Zum Nachlesen von

Song Contest Finale 2015:
So kam Schweden zum Sieg

Was in der großen Wiener ESC-Finalnacht noch passiert ist, lesen Sie hier!

Schweden © Bild: APA/Hochmuth

Der 60. Eurovision Song Contest 2015 ist vorüber. Der Sieger kommt dieses Jahr aus Schweden und heißt Mans Zelmerlöw. Mit seinem Song "Heroes" und der Strichmännchen-Performance konnte der Sänger Europa überzeugen. Österreich ging hingegen mit nur null Punkten (ex aequo mit Deutschland) gänzlich leer aus. Hier die Ereignisse des Abends zum Nachlesen!

THEMEN:

Schweden gewinnt!

Mans Zelmerlöw holt den Sieg beim Eurovision Song Contest in Wien! Der Erfolg ist der insgesamt sechste Sieg Schwedens beim ESC. Österreich geht mit sagenhaften null Punkten tatsächlich leer aus.
Auf den 2. Platz kam Russlands Vertreterin Polina Gagarina vor dem Italien-Trio Il Volo auf Platz 3. Ö

Der Siegersong:

Song Contest 2015: Schweden
© REUTERS/Leonhard Foeger Mans Zelmerlöw jubelt

Die Punkteverkündung ist im Gange

Nach 31 Runden liegt Schweden vor Russland und scheint der fixe Gewinner zu sein.
Österreich ist noch immer ohne Punkte. Ebenso wie Deutschland. Immerhin liegen wir im Alphabet voran.
Die Punkte aus Österreich gingen an Russland (8 Punkte), Italien (10 Punkte) und Australien (12 Punkte).

Unsere Prognose steht

Wir bleiben übrigens nach wie vor bei unserer Prognose für die Endentscheidung. Stimmen Sie zu?

Voting vorbei

Das Voting ist übrigens bereits vorbei. Der Sieger steht also schon fest. Bei uns können Sie aber immer noch abstimmen.

+++ Rathausplatz gesperrt +++

+++ Rund 25.000 Menschen verfolgen derzeit bei Nieselregen am Wiener Rathausplatz das Public Viewing der Finalshow des 60. Song Contest. Die Exekutive hat daher die Ringstraße auf der Höhe Rathausplatz bzw. Burgtheater gesperrt, bestätigte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Fans könnten jedoch weiterhin ungehindert auf den Platz kommen. +++
Sollten Sie ein anderes Public Viewing suchen: Hier wird noch geschaut.

Umfrage

Auch bei uns können Sie immer noch abstimmen: Wer wird den Song Contest 2015 gewinnen? Und: Für Österreich stimmen ist fad!

Abstimmen: Wer wird gewinnen?

Ergebnisse anzeigen

Das Voting hat begonnen. Ab jetzt kann angerufen werden!

Die Letzten - und am Ende die Ersten? Italien

Oper goes Song Contest. Gab mit Sicherheit schon schlechteres. Schmalz, große Stimmen und ganz viel Kitsch. Ist das der Sieger des heutigen Abends? Die Stadthalle tobt vor Begeisterung. Ist es wirklich "Grande Amore"? In etwas mehr als einer Stunde wissen wir es...

Albanien

Noch einmal schnell auf die Toilette oder Bier holen, bevor der große Favorit nach Schweden, Italien, als letzter Starter an der Reihe ist.

Nächste Favoritin: Russland


Polina Gagarina liegt derzeit auf Platz zwei der Wetten. Und das - wie sollte es anders sein - mit einer neuerlichen Ballade.
Dieses Jahr wird für Russland applaudiert. Letztes Jahr wurden die russischen Contestants noch ausgebuht.

Zur Zeitverschiebung

Alles gesagt zu Georgien

mit

Gute Frage...

Ungarn etwas zu ruhig

Unsere Nachbarn liefern mit "Wars for nothing" eine nette, kleine Nummer. Aber zwischen all dem Bombast UND dem Balladen-Überschuss geht der Song von Boggie einfach unter.

Spanien

Und wieder eine Ballade...

Rumänien

Aufwachen für Lettland!

Nach mehreren Nummern, die ein wenig zum frühen Schlafen gehen angeregt haben, heißt es jetzt wieder aufpassen bei der lettischen Kandidatin Aminata Savadogo. Die große Stimme aus dem kleinen Baltenstaat bietet eine gewaltige Nummer abseits des Mainstreams.

Polen

Deutschland

Ob unsere Nachbarn mit Andreas Kümmert besser gefahren wäre, wird man wohl nie erfahren. Ann-Sophie wurde am Nachmittag noch am letzten Platz gehandelt.

Wetten: Schweden weiter voran

Die Wetten bleben stabil: Die globalen Zocker sehen die Österreich-Vertreter beim Wettbewerb kurz vor der offiziellen Entscheidung als Nummer 23. Und auch bei der Wette auf den Sieger hat sich nach dem Auftritt des favorisierten Mans Zelmerlöw nichts geändert: Der Schwede liegt weiter vorne beim Vergleich diverser Wettbüros.
Serbiens Auftritt überzeugte jedoch die Quotenberechner, denn nach Bojana Stamenovs Auftritt stiegen ihre Chancen und sie kletterte auf den vierten Platz - damit zog sie an Estland, Belgien und Australien vorbei. Ansonsten gab es keine großen Sprünge in den Platzierungen, aber die weiteren Favoriten, Russlands Polina Gagarina und das italienische Trio Il Volo, haben ihren Auftritt ja noch vor sich.

Erste Hälfte vorbei

Die erste Hälfte des großen Finales des 60. Eurovision Song Contests ist geschlagen, und bis dato wurde den Fans in der Wiener Stadthalle und vor den Bildschirmen eine stimmige Show geboten. Großteils lag das daran, dass im vorderen Starterfeld beinahe sämtliche Favoriten die Stimmen erhoben haben. Darunter auch der Schwede Mans Zelmerlöw sowie Guy Sebastian für Newcomer Australien. Nun kommt das nächste - musikalische Highlight erst mit Startnummer 19, Lettland.

Griechenland

Es fällt uns schwer, hier etwas zu sagen, ohne dabei einzuschlafen bei der Nummer von Maria Elena Kiriakou. Daher überlassen wir es den Twitter-Usern:

Die Makemakes jetzt am Start!

Können die heimischen Starter den Heimvorteil ausnutzen? Geht es nach den Wettquoten lautet die Antwort eindeutig: Nein. Auch sonst scheint man sich nicht so ganz sicher zu sein.

Hier zum Mitsingen für alle:
Anytime that you’re thinking of me
that you might want me
I come on over.
Don’t you know, anytime, anyplace, I am yours.
You’re a lesson that I love learning.
So anytime that you’ve got a yearning -
Don’t you know? Anytime, anyplace, I am yours.
You’re what I belong to, the one thing that feels true.
Everything I could ever want.
If you ever need me, I’m waiting on you
to walk right through the door. Anytime, anyplace, I’m yours.
If you’re hoping for second chances of stolen kisses, I got the answer.
Don’t you know? Anytime, anyplace, I’m yours.
You’re what I belong to, the one thing that feels true.
Everything I could ever want.
If you ever need me, I’m waiting on you
to walk right through the door. Anytime, anyplace, I’m yours.
Uuuuhh
You’re what I belong to, the one thing that feels true.
Everything I could ever want.
If you ever need me, I’m waiting on you
to walk right through the door. Anytime, anyplace,
I’m yours.
Anytime, anyplace, I’m yours.

Daumen drücken für Belgien

Der junge Loic Nottet liefert wohl das modernste Lied des Bewerbes und hätte sich zumindest einen Top-Platz verdient. Inzwischen ist er auch in den Favoritenkreis aufgerückt.

Der Debütant: Australien

Guy Sebastian hat eine Casting-Show (Australian Idol) gewonnen und genau so klingt sein Song "Tonight Again" auch. Sympathischer Kerl mit Popnummer, die man so schnell vergisst, sobald der letzte Ton verklungen ist. Dass er zu den Favoriten zählt, liegt wohl an der Tatsache, dass er aus Down Under angereist ist.

