Sonntagskollekte für Kasino und Geliebte:
US-Priester zweigte jahrelang Spenden ab

Insgesamt acht Millionen Dollar auf die Seite gebracht Dem Angeklagten drohen 31 Jahre Gefängnisstrafe

Sonntagskollekte für Kasino und Geliebte:
US-Priester zweigte jahrelang Spenden ab © Bild: APA/EPA/Patrick Herzog

Wenn das die Kirchengeher gewusst hätten: Ein Priester in den USA zweigte sich Geld von der Sonntagskollekte ab, um seinen alles andere als moralisch einwandfreien Lebensstil zu finanzieren. Kasinobesuche standen ebenso am Programm wie regelmäßige Zahlungen an seine Gelibte, der Buchhalterin der Gemeinde. Geschichten wie diese werfen ein neues Licht auf die Attraktivität des Priesteramtes.

Für seinen alles andere als katholischen Lebenswandel hat sich ein US-Priester aus der Spendenkasse seiner Gemeinde bedient. Der 66-jährige John Skehan gestand vor Gericht, jeden Sonntag nach der Messe in der Kirche Saint Vincent Ferrer in Delray Beach in Florida einen Teil der Spenden abgezweigt und auf ein ausländisches Konto überwiesen zu haben.

Kasino-Besuche und Luxusgüter
So habe er rund 800.000 Dollar (615.000 Euro) auf die Seite geschafft, mit denen er sich kostspielige Kasino-Besuche in Las Vegas, zahlreiche Luxusgüter sowie seine Geliebte finanziert habe, die frühere Buchhalterin der Gemeinde. Ihm drohen bis zu 31 Jahre Haft.

Ein weiterer Priester der Gemeinde, der sich ebenfalls wegen Untreue vor Gericht verantworten muss, beteuerte seine Unschuld. Die Behörden gehen davon aus, dass die beiden Geistlichen in den vergangenen 20 Jahren bis zu acht Millionen Dollar (6,2 Millionen Euro) in die eigene Tasche abgezweigt haben. Wegen Verjährung können sie jedoch nur für die Taten nach 2001 belangt werden.
(apa/red)