Sotschi von

Pussy Riot ausgepeitscht

Bei Festnahme gingen Kosaken mit Peitschen auf die vermummten Aktivistinnen los

Die russische Frauenpunkband Pussy Riot wurde bei der Festnahme in Sotschi offenbar ausgepeitscht. Fotos zeigen Kosaken, die mit Peitschen auf die Aktivistinnen los gehen. Unterdessen wurde ein neues kremlkritisches Video veröffentlicht, das in der Olympiastadt gedreht wurde. Darin werden auch die Prügelaufnahmen gezeigt.

Das Lied mit dem Titel "Putin lehrt Euch die Liebe zu Eurem Vaterland", mit dem Pussy Riot erneut gegen Wladimir Putin protestiert, ist das erste Musikprojekt der beiden Bandmitglieder Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Alechina (Aljochina) seit ihrer Freilassung aus dem Straflager Ende Dezember.

Gewalt gegen Aktivistinnen

In dem gut zweieinhalb Minuten langen Video schwimmen mehrere Pussy-Riot-Aktivistinnen mit bunten Strumpfmasken vor der Küste von Sotschi im Schwarzen Meer und tanzen vor den Olympischen Ringen. Außerdem ist zu sehen, wie Bereitschaftspolizisten und Kosaken in traditioneller Tracht mit Peitschen und Schlagstöcken auf die Frauen losgehen. Zu den Zusammenstößen war es nach Angaben der Aktivistinnen am Mittwoch bei den Dreharbeiten gekommen.

In dem russischsprachigen Song geht es um die Menschenrechtslage in Russland. Konkret kritisieren die Frauen, dass nach den Massenprotesten gegen Putin im Jahr 2012 immer noch Oppositionelle im Gefängnis sitzen. Außerdem verurteilen sie die Haftstrafe gegen den bekannten Umweltaktivisten Jewgeni Witischko, der Umweltsünden im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen in der Schwarzmeerstadt angeprangert hatte.

Vorübergehend festgenommen

Tolokonnikowa, Alechina und andere Aktivistinnen von Pussy Riot, einem losen Zusammenschluss von jungen russischen Künstlerinnen, sind bereits seit Anfang der Woche in Sotschi. Am Dienstag wurden die beiden Frauen dort vorübergehend festgenommen.

Tolokonnikowa und Alechina hatten 2012 an einem sogenannten Punkgebet in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale teilgenommen, das sich gegen Putin richtete. Sie wurden wegen Rowdytums zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Im Dezember kamen sie durch eine Amnestie vorzeitig frei. Mit ihrer neuen Organisation Zona Priva setzen sie sich für bessere Haftbedingungen in russischen Gefängnissen ein.

Kommentare

Es wäre schön langsam an der Zeit, zu Putin auf Distanz zu gehen, Herr Schranz und Herr Faymann! Ich denke, auf einen "Freund", der protestierende Frauen prügeln läßt, sollte man verzichten!

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