Zypern

Ein nettes kleines Lied, das ein wenig an Weihnachten erinnert, aber bei dem Wetter ja ganz passend.

Jetzt kommt der große Favorit: Schweden

Die perfekte Inszenierung kann Mans Zelmerlöw niemand absprechen. Die Radiotauglichkeit seines Songs auch nicht. Doch reicht das für den Sieg?

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Schweden
© APA/Hochmuth

Norwegen: Gut oder langweilig?

Die Meinungen gehen eindeutig auseinander:

"The Monster Like Me" kommt auch hier bei uns unterschiedlich an. Manche sind der Meinung, dass Norwegen mit "A Monster Like Me" wieder den letzten Platz machen wird, andere finden die Nummer sehr nett, wenn auch etwas kitschig.

Die Glitzerkugel aus Serbien

Sie ist eine Favoritin des heutigen Abends. Bojana Stamenov mit "Beauty Never Lies" aus Serbien. Wohl auch weil die Dame so ein Hingucker ist. Hier waren einige Töne aber leider ziemlich schief getroffen. Ist die coole Dame doch etwas nervös an ihrem großen Abend? Die Halle kocht aber trotzdem.

Litauen

Zuckerlpop made in Litauen von dem Ehepaar Monika Kinkyte und Vaidas Baumila. Bunt aber zu belanglos die Nummer "This Time" mit wenig Siegerchancen. Unsere Style-Expertin meint: Hair-Extentions sind nicht gut gemacht. Ob das den Sieg abspensig macht?

Armenien mit Schmachtnummer

Ein märchenhaftes, mystisches Bühnenbild sowie SängerInnen in Kutten bilden zumindest einen visuell ansprechenden Hintergrund für eine Ballade wie aus einem Disneyfilm, die mit fortlaufender Dauer leider zu sehr in den Kitsch abdriftet.

Großbritannien

Elektroswing möchte das große Pop-Land bieten, allerdings schrammt der Song nicht nur an der Belanglosigkeit vorbei sondern trifft diese sehr gut.

Große Favoriten: Estland

Jetzt am Start: Estland. Elinaa Born und Stig Rästa bieten eine Top-Nummer. Also Daumen drücken für das tolle Duo aus Estland und ihre Nummer "Goodbye To Yesterday.

Party mit Israel

Nadav Guedj gibt Gas mit "Golden Boy". Gute Stimmung verbreitet der Israeli auf jeden Fall. Und die güldenen Schühchen bringen mit Sicherheit Sympathiepunkte. Musikalische Qualität ist zwar etwas anderes, aber wir sind ja hier beim Song Contest.

Frankreich mit schweren Geschützen

Lisa Angell schmachtet "N'oubliez pas" vor sich hin. Natürlich in Landessprache. In der Stadthalle kommt der Song gut an. Die Siegerchancen sind aber eher gering.

Slowenien eröffnet

So, jetzt geht es wirklich los! Sloweniens Maraaya wird den Contest heute eröffnen. "Here For You" ist eine fetzige Nummer, die auf jeden Fall Potenzial hat. Mitgeschrieben hat den Text übrigens Charlie Mason, der auch letztes Jahr an "Rise Like A Phoenix" beteiligt war. Maraaya waren bereits im Vorfeld unter den Favoriten. Die Kopfhörer sind nur zu psychologischen Zwecken, damit sich Sängerin Marjetka wie im Studio fühlt und die Bühnennervosität nicht so groß ist.

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Conchita Wurst auf der Bühne bei der Eröffnung:

Wurst
© Reuters/Foeger

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Die Teilnehmer betreten die Bühne unter großem Jubel. Hier noch einmal die Startreihenfolge für heute Abend:

1.Slowenien: Maraaya - Here for You
2.Frankreich: Lisa Angell - N’ oubliez Pas
3.Israel: Nadav Guedj - Golden Boy
4.Estland: Elina Born & Stig Rästa - Goodbye to Yesterday
5.Großbritannien: Electro Velvet - Still in love with you
6.Armenien: Genealogy - Face the Shadow
7.Litauen: Monika Linkyte & Vaidas Baumila - This Time
8.Serbien: Bojana Stamenov - Beauty Never Lies
9.Norwegen: Morland & Debrah Scarlett - A Monster Like Me
10.Schweden: Mans Zelmerlöw - Heroes
11.Zypern: John Karayiannis - One Thing I Should Have Done
12.Australien: Guy Sebastian - Tonight Again
13.Belgien: Loic Nottet - Rhythm Inside
14.Österreich: The Makemakes - I am yours
15.Griechenland: Maria Elena Kyriakou - One Last Breath
16.Montenegro: Knez - Adio
17.Deutschland: Ann Sophie - Black Smoke
18.Polen: Monika Kuszynska - In The Name Of Love
19.Lettland: Aminata - Love Injected
20.Rumänien: Voltaj - De La Capăt
21.Spanien: Edurne - Amanecer
22.Ungarn: Boggie - Wars for Nothing
23.Georgien: Nina Sublatti - Warrior
24.Aserbaidschan: Elnur Huseynov - Hour of the Wolf
25.Russland: Polina Gagarina - A Million Voices
26.Albanien: Elhaida Dani - I’m Alive
27.Italien: Il Volo - Grande Amore

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Wurst singt mit Moderatorinnen

Song Contest 2015
© GEPA pictures/ Walter Luger

Conchita Wurst singt gemeinsam mit den drei Song-Contest-Moderatorinnen Arabella Kiesbauer, Mirjam Weichselbraun und Alice Tumler die offizielle "Building Bridges"-Hymne. Auch die Sängerknaben und Left Boy sind auf der Bühne.

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Eine Hommage an zu Weihnachten verstorbenen Udo Jürgens, der den zweiten Heim-ESC nicht mehr miterleben konnte.

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Die Wiener Philharmoniker spielen die Eurovisions-Hymne.

Philharmoniker
© APA/Hochmuth

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Es geht loooos!!!!

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Hier kann man übrigens die Show auch im Live-Stream verfolgen:

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Auch Kanzler Faymann darf nicht fehlen:

faymannn
© APA/Fohringer

Hier geht es zur News.at-Prognose zum großen Finale.

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Der Countdown läuft! In 15 Minuten geht es los!

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Austrias The Makemakes & Australias Guy Sebastian just got warmed up to enter the ring! We wish eachother a fair and sporty fight! GOOOONG!!!!

Posted by The Makemakes on Samstag, 23. Mai 2015

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Der offizielle Twitter-Hashtag?

Der offizielle Tag ist #Eurovision.

Das Motto "Building Bridges" schön umgesetzt:

Kostüme
© APA/Fohringer

Einen guten Überblick über die heutigen Starter bietet diese "Minipop-Map":

This is soooo cute! #Eurofan #ESC2015

Ein von Natalia Vasquez (@talula82) gepostetes Foto am

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Conchita in der U-Bahn

Conchita fuhr übrigens mit den Öffis in die Stadthalle:

Der Song-Contest-Sieger...

...soll übrigens eine halbe Stunde nach Mitternacht gekürt werden! Gestartet wird mit der Show um 21:00 Uhr.

