Tourismuszone von

FPÖ lehnt Sonntagsöffnung ab

Strache: "Der Sonntag soll als Tag der Familie unbedingt erhalten bleiben"

Heinz Christian Strache © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Die FPÖ lehnt eine Tourismuszone in Wien - in der auch am Sonntag eingekauft werden könnte - "strikt" ab. Das hat Parteiobmann Heinz-Christian Strache am Mittwoch in einer Aussendung betont. "Der Sonntag soll als Tag der Familie unbedingt erhalten bleiben", warnte er vor einer Umsetzung.

"Jeder Angestellte hat ein Recht auf Freizeit und Erholung, weshalb die FPÖ als soziale Heimatpartei sich klar auf die Seite der Dienstnehmer stellt", versicherte Strache. Vor allem Frauen - sie seien besonders häufig im Handel tätig - würde so ein Tag, den sie mit ihren Kindern verbringen könnten, genommen. Und die im Handel ohnehin gängigen prekären Dienstverhältnisse würden dadurch nur verschärft.

Auch Lugner skeptisch

Auch der Sonntagsöffnungs-Vorkämpfer Richard Lugner ist skeptisch - er allerdings wegen der geplanten örtlichen Abgrenzung. Für eine Tourismuszone in der Innenstadt sieht er wenig Chancen, wie er im "WirtschaftsBlatt" erklärte. Seiner Ansicht nach würden nur die großen Handelsketten aufsperren: "Kleine Kaufleute tun sich das nicht an. Die verdienen unter der Woche durch die Touristenmassen genug."

In der Tourismusbranche ist die Zustimmung hingegen groß: Klaus Ennemoser, Bundes-Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), begrüßte in einer Aussendung die "Kehrtwende" der Wiener Wirtschaftskammer, von der der jüngste Vorstoß stammt. Die Destinationen Wien bzw. Österreich würden dadurch gestärkt, zeigte er sich überzeugt. Und er hofft auf Nachahmer: Was in vielen österreichischen Feriendestinationen bereits üblich sei, solle nun auch für die internationale Tourismusmetropole Wien und "zukünftig hoffentlich auch für andere österreichischen Städte" gelten.

Gewerkschaft noch nicht alarmiert

Bei der Gewerkschaft GPA-djp ist man ob des Vorstoßes der Wiener Wirtschaftskammer zur Errichtung von Tourismuszonen, in denen die Geschäfte sonntags offenhalten sollen, noch nicht in Alarmbereitschaft: "Wir haben von der Sparte Handel noch keine offizielle Einladung zum Verhandeln bekommen", stellte Gewerkschafter Manfred Wolf am Mittwoch im APA-Gespräch klar.

Es sei zwar eine "nette Meinungsäußerung von Ruck (Wiener Wirtschaftskammerpräsident, Anm.)" gewesen, "aber er ist nicht unser Sozialpartner", so Wolf. Weder kenne die Gewerkschaft die genauen Zonen noch sei die Frage der Notwendigkeit geklärt. "In Wien kommen im Winter auf einen Einwohner drei Nächtigungen, in Lech kommen auf einen Einwohner 554 Nächtigungen", rechnete Wolf vor. "Ich sehe für Wien keinen erhöhten Bedarf", meinte Wolf.

Im Handel Beschäftigte sind verunsichert

Die Beschäftigten im Wiener Handel sind durch die Debatte um eine mögliche Sonntagsöffnung jedenfalls stark verunsichert. Das hat die Gewerkschaft am Mittwoch in einer Aussendung berichtet. Bei der Gewerkschaft würden täglich Anrufe von besorgte Handelsangestellten und von Betriebsräten eingehen, die befürchten, dass durch Sonntagsarbeit ihre Lebens- und Freizeitqualität "nachhaltig" verschlechtert werde, hieß es. "Die Verunsicherung der Beschäftigten angesichts der aktuellen Vorstöße der Wirtschaft ist groß, unsere Haltung zur Frage der Sonntagsöffnung ist unverändert: die bestehenden Regelungen sind ausreichend und Sonntagsarbeit auf dem Rücken der Beschäftigten wird es nicht geben", so Franz Georg Brantner, der stellvertretende Vorsitzender der GPA-djp Wien.

Kommentare

drowhunter melden

mhm.. und was ist mit denen: Kellner, Köche, Rezeptionisten, Polizisten, Krankenschwestern, Notdienste, Landwirte, Tierpfleger, Bäcker, Kinobetreiber, Pannendienste, Pflegekräfte, Feuerwehren, Tankstellen-Mitarbeiter, Standesbeamte, Bestatter, Hebammen, Straßenbahn und Ubahn-Fahrer, Taxi-Fahrer, Radio und Fernsehmoderatoren und all deren Mitarbeiter, Theater-Mitarbeiter und tausende andere... naja

sreicht04
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na eh, hast schon recht .. die müssen am sonntag auch arbeiten .. und nachts ..
ok, ich bin auch dafür, dass sonntags offen ist .. aber bitte, dann möchte ich auch am samstag nachmittag oder sonntag nachmittag (bin ja flexibel :) ) auch auf die ämter gehen, weil unter der woche find ich so selten zeit dazu .. am wochenende wär das viel bequemer ..

strizzi49 melden

Bla, bla, bla, bla,..... Der Strache soll sich nicht in Dinge einmischen, von denen er nix versteht! Jeder kleine Fremdenverkehrsort z.b. in Kärnten, hat eine Tourismuszone, wo die Geschäfte auch am Sonntag geöffnet sind! Und die große Fremdenverkehrsstadt Wien, hat sowas nicht! Das ist ein Witz! Und die Bediensteten brauchen nicht verunsichert sein!

strizzi49 melden

Es gibt genug Freiwillige, die am Sonntag, gegen entsprechendes Überstundenentgelt arbeiten würden! Es gibt ja das Arbeitszeit-Gesetz, und das gilt ja auch am Sonntag! Also wo ist das Problem?

sreicht04
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ja genau ... weil die "freiwilligen" dafür eingestellt werden ??? ich kann mir nicht vorstellen, daß in unserer firma dafür eigens leute eingestellt werden .. wir angestellten dürfen (sorry: müssen) herhalten ..
6-tage-woche bitte ist ja wohl genug! wo bleibt da die familie ??

Ich glaubs nicht!
Das erste mal, dass von diesem Koffer was vernünftiges kommt, Hut ab.

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