sei ein "illegaler Schritt".

Der Bericht der irischen Behörde stellt aber auch Facebook selbst zufrieden. Die Internetplattform zeigte sich erfreut, dass die irische Datenschutzbehörde die Bemühungen um Schutz und Sicherheit der Nutzerdaten gelobt habe. Die Internetplattform habe sich laut der Datenschutzbehörde dazu bereiterklärt, gelöschte Daten schneller von den Servern zu entfernen. Zudem wolle man besser über die Gesichtserkennungsfunktion informieren.