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Die Startreihenfolge

1.Slowenien: Maraaya - Here for You
2.Frankreich: Lisa Angell - N’ oubliez Pas
3.Israel: Nadav Guedj - Golden Boy
4.Estland: Elina Born & Stig Rästa - Goodbye to Yesterday
5.Großbritannien: Electro Velvet - Still in love with you
6.Armenien: Genealogy - Face the Shadow
7.Litauen: Monika Linkyte & Vaidas Baumila - This Time
8.Serbien: Bojana Stamenov - Beauty Never Lies
9.Norwegen: Morland & Debrah Scarlett - A Monster Like Me
10.Schweden: Mans Zelmerlöw - Heroes
11.Zypern: John Karayiannis - One Thing I Should Have Done
12.Australien: Guy Sebastian - Tonight Again
13.Belgien: Loic Nottet - Rhythm Inside
14.Österreich: The Makemakes - I am yours
15.Griechenland: Maria Elena Kyriakou - One Last Breath
16.Montenegro: Knez - Adio
17.Deutschland: Ann Sophie - Black Smoke
18.Polen: Monika Kuszynska - In The Name Of Love
19.Lettland: Aminata - Love Injected
20.Rumänien: Voltaj - De La Capăt
21.Spanien: Edurne - Amanecer
22.Ungarn: Boggie - Wars for Nothing
23.Georgien: Nina Sublatti - Warrior
24.Aserbaidschan: Elnur Huseynov - Hour of the Wolf
25.Russland: Polina Gagarina - A Million Voices
26.Albanien: Elhaida Dani - I’m Alive
27.Italien: Il Volo - Grande Amore

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Da können wir nur zustimmen:

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Gute Stimmung am Rathausplatz trotz schlechtem Wetter - der Regen hat jetzt übrigens aufgehört. Wer also noch hin gehen möchte, hat Aussicht auf ein trockenes Public Viewing. Weiter Public-Viewing-Möglichkeiten gibt es hier.

ESC-Fans am Rathausplatz
© APA/Punz
ESC-Fans am Rathausplatz
© APA/Punz
ESC-Fans am Rathausplatz
© APA/Punz

Die Stars kommen in der Stadthalle an:

Song Contest Ankunft
© APA/Fohringer Anna F.
Song Contest Ankunft
© APA/Fohringer Karina Sarkissova mit ihrem Sohn
Song Contest Ankunft
© APA/Fohringer Marcel Koller
Song Contest Ankunft
© APA/Fohringer Kristina Sprenger mit ihrem Ehemann
Song Contest Ankunft
© APA/Fohringer Alfons Haider

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Und was machen Sie heute? Schreiben Sie uns doch via Twitter @News!

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Schwede bleibt großer Favorit - oder doch Österreich?

Keinen neuen Erkenntnisgewinn bringt ein Blick auf die Wettquoten: Auch wenige Stunden vor Beginn des großen Finales in der Wiener Stadthalle führt der Schwede Mans Zelmerlöw, der Samstagabend mit dem Song "Heroes" an den Start geht, das Ranking an. Beim Vergleich von 22 Wettanbietern liegt er vor Russlands Polina Gagarina und dem italienischen Trio Il Volo.

Auch in der News.at-Umfrage zum Finale ist Schweden ein heißer Tipp. Allerdings sehen die News.at-User Österreich noch davor. Nach Schweden wird Italien und Israel sowie Russland als Favorit gesehen. Sie können noch immer abstimmen: Hier geht es zur Song-Contest-Finalumfrage.

Erstes Google Doodle in der ESC-Geschichte

Premiere für den ESC: Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs gibt es ein Google-Doodle, also die grafische Veränderung des Firmenlogos auf der Startseite www.google.at, die zu feierlichen Anlässen erfolgt. Nun tanzen die sechs Buchstaben auf der Song-Contest-Bühne mit Österreichflagge im Vordergrund.

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Die österreichische Jury hat abgestimmt

Auch wenn am heutigen Samstagabend die Zuschauer über den Gewinner entscheiden, liegt ein Ergebnis bereits vor: Das der nationalen Jurys. Deren Stimmen tragen 50 Prozent zum Ergebnis bei. In Österreich haben dabei gleich zwei einstige ESC-Verlierer über die Performance ihrer Nachfolger entschieden.

So steht der dreifache ESC-Sänger Gary Lux dem Gremium vor, dem auch sein einfach angetretener Kollege Manuel Ortega angehört. Ergänzt wird die Jury durch den Musiker Christian Deix, seine Kollegin Vanessa Leggenstein und die Journalistin Franziska Trost. Als Ersatzmitglied fungiert der Jazzmusiker Robert Michael Weiß. Erweitert man den Blick auf die internationale Dimension, fällt auf, dass die Männer mit 131 zu 106 Mitglieder in der Überzahl sind. Das Durchschnittsalter liegt mit 40 Jahren relativ niedrig, wobei Israel und Schweden mit zwei 17-Jährigen die jüngsten Juryvoter stellen. Slowenien hingegen schickt mit dem 86-jährigen Dirigenten und ehemaligem ESC-Delegationsleiter Dusan Hren den ältesten Vertreter. Überhaupt sind nur 17 Jurymitglieder über 60 Jahre alt.

Ob mit ESC-Geschichte oder nicht, die Jurys sehen immer am Abend vor der offiziellen Show das sogenannte Juryfinale, das sich - bis auf die Abstimmung am Ende - in keiner Weise vom Folgeabend unterscheidet. Ihre Arbeit wird dabei von einem Notar überwacht, respektive vom unabhängigen Wahlbeobachter PwC, der von der EBU engagiert ist und sich Spontanbesuche vorbehält.

Am Ende werden die Juryergebnisse mit den Stimmen des Televotings kombiniert und das detaillierte Abstimmungsverhalten der einzelnen Juroren veröffentlicht. Kompliziert wird es bei Punktegleichstand: Wenn zwei Länder nach kombiniertem Jury- und Televoting gleich viele Punkte haben, entscheidet das höhere Televoting. Sollten zwei Teilnehmer bei der Zuschauerabstimmung exakt die gleiche Stimmenanzahl erhalten, wird das Votum der Fachjury herangezogen. Sollte sich auch dann noch ein Gleichstand ergeben, werden die Jurymitglieder abermals um ein Handzeichen gebeten. Bleibt es weiterhin dabei, entscheidet das jüngste Jurymitglied, welcher Teilnehmer aus dem betreffenden Land die höhere Punktzahl erhält.

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Gegendemo abgesagt

Aufgrund des "starken Regens" ist eine Standkundgebung gegen den Song Contest abgesagt worden. Der ehemalige Sprecher von Pegida Österreich, Georg Immanuel Nagel, hatte ursprünglich für den Finalabend am Samstag die Demo "gegen Dekadenz und Werteverfall" angekündigt. Nagel wollte am Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof mit 500 Sympathisanten gegen den Wettbewerb protestieren.

Bis Samstagmittag hatten sich allerdings nicht einmal 50 Personen auf Facebook zur Kundgebung angesagt. Aufgeben will Nagel jedoch nicht, er lud für den 20. Juni zu "einer Kundgebung mit ähnlichem Thema", den "Marsch für die Familie". Dieser findet seit mehreren Jahren zeitgleich mit der Wiener Regenbogenparade statt und wird vom ehemaligen Chef der "Christen"-Partei, Alfons Adam, organisiert. Der Obmann des Vereins "Pro Vita" setzt sich für ein "bewährtes, traditionelles Familienmodell" ein und tritt gegen die rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften auf.

Freitag, 22. Mai 2015

Startreihenfolge bekannt gegeben

Der Tag nach dem Halbfinale ist der Tag vor dem Finale - und so war der Freitag in der Welt des Eurovision Song Contests im Wesentlichen von gespannter Vorfreude geprägt. Dabei mussten die 27 Teilnehmer, die am Samstag um die europäische Sangeskrone rittern, abends zum Juryfinale in der Stadthalle antreten. Dort wird es vor allem in der ersten Hälfte des großen Showabends Schlag auf Schlag gehen.

So wurde die genaue Startreihenfolge bekannt geben, die vor allem bis zum Auftritt der österreichischen Makemakes auf Platz 14 die geballte Favoritenladung bereithält. Unter anderen finden sich Australiens Guy Sebastian, Sloweniens Duo Maraaya, Israels "Golden Boy" Nadav Guedj oder Estlands Melancholie-Duo Elina Born und Stig Rästa im ersten Teil der Show. Dort treffen sie auch auf die serbische Stimmgewalt von Bojana Stamenov, die Ausnahmemusiker Mörland und Debrah Scarlett aus Norwegen oder den hochgehandelten Co-Favoriten Mans Zelmerlöw aus Schweden. Letztlich haben nur Russland mit Startplatz 25 und Italien mit Nr. 27 einen der späten Plätze ergattert.

