Sonne lacht für den heimischen Tourismus: Sommersaison 2008 bringt Nächtigungs-Plus

Von Mai bis September 2,4 % mehr Übernachtungen Tirol ist Nächtigungs-Spitzenreiter, Vorarlberg verliert

Sonne lacht für den heimischen Tourismus: Sommersaison 2008 bringt Nächtigungs-Plus © Bild: APA/DPA/Neumann

Die Sommersaison 2008 ist für den österreichischen Tourismus gut verlaufen: Von Mai bis September stiegen die Nächtigungen um 1,3 Millionen oder 2,4 Prozent auf 56,14 Millionen. Dabei waren sowohl bei den inländischen (+2,7 Prozent) als auch bei den ausländischen (+2,3 Prozent) Gästenächtigungen Zuwächse zu vermelden. Besonders der Wien-Tourismus entwickelte sich überdurchschnittlich gut, von allen Bundesländern wies lediglich Vorarlberg rückläufige Nächtigungszahlen auf.

Die Zahl der Ankünfte stieg um 3,6 Prozent auf 15,2 Millionen. Besonders stark fiel das Plus bei den Ankünften der ausländischen Gäste mit 4,1 Prozent aus, etwas geringer bei den Österreichern mit 2,6 Prozent, teilte die Statistik Austria mit.

Gehobenere Kategorien punkten
Die gehobene Kategorie der Nächtigungsbetriebe hatte von Mai bis September deutlichere Zunahmen zu verzeichnen: In den 5- und 4-Stern-Hotels stieg die Anzahl der Nächtigungen um 3,8 Prozent. Auch in den übrigen Kategorien (ausgenommen 2-/1-Stern-Betriebe) bzw. in den gewerblichen Ferienwohnungen (+3,4 Prozent) war die Nächtigungsentwicklung durchwegs positiv. Schwieriger hatten es die Privatquartiere, die Nächtigungseinbußen von -3,0 Prozent meldeten, auch die 2- und 1-Stern-Betriebe hatten einen Rückgang der Nächtigungen von 0,7 Prozent. Private Ferienhäuser und Ferienwohnungen erzielten ein Plus von 3,6 Prozent.

Tirol Spitzenreiter, Vorarlberg verliert
Bei den Bundesländern liegt Tirol weiter unangefochten an der Spitze mit 16 Millionen Nächtigungen (+2,3 Prozent), gefolgt von Salzburg mit 9,2 Millionen Nächtigungen (+2,6 Prozent) und Kärnten mit 8,8 Mio. Nächtigungen (+0,9 Prozent). Die stärkste Steigerung konnte Wien mit plus 5,2 Prozent verzeichnen (rund 5 Mio. Nächtigungen), besonders gut verlief die Entwicklung auch im Burgenland mit plus 4,3 Prozent (1,8 Mio. Nächtigungen) und in der Steiermark mit plus 3,9 Prozent (rund 5 Mio. Nächtigungen). Lediglich Vorarlberg meldete einen Rückgang um minus 2,8 Prozent (rund 3 Mio. Nächtigungen).

Der September hatte allerdings eine kleine Delle zu verzeichnen: Sowohl die Nächtigungen (-0,4 Prozent) als auch die Zahl der Ankünfte (-0,8 Prozent) waren leicht rückläufig.

Die Tourismusbranche kann jedenfalls auf gute erste drei Quartale zurückblicken: In den ersten neun Monaten 2008 wurden deutliche Zuwächse beobachtet. So stieg die Anzahl der Nächtigungen um 4,0 Prozent auf 106,47 Millionen, die Zahl der Ankünfte erhöhte sich um 5,0 Prozent auf 26,37 Millionen.

Deutsche lieben Österreich
Für Deutsche wird Österreich ein immer beliebteres Urlaubsland: Von Mai bis September 2008 war sowohl bei Ankünften (plus 3,1 Prozent) als auch bei Nächtigungen (1,4 Prozent) ein Plus zu verzeichnen. Die Deutschen machen bei weitem den Löwenanteil der ausländischen Gäste in Österreich aus: 4,7 Millionen Ankünfte und 21,6 Millionen Nächtigungen entfallen auf unsere nördlichen Nachbarn.

Mit deutlichem Abstand folgten an zweiter Stelle die Niederländer mit 643.000 Ankünften (plus 2,6 Prozent) und 3,5 Millionen Nächtigungen (plus 1,6 Prozent). Leichte Rückgänge waren in der Sommersaison bei den Gästen aus Italien zu verzeichnen, wo sowohl die Ankünfte (-0,5 Prozent) als auch die Nächtigungen (-1,0 Prozent) sanken. Auch bei den Schweizer Gästen waren sowohl die Ankünfte (-0,3 Prozent) als auch die Nächtigungen (-3,0 Prozent) rückläufig.

"Boom" der osteuropäischen Touristen
Der in vielen österreichischen Urlaubsorten wahrgenommene "Boom" der osteuropäischen Touristen lässt sich auch aus der Statistik bestätigen: Besonders beim Herkunftsland Russland sind enorme Steigerungsraten zu verzeichnen. Die Ankünfte der Russen schossen von Mai bis September um 75 Prozent hinauf, die Nächtigungen gar um 88 Prozent. Trotzdem sind die Russen - auch im Vergleich mit anderen osteuropäischen Ländern - noch eine eher kleine Urlaubergruppe: Bei den Ankünften liegen sie mit 106.000 hinter den Polen (120.000), den Ungarn (160.000) und den Tschechen (175.000).

Äußerst schlecht verlief die Entwicklung im Sommer 2008 bei den Gästen aus den USA, die immer seltener den Weg über den Atlantik nach Österreich fanden: Die Zahl der Ankünfte aus den USA ging um 15,6 Prozent, die Zahl der Nächtigungen um 17,4 Prozent zurück. Auch für die Briten war Österreich im vergangenen Sommer weniger attraktiv: Die Ankünfte sanken um 4,8 Prozent, die Nächtigungen um 5,3 Prozent.
(apa/red)