Sonnenstadt Linz setzt auf Solarenergie:
solarCity als internationales Vorzeigeprojekt

Bewohner freuen sich über niedrige Heizkosten Wintergärten fungieren in Linz als Solarfassaden

Sonnenstadt Linz setzt auf Solarenergie:
solarCity als internationales Vorzeigeprojekt © Bild: FORMAT/solarCity Linz

In Linz setzt ein ganzer Stadtteil auf Solarenergie: Die solarCity mustert sich zum internationalen Vorzeigeprojekt. Die Bewohner freuen sich vor allem über niedrige Heizkosten und viel Natur.

Wer in der Linzer solar­City wohnt, muss damit rechnen, dass plötzlich neugierige Ausländer vor der Terrassentüre stehen, die mit technisch interessiertem Blick ins wohlig warme Wohnzimmer spähen. Denn wer hier wohnt, kann sich nicht nur über niedrige Heizkosten und einen stylishen „Dorfplatz“ freuen, sondern darf in dem Bewusstsein leben, Bewohner eines internationalen Vorzeigeprojektes zu sein: Die solarCity im Seenbezirk Pichling ist ein Beispiel dafür, wie man auf die ökologischen Herausforderungen in Zeiten von Klimawandel und Erdöl-Knappheit eingehen kann. Der Name des am Reißbrett entworfenen, jüngsten Stadtteils von Linz sagt bereits, wie das geschieht: durch die Nutzung von Sonnenenergie.

Sonnenkollektoren auf Hausdächern
Zumindest zwei Dinge machen die solarCity zu einem besonderen Linzer Stadtteil: Was beim Lokalaugenschein zunächst auffällt, sind die vielen Sonnenkollektoren auf den Hausdächern, die zur Wassererwärmung beitragen. Beeindruckende 3.500 Quadratmeter Solaranlagenfläche versteckt sich auf den Dächern. Das reicht aus, um 50 Prozent des Warmwasserbedarfs der Wohnanlagen alleine mit Sonnenenergie abzudecken. Die zweite Besonderheit des Linzer Stadtentwicklungsprojekts ist, dass sämtliche Gebäude nach solaren Gesichtspunkten ausgerichtet wurden. Die Häuser sind so angelegt, dass die Sonne auch in den Wintermonaten direkt in die Wohnräume gelangen kann. Alle Häuser sind Niedrigenergiegebäude: Die Architektur sorgt für optimale Sonneneinstrahlung auf die Solarpaneele, Wände und Fenster sind gedämmt, und durch die kompakte Bauweise geht weniger Energie verloren. Dabei legte man offensichtlich Wert auf Vielfalt. Die Bandbreite der Gebäude reicht von ost-west-orientierten tiefen Baukörpern mit großen Fensterflächen über südorientierte Häuser mit meterhohen Wintergärten als Solarfassade bis hin zu unterschiedlichsten Passivhäusern.

Dorfplatz in der Stadt  
Neben den niedrigen Betriebskosten bietet die solarCity weitere Vorzüge: Sie hat alles, was eine kleine Stadt braucht. In ihrem Zentrum rund um den „Lunaplatz“, der optisch durch die Andeutung einer Glasüberdachung zusammengehalten wird, findet man Restaurants, einen Lebensmittelladen, Ärzte, eine Bankfiliale, eine Apotheke und diverse Geschäfte. Ebenfalls im Zentrum angesiedelt sind die „Stadtbibliothek“ und das „Pichlinger Volkshaus“, das Platz für Veranstaltungen und Versammlungen bietet. Für die Verkehrsanbindung sorgt eine Straßenbahn. Eine junge Mutter, die mit ihrem Kind gerade auf selbige wartet, weist auf die Kinderfreundlichkeit der solarCity hin. „Es gibt Platz zum Spielen, einen Kindergarten, einen Hort und eine Volksschule.“

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