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"Conchita-Lookalike-Contest"

Einen Tag vor dem Finale ist am Freitag Conchita Wurst, die "Queen of Austria", im Eurovision Village am Rathausplatz im Mittelpunkt gestanden. Sie selbst war zwar nicht anwesend, dafür gleich mehrere Doppelgänger, die beim "Conchita-Lookalike-Contest" um zwei Tickets für das Finale am Samstag in der Stadthalle ritterten.

Conchita-Lookalikes
© APA/Herbert Pfarrhofer Conchita-Lookalikes

Beim "Conchita-Lookalike-Contest" durften sich sechs vorausgewählte falsche Conchitas auf der Bühne präsentieren und mussten in ihren stilgerechten knappen Kleidern frieren. "Ich mag Conchita einfach", erklärte die zwölfjährige Jessica mit aufgemaltem Bart. Auch die 15-jährige Kerstin ist "ein Riesenfan".

Aus Deutschland angereist war Tobias, der schon im Kölner Karneval sein Conchita-Kostüm ausgeführt hatte. Viel Mühe gegeben hatte sich auch ein weiterer deutscher Fan, der wie die echte Conchita bei ihrem Song Contest-Auftritt in einem goldenen Kleid erschien. In drei Runden, beim Spiel Musical Chairs zu "Rise like a Phoenix", beim Seilspringen und beim "Brückenbauen" aus Holzklötzen, setzte sich Curtis aus Südafrika durch, der im hautengen Outfit und mit schwarzer Perücke Conchita tatsächlich ähnelte. Curtis bedankte sich mit deren Worten "We are unstoppable" und durfte sich im Anschluss von Fans umringt ein bisschen wie die echte Conchita fühlen.

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Der Dancefloor als Favoriten-Check

Geht es nach dem Dancefloor des "Euro Fan Cafe" in der Wiener EMS Lounge, dann ist beim ESC 2015 Israel ein heißer Tipp: "Golden Boy" Nadav Guedj brachte beim zweiten Halbfinale nicht nur die Fans seines eigenen Landes zum Tanzen. Ebenfalls heftig akklamiert: Mans Zelmerlöws "Heroes" samt Strichmännchen sowie - obwohl nur im Schnelldurchlauf - Il Volo aus Italien und Guy Sebastian aus Australien.

Der Dresscode im" Fan Cafe" am Donnerstag in einem Satz: Man zeigt Flagge. So auch die schwedische "Delegation", deren Angehörige zur blau-gelben "Beflaggung" auch gleich traditionell gelbe "Sweden"-T-Shirts mit "Heroes"-Aufdruck als Ergänzung boten. Und: Obwohl sich keine Italo-Fans outeten, sorgte Il Volo mit "Grande Amore" für einen heftigen Geräuschpegel-Anstieg selbst beim kurzen Anspielen der Nummer während des Durchlaufes der fix qualifizierten "Big Five".

Traurig dagegen der einzig "bekennende'' Schweiz-Fan im Cafe, Beat (20) aus Zürich: "Ich versteh' das nicht. Melanie Renes 'Time To Shine' war doch toll - sie war großartig, die Trommeln spektakulär." Happy dagegen die 23-jährige Adelina, laut Selbstdefinition "Second Generation-Montenegrinerin in Wien": "Geil, dass es Knez mit 'Adio' geschafft hat - der ist in meiner 'ersten Heimat' ein echter Star." Das Donnerstagprogramm im "Euro Fan Cafe", das bis zum Finale nun täglich bis 04.00 Uhr offen haben darf, bot nach der Übertragung des zweiten Halbfinales u.a. einen Live-Auftritt einer ehemaligen Song Contest-Gewinnerin: Jacqueline Boyer aus Frankreich, die mit dem Lied "Tom Pillibi" 1960 gewonnen hatte.

Donnerstag, 21. Mai 2015

Conchita mit Platin überrascht

Conchita Wurst hat für ihr Debüt "Conchita" (Sony), das am 15. Mai erschienen ist, bei der Pressekonferenz in der Wiener Stadthalle am Donnerstag Platin erhalten. "Das ist unglaublich", sagte die 26-Jährige, die vom raschen Erfolg sichtlich überrascht war. "Vielen Dank an meine Fans. Das habe ich nicht erwartet", freute sich die vom Bub aus Bad Mitterndorf zur Queen of Europe mutierte Künstlerin.

Das Debütalbum biete alle Gefühlslagen auf, beschrieb die ESC-Vorjahressiegerin ihr erstes Werk, dessen Entstehung auch aus eigennützigen Motiven zu erklären sei: "Ich wollte mich selbst unterhalten. Ich sehe mein Leben als Musical, will am Fenster sitzen und einen traurigen Barbra-Streisand-Song hören." Für den Erfolg hat Conchita jedoch immer noch keine Erklärung: "Ich bin es nicht gewöhnt zu gewinnen, und ich bin es nicht gewöhnt, bekannt zu sein", beantwortete sie eine dahingehende Frage. Anstrengung sei es jedenfalls keine, das zu tun, was man liebe.

Ihre Autobiografie ist inzwischen in sechs Sprachen erschienen, verriet sie. "Ich sagte dem Verleger, dass ich doch erst 26 Jahre alt bin, da kann man doch noch keine Memoiren schreiben", beschrieb die Pop-Diva dann ihre Zweifel, ob es für das Buch "Ich, Conchita", das im Frühjahr publiziert wurde, nicht zu früh gewesen wäre. Eine spanische und eine russische Version würden noch fehlen.

Und Pläne hat Conchita, die scheinbar langsam ein Leben ohne den Nachnamen Wurst bevorzugt, auch auf politischer Ebene. "Ich würde gerne Putin treffen und wenigstens eine Woche mit ihm verbringen", denn dann wüsste sie, was es heißt, Putin zu sein. Ihre jetzige Aufgabe als Gastgeberin des Green Rooms sei eine Mischung aus Stress - nicht einmal zwei Minuten bleiben ihr, wenn sie mit ihren Gesprächen mit den ESC-Teilnehmern auf Sendung geht - und den Tätigkeiten Sitzen und Schauen. "Das ist mein Job dieses Jahr, und ich genieße es", sagte Conchita zu ihrem zweiten Song-Contest-Auftritt.

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"Waterloo" für Conchita Wurst

Ein - im historischen Zusammenhang wohl kleines - "Waterloo" für Conchita Wurst: Das Publikum im Wiener Akzent-Theater kürte Mittwochabend bei der "Austria ... 12 Points!"-Gala diverser Musical-Stars den ABBA-Song als All-Time-Winner der Song Contest-Siegertitel. "Rise Like A Phoenix" landete entgegen dem Motto des Abends nur auf Rang 3 hinter ESC-Legende Johnny Logan mit "What's Another Year".

Maya Hakvoort & Co. hatten 45 ESC-Lieder - Siegersongs, kommerziell erfolgreiche Nicht-Winner und Österreichisches abseits von Conchita wie z.B. Thomas Forstners "Nur ein Lied" oder Waterloo & Robinsons "Meine kleine Welt" - ins Rennen geworfen. Wobei es beim Voting im Publikum im Endeffekt eher um die Songs selbst denn die Live-Interpretation auf der Bühne des keineswegs ausverkauften Akzent-Theaters gegangen sein dürfte. Denn Special Guest Riccardo Greco hatte sich beim Opener "Rise Like A Phoenix" - abstimmungsmäßig wohl behindert von der undankbaren Startnummer 1 - stimmlich ordentlich ins Zeug geworfen.

