Leben von

Maraaya: "Vielleicht
geht es wirklich um Musik"

Die Song-Contest-Favoriten aus Slowenien stehen Rede und Antwort

Maraaya © Bild: APA/Hochmuth

Maraaya haben gestern Abend souverän den Einzug in das Song-Contest-Finale geschafft. Mit ihrem Song "Here For You" haben die beiden Slowenen, das Ehepaar Marjetka und Ales Vovk, das Publikum überzeugt und zählen zu dem Favoritenkreis der diesjährigen ESC-Gewinner. News.at traf das Duo noch vor der großen Show am Samstag und hat sie über den Druck beim Song Contest, ihre Tipps und ihren Songschreiber, der auch im letzten Jahr für Conchita Wurst komponierte, befragt.

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News.at: Ihr seid unter den diesjährigen Favoriten. Setzt euch das unter Druck?
Ales Vovk: Nein, das macht uns nichts, außer uns mehr Energie und Hoffnung zu geben. Wir haben uns aber sehr geehrt gefühlt, dass wir eine Woche nach unserer Auswahl als Sloweniens Starter schon in den Top-Ten gerankt wurden. Und es gibt Slowenien Hoffnung, weil wir sonst eher auf den hinteren Rängen rangieren, wenn es um die Favoritenauswahl geht.
Es gibt auch Hoffnung, dass es bei dem Bewerb vielleicht wirklich um Musik geht und keine politischen Taktiken im Spiel sind.

Maraaya
© APA/Hochmuth Ales spricht für seine Frau Marjetka, die ihre Stimme schonen muss für das große Finale

News.at: Was ist euer eigenes Ziel? Welchen Platz möchtet ihr erreichen?
Ales (spricht für seine Frau Marjetka, die ihre Stimme schonen muss) : Wir sind nicht gekommen, um ein bestimmtes Resultat zu erreichen, sondern wir wollen den Menschen etwas geben.
Unser Musikstil ist so markant und so emotional, wenn die Menschen da fühlen können, was Marjetka fühlt, dann haben wir unser Ziel erreicht. Und wenn wir das hinkriegen können, ist alles möglich.

News.at: Ihr seid auch verheiratet und habt zwei kleine Jungs. Sind die mitgekommen nach Wien?
Ales: Sie waren bis Montag hier mit unseren beiden Müttern, die auf sie aufgepasst haben. Wir haben mit ihnen das Aquarium, den Tiergarten und den Prater besucht und hatten eine schöne Zeit.

News.at: Jetzt wo ihr es ins Finale geschafft habt, werden sie noch einmal nach Wien kommen, um ihren Eltern live die Daumen zu drücken?
Ales: Nein, sie schauen uns daheim zu.

News.at: Marjetka, du trägst auf der Bühne große Kopfhörer gegen die Nervosität. Sie geben dir ein wenig das Gefühl, im Studio statt auf der Bühne zu stehen. Hörst du auch tatsächlich etwas darin oder ist es nur ein Hilfs-Accessoire?
Marjetka Vovk: Ja, ich habe unter den großen Kopfhörern noch kleine, In-Ear-Kopfhörer, in denen ich die Musik und meine Stimme höre. Die Großen sind nur zu psychologischen Zwecken da.

Maraaya
© APA/Fohringer Marjektka mit ihren Kopfhörern auf der Bühne: "Psychologische Gründe"

News.at: Und hilft es tatsächlich?
Marjetka: Ja.

News.at: Euer Song wurde von Charlie Mason geschrieben, der sich auch für „Rise Like A Phoenix“ von Conchita Wurst verantwortlich zeichnete…
Ales: Wir haben unseren Song selbst komponiert, ich habe ihn produziert und Charlie hat den Text, basierend auf unserer Idee, unserer Geschichte geschrieben. Es sind großartige Lyrics geworden, in die sich jeder hineinversetzen kann. Es geht um Freundschaft, dass es zwar einfach ist, mit jemandem zu sein, wenn man berühmt ist und alles gut läuft, es aber gut ist, jemanden zu haben, wenn es einmal nicht so läuft.
Charlie ist übrigens auch Mitschreiber des serbischen Beitrags.

News.at: Denkt ihr, Charlie ist ein gutes Omen in Bezug auf Conchitas Sieg letztes Jahr?
Ales: Es kann zumindest nicht schaden (lacht) . Aber wir arbeiten schon seit vier Jahren mit ihm und haben ihn nicht erst nach Conchitas Sieg engagiert.

News.at: Habt ihr Song-Contest-Vorbilder?
Ales: Nein, nicht auf den ESC bezogen. Aber sonst finde ich als Produzent zum Beispiel Ryan Tedder von One Republic oder diverse Indiepop-Musikproduzenten gut.
Marjetka: Ich liebe große Sängerinnen wie Celine Dion, Amy Winehouse oder Ellie Goulding.

News.at: Habt ihr auch schon die anderen Beiträge gehört, eure Konkurrenten?
Ales: Nur in der Garderobe. Ich habe mir mehr angehört als Marjetka. Es sind einige gute Lieder dabei, die einem immer besser gefallen, je öfter man sie hört. Es ist schwer zu sagen, welches mein Favorit ist.

News.at: Wenn ihr dennoch tippen müsstet, auf wen würdet ihr wetten?
Ales: Auf uns.

News.at: Habt ihr euch den österreichischen Beitrag, „I’m Yours“ von The Makemakes angehört?
Ales: Ja, wir lieben Dominics Stimme, wir lieben diese männlichen Rockstimmen à la Adam Lambert oder Chad Kroeger von Nickelback. Dominic ist ein starker Performer. Wir hoffen, ihr könnt eure guten Resultate fortsetzen, ihr hättet es verdient.

News.at: Was kommt für euch nach dem Song Contest?
Ales: Erst einmal: Ein Tag Urlaub!

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