Sonntagsöffnung fand wenig Andrang: Schwaches Shopping-Finale in Wiener City

Viele Fußball-Fans zeigen sehr wenig Kaufinteresse Einzig Lugner glücklich: 'Es brummt wieder ordentlich'

Die EURO-Sonntagsöffnung in Wien dürfte allem Anschein nach in einem schwachen Finale enden: Auch am vierten und damit letzten EM-Sonntag wurden trotz dichten Fußgängerverkehrs in den innerstädtischen Einkaufsstraßen viele Geschäfte kaum frequentiert. Einige Händler hatten sich sogar dazu entschlossen, am Finaltag gar nicht mehr aufzusperren. Einzig die Lugner-City stellte erneut einen Ausnahmefall dar.

Hausherr Richard Lugner zeigte sich zufrieden: "Es brummt wieder ordentlich", so der Betreiber des Einkaufszentrums am Gürtel. In einigen Geschäften herrsche soviel Andrang, dass kaum noch Leute in die Verkaufsräume passten. "Exotischere Filialen" wie etwa Printshops oder Dienstleister gingen dagegen weniger gut.

Insgesamt zog Lugner eine durchwegs positive Bilanz: Demnach habe man an allen vier EM-Sonntagen durchschnittlich 50 bis 100 Prozent mehr Stundenumsatz verzeichnen können als an normalen Einkaufstagen. Dabei hätten die Kassen am zweiten Sonntag (15. Juni) am lautesten geklingelt, hieß es. Der 22. Juni habe - auch hitzebedingt - am meisten geschwächelt.

Wenig Zulauf auf Flaniermeilen
Weniger glücklich dürften die Geschäftsinhaber in der City sein: Das Gros der Stores in den Flaniermeilen Kohlmarkt, Graben und Kärntner Straße verzeichneten gewohnt wenig Zulauf. Viele spanische und deutsche Fußballfans lockte es eher unter die Sonnenschirme der Schanigärten als in die spärlich geöffneten Edelboutiquen.

So hatten einige Handelsvertreter - etwa die Buchhandlung Frick oder die Modekette Tally Weill - ihre Filialen, anders als an den drei EM-Sonntagen zuvor, gar nicht mehr aufgesperrt. Weitgehend geschlossene Rollläden fand man auch auf der Mariahilfer Straße. In den wenigen offenen Häuser wie etwa dem Generali Center herrschte gähnende Leere.

Nur einzelne Souvenirläden, die statt der üblichen Riesenrad-Miniaturen oder Mozart-Konterfeis einschlägige Fanartikel anboten, freuten sich über reges Kundeninteresse. Beliebt seien vor allem Fahnen und Trikots, wobei sich Anhänger der "Seleccion" kauffreudiger zeigten, sagte eine Verkäuferin von "World of Accessoires".

(apa/red)