Was man von den anderen Akteuren - wohltuende Ausnahme: Maya Hakvoort - nicht immer behaupten konnte. Schon erstaunlich, dass Song Contest-Liedchen mehr oder weniger bekannte Musicalstars bisweilen an ihre vokalistische Grenzen (oder darüber hinaus) bringen können und manche Einsätze auch bei nicht ganz unbekannten "Hadern" wie eben "Waterloo" verpasst wurden. Die Darbietungen trafen aber glücklicherweise auf ein sehr wohlwollendes Publikum, das den Akzent im "Akzent" sichtlich auf den Spaß- und Nostalgiefaktor des Lange-Nicht-Gehörten legte.

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Public Viewing fällt regelrecht ins Wasser

Keine guten Nachrichten für Song Contest-Fans: Die Wettervorhersage für das Public Viewing am Wiener Rathausplatz könnte kaum schlechter sein. Meist ist es verregnet, die Temperaturen sind gedämpft, prognostizierte die ZAMG am Donnerstag. Am Samstag, am Tag des ESC-Finales, schüttet es fast durchgehend bei kühlen Temperaturen von zehn Grad.

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Hinter den Kulissen

Auf wien.at, dem Webauftritt des Wiener Rathauses, werden ab sofort kostenlose Backstage-Fotos vom Eurovision Song Contest für jedermann angeboten. Unter https://www.wien.gv.at/pressebilder sind u.a. Schnappschüsse von den Proben in der Wiener Stadthalle, aber auch Eindrücke aus dem Pressezentrum oder Bilder der Makemakes zu finden. Die Galerie soll laufend erweitert werden, wird versprochen.

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Wiener Hotels nur zu rund 70 Prozent

Wer sich kurzfristig doch noch entscheidet, für das Finale des Song Contest nach Wien zu fahren, der hat gute Chancen, auch noch ein Bett zu bekommen. Denn derzeit sind die Wiener Hotels nur zu rund 70 Prozent ausgelastet, schätzte die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung Michaela Reitterer im Gespräch mit der APA. "Es sind noch genug Betten verfügbar", erklärte sie am Donnerstag.

Denn nicht nur das nass-kalte Wetter trübt die Bilanz der Wiener Herbergen, viele Gäste hätten sich auch gerade aufgrund des Song Contests dafür entschieden, zuhause zu bleiben, meinte Reitterer. "Die Auslastung ist sicher nicht so gut, wie an einem regulären, schönen Maiwochenende", so die ÖHV-Präsidentin: "Das ist das Schicksal der Großveranstaltungen." Denn die Businessgäste würden bei solchen Events ihre Reisen lieber verschieben.

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ESC für daheim

Mit der von Dorothee Freiberger und David Bronner komponierten ESC-Hymne "Building Bridges" wird am Samstag das große Finale des Eurovision Song Contests in Wien eröffnet - in einer gemeinsamen Interpretation von Kulturträgern wie dem RSO, den Wiener Philharmonikern, von Conchita Wurst oder dem Rapper Left Boy. Wer es bis dahin nicht aushält, der kann das Werk nun auf iTunes für 99 Cent erwerben.

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Bärtige Briefmarke

Das Diözesanmuseum Graz hat eine Sonderbriefmarke herausgebracht - mit der Volksheiligen Kümmernis/Wilgefortis, die der Legende nach in Süditalien von ihrem Vater ans Kreuz geschlagen wurde, als sie sich der Heirat durch das Wachsen eines Bartes entzog. "Rechtzeitig zum Eurovision Song Contest", so das Museum, hat man nun die Briefmarke mit der nicht von der Kirche als heilig anerkannten Dame im Wert von 68 Cent aufgelegt. Verkauft wird das Wertzeichen für 1,90 Euro.

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Dauerberieselung

Das ORF-Radio Ö3 widmet sich am Finaltag ganz der musikalischen Welt des Eurovision Song Contest. Am Samstag stehen von 9 Uhr vormittags bis zum Start der Show "ausschließlich Song-Contest-Hits" an, wie es in einer Aussendung heißt. Am Nachmittag meldet sich Moderator Benny Hörtnagl live mit Neuigkeiten aus der Wiener Stadthalle und wirft einen Blick hinter die Kulissen. Und ESC-Kommentator Andi Knoll lässt schließlich am Sonntag in einem Ö3-"Frühstück bei mir Spezial" (bereits ab 9 Uhr) den Bewerb Revue passieren.

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Grünbewegte Kritik am Green Event

Der ORF hat sich die Ausrichtung des Eurovision Song Contests als ökologisch korrektes Green Event zertifizieren lassen. Am Donnerstag kam dennoch Kritik von der Tierschutzorganisation PETA Deutschland. So würden im Catering des Events zwar vor allem biologische und regionale Verpflegung sowie pflanzliche Angebote bereitstehen. Die Bitte im Vorfeld an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, das Catering rein vegan zu gestalten, sei jedoch nicht umgesetzt worden. "Eine quicklebendige Conchita Wurst passt viel besser zu einem grünen ESC als Bratwürste aus totem Tier", wird Ernährungswissenschafterin Felicitas Kitali in einer Aussendung zitiert.

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Makemakes scheinen laut Buchmachern chancenlos

Die Quoten für die Makemakes, die derzeit auf Platz 26 rangieren, bewegen sich zwischen 99 und 588, womit die erfolgreiche Titelverteidigung des Trios mit "I Am Yours" in zwei Tagen eher aussichtslos erscheint.

Beim großen Höhepunkt der Song-Contest-Woche in Wien dürfte sich aus Sicht der Zocker der Kampf um die Trophäe zwischen Schweden, Italien, Russland und Australien abspielen. Zelmerlöw liegt mit Quoten von 1,75 bis 2 an der Spitze des Wettrankings, gefolgt vom Popera-Trio Il Volo, das es auf 2,75 bis 3,8 bringt. Polina Gagarina hat nach ihrem überstandenen Semifinale am Dienstag nun sogar Australiens Guy Sebastian vom Stockerl gestoßen und bringt Wettern im Falle eines Siegs Quoten von 3 bis 4,8. Sollte es aber "Tonight Again" heißen und Sebastian beim ersten Antreten den Song Contest für Australien entscheiden, winkt das bis zu Zehnfache des Einsatzes.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Prognosen mit Vorsicht genießen

Rankings sind mit Vorsicht zu genießen. Das weiß die Fangemeinde des Eurovision Song Contests spätestens seit dem gestrigen ersten Halbfinale der heurigen Ausgabe. Etliche Namen, die im Vorfeld als Fixstarter für das große Finale am Samstag gehandelt wurden, hatten nämlich das Nachsehen, während andere Länder positiv überraschten. Ein Beispiel dafür war die Griechin Maria Elena Kyriakou.

Sie wurde etwa beim Trendranking des Suchmaschinenanbieters Google auf dem letzten der 16 Plätze gereiht - das hinderte sie aber nicht, den Abend mit einem strahlenden Lächeln und dem Aufstieg zu beenden. Selbiges galt für die Georgierin Nina Sublatti, die - wenn man das weltweite Suchaufkommen als Bezugsgröße heranzieht - eigentlich nur 14. hätte werden dürfen. Loic Nottet musste zwar lange zittern, wurde der Belgier doch als Letzter für die Finalplätze aufgerufen (was nichts über die tatsächliche Platzierung im Halbfinale aussagt), aber der vom Ranking suggerierte 12. Platz ist es nicht geworden.

Dafür muss sich Trijntje Oosterhuis nun damit trösten, dass sie den Suchtrends zufolge eigentlich die Spitzenposition für "Walk Along" einstreifen hätte müssen. Sie teilte aber das Schicksal mit den finnischen Punks Pertti Kurikan Nimipäivät, den Dänen von Anti Social Media sowie dem in Wien lebenden Mazedonier Daniel Kajmakoski, die allesamt auf Basis der Analyse (weltweite Suchanfragen von Jänner bis Mai) den Sprung unter die Top 27 schaffen hätten sollen.

Nicht viel besser lagen die internationalen Zocker, die beim Vergleich von 22 Wettanbietern etwa Serbiens Bojana Stamenov auf Platz 37 aller 40 Länder sahen - und die dennoch bravourös den Aufstieg ins Finale schaffte. Nun liegt sie bereits auf Rang 6 der Wettliste.

