Souveräne Leistung: Weidlinger und Pröll erreichen souverän 3.000 m Hindernis-Finale

Erste Finalteilnahmen für Österreich bei Göteborg-EM Endlauf findet am Freitag um 19.25 Uhr statt

Die Hindernisläufer Günther Weidlinger und Martin Pröll haben ihre Vorläufe bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Göteborg souverän gemeistert. Mit abgeklärten Leistungen erreichten sie das Finale am Freitag, in dem Platzierungen unter den besten Fünf bzw. Sechs das Ziel sind. Außenseiterchancen auf Medaillen darf sich das Duo aber durchaus ausrechnen. Das Gesamtziel des ÖLV ist nun bereits erfüllt: "Nun haben wir die zwei Finalteilnahmen, die der Verband wollte", sagte Weidlinger.

Pröll lieferte im ersten Lauf eine starke Leistung und qualifizierte sich als Vierter in 8:31,34 Minuten direkt. Nach diesem eher langsamen Vorlauf war für Günther Weidlinger klar, dass eine Zeit unter 8:32 für den Finalaufstieg reicht, und so war auch ein flotteres Tempo zu erwarten, da auf Grund der Aufstiegsregel (Top Vier jedes Heats plus die weiteren vier Zweitschnellsten) noch die Top 8 des zweiten Heats weiterkommen konnten. Mit 8:27,53 als Sechster (auch Gesamtsechster damit) erfüllte der 28-Jährige die Pflicht, ohne sich zu überanstrengen.

"Es war nicht leicht, der Lauf war stark besetzt wie der andere auch, die Dichte ist groß. Jetzt bin ich unter den Top 12, das freut mich sehr", meinte Pröll zu seiner Leistung, während er sich am Monitor in der Mixed-Zone das Rennen seines Kollegen Weidlingers ansah und meinte: "Er muss nur 8:32 unterbieten, das ist kein Problem für ihn."

Pröll, neuerdings mit Halskette, an der die Initialen TCB hängen ("Take care of Business"), war sich spätestens beim Sturz des Franzosen Vincent le Dauphin nach dem Wassergraben 550 m vor dem Ziel sicher, dass er weiterkommt. "Der erste Gedanke war, für mich ist das ein Glück. Ich habe immer gesagt, ich will es direkt schaffen, dazu musste ich Vierter werden. Die letzte Runde bin ich dann nicht mehr voll gelaufen. Da sind noch Reserven." Er sei dieses Mal auch froh gewesen, schon im ersten Lauf an der Reihe zu sein. Der gestürzte Franzose Vincent Le Dauphin hat sich einen Achillessehnenriss (links) zugezogen.

Die Favoriten kamen alle weiter, hinter dem Niederländer Simon Vroemen klassierten sich die Spanier Jose Luis Blanco und Cesar Perez, die sich bereits auf der Zielgeraden an den Händen reichten und zum Aufstieg gratulierten. In Weidlingers Rennen war Antonio David Jimenez der Schnellste, damit sind sie Spanier mit drei Mann und die Österreicher mit zwei im Finale am stärksten vertreten.

Weidlinger, im Ullevi-Stadion von Göteborg 1999 U23-Europameister, war sehr nervös vor dem Rennen. Er hatte vernommen, dass der Franzose Bouabdellah Tahri und der Schwede Mustafa Mohamed Tempo machen wollten, und dachte, er überlässt ihnen die Arbeit. "Dann war die Durchgangszeit aber nicht gut und ich bin nervös geworden und musste was machen." Er forcierte das Tempo und stieg am Ende locker auf. "Die letzte Runde bin ich nur noch ausgetrabt."

Dass im Finale viel möglich ist, weiß Weidlinger. "Martin ist heute super gelaufen, er ist auch noch gespurtet, das hat er gut gemacht. Die Chance besteht also für uns beide."

(apa/red)