Nun bleibt abzuwarten, was das alles für das zweite Semifinale am morgigen Donnerstag bedeutet. Google hat erneut die Suchanfragen ausgewertet und ein Ranking erstellt, das von Amber aus Malta angeführt wird. Sollte sich ein Aufstieg ins Finale danach bemessen, sind demnach Knez (Montenegro), Maraaya (Slowenien), Mans Zelmerlöw (Schweden), Aminata (Lettland), Mörland und Debrah Scarlett (Norwegen), Monika Kuszynska (Polen), Melanie Rene (Schweiz), Monika Linkyte und Vaidas Baumila (Litauen) sowie Marta Jandova und Vaclav Noid Barta (Tschechien) fix am 23. Mai mit an Bord. Ob sich diese Prognose bewahrheitet, wird sich morgen Abend herausstellen.

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Finnische Punks weinen nicht

Nach ihrem Aus im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest sehen sich die Mitglieder der finnischen Punkband Pertti Kurikan Nimipäivät (PKN) dennoch als Gewinner. "Wir haben nicht verloren. Wir sind nicht ins Finale gekommen, aber wir haben diesen ganzen Wettbewerb gewonnen", sagte Schlagzeuger Toni Välitalo in einem Interview im finnischen Fernsehen.
"Kein Grund, uns schlecht zu fühlen oder zu weinen", ergänzte Frontmann Pertti Kurikka. Und fragte den TV-Journalisten des Senders Yle: "Kannst du uns gratulieren?" Mit ihrer Punkmusik habe die Band, deren Mitglieder alle mit einer geistigen Behinderung leben, wohl nicht den Geschmack des ESC-Publikums getroffen, meinte Sänger Kari Aalto: "Jeder will nur Pop hören, Balladen oder Gesangsgruppen. Wie sind eine etwas andere Band. Wir haben unser Bestes gegeben, aber diesmal keinen Fisch gefangen." Auf Facebook erklärte PKN: "Wir haben alles richtig gemacht, aber die anderen haben die Punkte nach Hause geholt."

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Makemakes freunden sich mit der Bühne an

Die Makemakes freunden sich immer mehr mit der Wiener Stadthalle an. Die zweite Probe für den Eurovision Song Contest sei "sehr cool" gewesen, wie Sänger Dominic Muhrer am Mittwoch betonte. "Auch meine Stimme war heute besser, obwohl es noch morgen war. Das Finale ist aber zum Glück abends", schmunzelte er. "Letztes Mal haben wir die Bühne kennengelernt, heute hat die Bühne uns kennengelernt."

Makemakes
© APA/Jäger

Verzichten musste das Rocktrio beim heutigen Durchlauf allerdings auf das brennende Klavier - immerhin könne man nicht jedes Mal ein Instrument ruinieren, wie auf Nachfrage klargestellt wurde. Aber beim Juryfinale am Freitag sowie dem großen Finale am Samstag wird der Hingucker wieder Teil der Show sein. Wenig kümmern werden sich Muhrer, Bassist Max Christ und Schlagzeuger Florian Meindl bis dahin um kritische Stimmen, die sie als zu kommerziell einstufen. "Wie lieben es, eingängige Melodien zu spielen. Trotzdem stehen wir auf Hardrock und Gitarrensolos, wie man auch auf unserem Album hört", so Muhrer. "Viele Menschen mögen, was wir tun - da kümmert uns der Rest nicht."

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Soziale Herzen

Für alle Digital Natives und Twitter-User bringt der Song Contest ab sofort mehr Farbe in das Onlineumfeld. Auf dem Kurznachrichtendienst besteht nun die Möglichkeit, sogenannte Hashflags in die Tweets zu integrieren. Dabei handelt es sich um Herzen, die im Design der 40 Landesflaggen der diesjährigen ESC-Teilnehmer erscheinen. Eingegeben werden muss dazu lediglich ein Hashtag mit dem entsprechenden Landeskürzel, also etwa #AUT oder #GER.

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Tränen und Freude nach 1. Halbfinale

Zehn strahlende zukünftige ESC-Finalisten, zum Teil mit glänzenden Augen, haben sich am Dienstag kurz vor Mitternacht nach dem 1. Halbfinale der Presse gestellt. Nicht allzu viele Worte, aber umso mehr Emotion verbreitete die russische Kandidatin Polina Gagarina: "Ich bin total glücklich. Es war wirklich unglaublich, und ich bin so dankbar für diesen warmen Empfang, jeder sang mit mir mit", freute sich die 28-Jährige.

Gagarina, die mit "A Million Voices" reüssierte, bat um einfach gehaltene Fragen, denn sie antwortete nach ihrem Halbfinalauftritt erstmals auf Englisch. Schwierig machte es ihr ein Journalist aber trotzdem, der wissen wollte, warum sie keinen Song mit LBT-(Lesbian Bisexual Transgender)-Thematik gewählt habe: "Mein Song handelt von Liebe und davon, dass alle dieselbe Sprache sprechen. Es macht keinen Unterschied, wer du bist", antwortete sie mit feuchten Augen und bekam von den Anwesenden "Polina"-Sprechchöre.

Auch Griechenlands Schmachtnummer "One Last Breath" schaffte es ins große Finale am Samstag. "Ich bin froh, dass ich eine zweite Möglichkeit habe, den Song noch einmal zu performen. So wie ich eine zweite Möglichkeit bekommen habe, so verdient auch das Land Griechenland eine zweite Chance in Europa". Statistisch gesehen ist es auch keine Überraschung, dass der Sprung von Sängerin Maria-Elena Kyriakou unter die letzten 27 Teilnehmer klappte. Gelang es den Griechen schließlich noch nie, das Eurovision-Finale zu verpassen.

"Erstens danke ich euch, zweitens will ich sagen, dass ihr mich sprachlos gemacht hat", war auch Serbiens Vertreterin Bojana Stamenov noch voller Emotionen. "Ich war nervös, aber als ich das Publikum und seine Reaktion hörte, war ich beruhigt". Beruhigt war Stamenov auch, weil sie heute als Neunte antreten musste. "Neun ist meine Glücksnummer, und mit ihr gewann auch Marija (Serifovic, die serbische Siegerin des ESC 2007 - Anmerkung)". Der ebenfalls anwesenden Serifovic wurde ebenfalls gedankt und Österreich gratuliert: "Ihr habt die Show perfekt gemacht", lobte die Interpretin von "Beauty Never Lies".

Song Contest - 1. Halbfinale
© APA/Hochmuth Auch Georgiens Nina Sublatti ist stolz auf ihren Finaleinzug

Wie erwartet, ist auch Mitfavorit Georgien unter den zehn Finalisten. Sängerin Nina Sublatti ("Warrior") - eine optische Mischung aus der Addams Family und der Kriegerprinzessin Xena - freute sich über den Finaleinzug: "Ich bin vor allem stolz, dass ich Georgien glücklich machen kann. Wir haben es verdient, im Finale dabei zu sein. Nicht nur wegen mir, sondern vor allem auch wegen der georgischen Bevölkerung, die in ihrer Geschichte schon viel durchmachte".

Auch für Belgien sind die Chancen auf den zweiten Sieg beim ESC weiter intakt. Völlig überwältigt zeigt sich davon der 19-jährige Sänger Loic Nottet, der mit seiner Nummer "Rhythm Inside" in den erweiterten Kreis der Sieganwärter vordrang: "Ich liebe den Eurovision Song Contest! Hier muss man nicht nur auf die Musik, sondern vor allem auch auf sein Herz hören".

Estlands Vertreter Elina Born und Stig Rästa konnten mit "Goodbye To Yesterday" den Finaltag erreichen. "Wir gehen es Schritt für Schritt an, und ich glaube, wir haben den ersten Schritt gemacht", konnte Rästa noch sagen, ansonsten bekam man Fragen über den finnischen Nachbarn gestellt, und so musste man scheinbar die Enttäuschung über das Ausscheiden von Punkband Pertti Kurikan Nimipäivät ausbaden.

Dienstag, 19. Mai 2015

Die Kleider der der Moderatorinnen

Kleider Kiesbauer, Weichselbraun, Tumler
© APA/ORF/Ramstorfer Das tragen die ESC-Ladies

Feder und Leder: Seit Dienstag stehen nun auch jene Kleider fest, welche die drei Song-Contest-Moderatorinnen Arabella Kiesbauer, Alice Tumler und Mirjam Weichselbraun im Finale am 23. Mai tragen werden. Ariane Rhomberg steckt die Damen dazu ins große Schwarze. Alice Tumler trägt erstmals einen langen Rock - aus bodenlangen Lederfransen. Mirjam Weichselbraun tritt im Abendkleid aus französischer Spitze samt federbesticktem Rock in den ESC-Ring, und Kiesbauer wird ein Spitzenoberteil sowie einen Rock aus Seidenmousseline mit Schleppe ausführen. Die letzte Kleidertranche, die von den drei Präsentatorinnen während das Votings getragen wird, wird nicht vor der Show veröffentlicht. In jedem Falle sind die schieren Zahlen für die insgesamt zwölf Kleider der drei Shows beeindruckend: 300 Meter Stoff, über ein Kilometer Nähte, 1,5 Kilometer Lederfransen und 10.000 Swarovski-Steine.

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Häupl: "Österreich wird gewinnen"

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) rechnet fix mit einem Sieg der Makemakes beim Eurovision Song Contest. "Österreich wird gewinnen, keine Frage", erklärte er bei einem Presserundgang durch den Green Room und den Bühnenbereich am Dienstag. Und Wien steht als Austragungsort auch wieder zur Verfügung: "Es wäre vernünftig, wenn ESC in Wien zur ständigen Einrichtung wird", meinte er.

Häupl und die Makemakes
© APA/ORF Michael Häupl glaubt an die Makemakes

"Denn man sieht ja, wir können das", betonte der Bürgermeister. Auch die Finanzierung eines weiteren ESC in Wien schreckte den Stadtchef nicht: "Über Geld spricht man nicht, Geld hat man." Allerdings hätte Österreich schon harte Konkurrenz: "Die Skandinavier sind gut - vor allem der Schwede. Und auch die Italiener sind sehr gut", fachsimpelte Häupl, der auf ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, Fernsehdirektorin Kathrin Zechner und die Makemakes traf.

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Australien im Song-Contest-Fieber

Um 5 Uhr morgens steigt bei den eingefleischten Song-Contest-Fans Deb Shaw und Amy die große Party. Die beiden werden wie jedes Jahr live dabei sein, wenn wieder zwölf Punkte vergeben werden. Der frühe Start ist nötig, weil die beiden das Spektakel am anderen Ende der Welt verfolgen. Die Filmemacherin und die Übersetzerin gehören zu Millionen ESC-Fans in Australien.

Dieses Jahr wird es für sie besonders spannend. Down Under tritt beim europäischen Grand Prix an. Das Übertriebene am ESC mache den Reiz aus, sagt Deb. "Windmaschinen und trommelnde Omas - da macht Zugucken doch richtig Spaß", sagt sie. "Wir lieben den Wettbewerb nicht nur, weil er ein guter Grund ist, eine Party zu schmeißen. Wir kochen mit unseren Freunden Nationalgerichte des Gastgeberlandes und verkleiden uns entsprechend. Je ausgefallener und verrückter der Auftritt, desto besser."

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ESC goes USA

Der Song Contest geht auch am österreichischen Kulturforum in der US-Hauptstadt Washington nicht spurlos vorbei. Am Finalabend wird das Großevent live in der österreichischen Botschaft zu sehen sein, wobei Bratwürste, Debrecziner und Hotdogs die geschmackliche Kulisse bilden. Das musikalische Rahmenprogramm wird wiederum von DJ K-Tell bestritten, der die ESC-Fans am Nachmittag - das Event findet zwischen 14.30 Uhr und 19 Uhr Ortszeit statt - bei Laune halten soll.

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Twitter im Teletext

Der ORF verbindet für den ESC Teletext und Twitter. So werden ab dem 1. Halbfinale am heutigen Dienstagabend auf Twitter gepostete Kommentare im Teletext eingespielt und können auf Wunsch während der TV-Show am unteren Bildrand eingeblendet werden. Man muss einfach einen Tweet mit dem Hashtag #ESC15TXT absetzen, worauf von der Redaktion ausgewählte Beiträge unter Teletextseite 780 während der Show eingespielt werden.

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Frauen und schwule Männer bilden Fan-Kern

Den Kern der deklarierten Fans des Eurovision Song Contest (ESC) in Österreich bilden laut einer Studie Frauen und homosexuelle Männer, zeigt eine Onlineumfrage. Zur Begeisterung trage vor allem das Gemeinschaftsgefühl unter den Fans und die Internationalität des Events bei. Der Auftritt von Conchita Wurst habe es leichter gemacht, sich als Fan zu outen und dem ESC Fans zurückgebracht.

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Beiler und Wegas im Fan Cafe

Im Eurovision Fan Cafe Vienna haben am Montagabend die ehemaligen Song-Contest-Teilnehmer Nadine Beiler und Tony Wegas die Fans auf das erste Halbfinale am Dienstag eingestimmt. Auch Zyperns aktueller Vertreter John Karayiannis unterhielt die Besucher beim "Great Voices"-Abend mit seinen Lieblingsliedern.
Im zu Beginn nur spärlich besuchten Fan Cafe – die meisten Fans zog es wohl zur Eröffnung des Eurovision Village am Rathausplatz – kam erst zu späterer Stunde Partystimmung auf. Wegas musste sein Lied "Zusammen geh'n", mit dem er 1992 antrat, noch im kleinen Rahmen singen. "Da war' ma noch schlanker", kommentierte er seine Performance von damals, die zuvor auf einer Videoleinwand gezeigt worden war. Auch "Delilah" seines Lieblingssängers Tom Jones sang er zur großen Freude des Publikums.
Als Beiler ihren Song-Contest-Beitrag aus dem Jahr 2011 "The Secret Is Love" zum Besten gab, drängten sich die Gäste aber vor der Bühne und spätestens bei Loreens ESC-Hit "Euphoria" sangen alle lauthals mit. Auch Beilers aktuelle Single "Just Like" kam bei den Fans gut an. Mit einem Song-Contest-Medley brachte danach der ehemalige Schweden-Vertreter Jan Johansen das Publikum zum Tanzen. "Es ist wunderschön hier, ich liebe es", freute er sich.

Montag, 18. Mai 2015

The Makemakes noch entspannt

Sie kann scheinbar nichts aus der Ruhe bringen: Am offiziellen Eröffnungstag des 60. Eurovision Song Contests zeigten sich The Makemakes trotz des Trubels sehr relaxt. "Natürlich nimmt das ESC-Wurlen jetzt zu. Aber noch sind wir entspannt", meinte Sänger Dominic Muhrer gegenüber der APA. "Vielleicht liegt das an unserem neuen Bier."

Makemakes
© APA/Hochmuth Entspannte Makemakes vor dem Song Contest

Beim Auftakt des Euroclubs in der Wiener Ottakringer Brauerei durfte natürlich der extra für die Band angefertigte Gerstensaft nicht fehlen. In den kommenden Tagen wird das Trio mit seinem Team weiter am Auftritt arbeiten. "Vom Sound her war es schon sehr gut", so Muhrer. "Aber was das Licht, die Kamera und die Pyroeffekte betrifft, müssen wir noch ein bisschen was ändern. Das ist noch nicht ganz so, wie wir uns das vorstellen. Aber es wird schon werden."

Obwohl man nun aufgrund der ersten Probe in der Stadthalle sowie der Feierstimmung in Wien in das ESC-Geschehen eintaucht, ändert das offensichtlich wenig an der Situation der Band, die am 23. Mai mit "I Am Yours" zur Titelverteidigung Österreichs antritt. "Bei uns bleiben die Dimensionen eigentlich immer gleich", meinte Schlagzeuger Florian Meindl. Die Song-Contest-Fans hätten die Gruppe bis jetzt "sehr positiv aufgenommen", wie Muhrer meinte. "Obwohl wir ein absolut untypischer Song-Contest-Act sind."

Was die Konkurrenz betrifft, so habe man noch wenig Gelegenheit gehabt, Hallo zu sagen. "Der Australier ist uns heute schon öfters über den Weg gelaufen. Der ist sehr lustig, wir verstehen uns recht gut mit ihm", sagte Muhrer. Aber unabhängig davon, was das restliche Teilnehmerfeld macht, gehe man zuversichtlich in den Wettbewerb. "So wie wir sind: entspannt", gab Bassist Max Christ die Devise vor. Außerdem befinden sich die Musiker angesichts des gerade veröffentlichten Debütalbums ohnehin in Hochstimmung. "Da sind wir natürlich sehr euphorisch und können fast an nichts anderes denken", erklärte Muhrer.

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Gratis-Umarmungen

Kontakte knüpfen: Die Stimmung im Pressezentrum der Wiener Stadthalle, wo sich aktuell aufgrund des Song Contests rund 1.700 Medienvertreter aus aller Welt tummeln, ist kurz vor dem ersten Halbfinale (19. Mai) nach wie vor bestens. Wo sich Vertreter traditioneller Medien unter Fanblogger und arrivierte ESC-Enthusiasten mischen, überlässt man aber nichts dem Zufall. So marschieren seit einigen Tagen junge Männer durch die Halle und verteilen "free hugs", wie auf einem Schild zu lesen ist. Und die Gratisumarmungen werden (meistens) gerne angenommen.

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App-Update

Am neuesten Stand: Bereits Ende April hat Microsoft, heuer offizieller Technologiepartner des Song Contests, eine eigene ESC-App für Android und iOS veröffentlicht. Diese erfährt nun kurz vor der finalen Phase des Wettbewerbs ein Update: Neben Hintergrundinfos zu den Teilnehmern können User nun auch die Votingfunktion nutzen. So kann per App in den beiden Semifinals sowie dem großen Finale am Samstag für den persönlichen Favoriten abgestimmt werden.

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Der richtige Klang

Damit bei den Live-Shows des Song Contests auch alle Teilnehmer ein stimmiges Soundkleid verpasst bekommen, legt sich die Vienna Symphonic Library ins Zeug. Für einige der Bewerber liefert es die symphonischen Klänge, wird beim ESC doch seit 1999 auf ein Liveorchester verzichtet. Zudem steuert das Wiener Unternehmen auch die Software bei, die bei der Musikmischung des ORF zum Einsatz kommt. Mehrere Computer in den Übertragungswägen wurden dafür mit der "Vienna Suite" ausgestattet.

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Gemeinsames Beten

Brückenbauendes Beten: Göttliche Unterstützung können Gläubige aller Couleur neben der Wiener Stadthalle als Song-Contest-Venue erbitten. In der Pfarre Christkönig Neufünfhaus lädt man am Freitag vor dem Finale zum interreligiösen Dialog. So vollziehen ein katholischer Priester, ein evangelisch-methodistischer Geistlicher sowie Vertreter des Islam und des Buddhismus ein Kerzenritual, Fürbitten und Lieder sowie präsentieren eine Kurzgeschichte, die das Bauen von Brücken zwischen Gläubigen verschiedener Traditionen zum Ausdruck bringen. "Wir möchten Gott danken, dass er mit am Werk ist", heißt es auf dem mehrsprachigen Flugblatt.

Sonntag, 17. Mai 2015

Ann Sophie glaubt an das Schicksal

"Ich glaube an das Schicksal. Das Universum hat wohl gewusst, dass ich das unbedingt will." Ann Sophie, heuer Deutschlands Vertreterin beim Eurovision Song Contest, fühlt sich in Wien offensichtlich pudelwohl. Die ersten Proben von "Black Smoke", mit dem sie am 23. Mai im Finale antritt, seien gut gewesen. "Es hat viel Spaß gemacht. Dass ich auf dieser Bühne stehen darf, ist einfach großartig."

Kurz kam bei der anschließenden Pressekonferenz die Sprache nochmals auf den turbulenten Vorentscheid in Hannover: Anfang März hatte das Fernsehpublikum eigentlich Andreas Kümmert favorisiert, dieser verzichtete aber auf ein Antreten beim Jubiläums-ESC. "Ich kann über diese Situation gar nicht viel sagen", erklärte Ann Sophie. "Ich war einfach ziemlich irritiert, und dann ist alles ganz schnell gegangen." Nun steht aber ohnedies die Performance im Fokus. "Das ist ein Prozess, bei dem wir einen Schritt nach dem anderen machen", so die 24-Jährige. "Die letzten Teilen sind erst vor wenigen Tagen zusammengekommen."

Grundsätzlich sei sie froh, sich derzeit ganz auf das Kreative konzentrieren zu können. "Ich habe als kleines Mädchen viele verschiedene Sachen ausprobiert. Aber als ich dann mit dem Singen begonnen habe, wusste ich, dass dafür mein Herz schlägt." Auch nach dem ESC will die Sängerin, die vor kurzem das Album "Silver Into Gold" veröffentlicht hat, weiter ihre musikalische Karriere verfolgen. "Außerdem habe ich ein Kinderbuch geschrieben", verriet Ann Sophie. "Es handelt von einem kleinen Käfer, der all seine Punkte verloren hat und sie wieder sucht." Auch zu einer Filmkarriere würde sie "nicht Nein sagen", lachte sie: "Ich bin offen für alles, was passiert."

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Makemakes müssen in "große Fußstapfen treten"

The Makemakes haben am Sonntagvormittag erstmals die Song-Contest-Bühne genauer unter die Lupe nehmen dürfen. "Es war cool", meinte Sänger Dominic Muhrer nach den ersten Probedurchläufen ihres Songs "I Am Yours". "Auch mit der Feuereinlage, die wir schon ausprobieren konnten." Denn wie schon in der heimischen Vorausscheidung setzt das Trio im ESC-Finale auf ein brennendes Klavier als Hingucker.

"Der Anfang war jedenfalls gut, wir freuen uns schon auf die nächsten Proben. Vielleicht verändern wir etwas beim Licht. Noch ist nicht alles so, wie es schlussendlich ausschauen soll", erklärte Muhrer. Eine tiefere Bedeutung habe das in Flammen aufgehende Klavier allerdings nicht. "Ich wollte nur schon immer mal ein Klavier abfackeln", lachte er. Dass man Österreich beim Heim-ESC vertreten dürfe, sei eine große Ehre. "Wir wissen auch, dass wir in große Fußstapfen treten", spielte der Sänger auf Vorjahressiegerin Conchita Wurst an. "Und dass, obwohl Conchita eigentlich kleine Füße hat."

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Feierlaune zum Abschluss der "Eurovision Nights"

Song-Contest- und Life-Ball-Fans feierten am Samstagabend gemeinsam beim Abschluss der "Eurovision Nights"-Partywoche in der Wiener Pratersauna. Vertreter der Delegationen, Volunteers, Journalisten und Fans verfolgten die Übertragung des Life Balls und tanzten im Anschluss am ESC-Floor zu alten und aktuellen Song-Contest-Hits.

Während der "Eurovision Nights" wurde in der vergangenen Woche jede Nacht ein anderer Club in Wien zum offiziellen Song-Contest-Hotspot, um der internationalen Presse, den Delegierten und Fans auch ohne Akkreditierung vor dem Start der Showwoche das Wiener Nachtleben näherzubringen. Den Abschluss bildete das Event in der Pratersauna.

Im Außenbereich vor dem Pool verfolgten die Besucher am Bildschirm die Übertragung des Life Balls, danach verlegte sich die Party nach drinnen, wo die FM4 DJs Sebastian Schlachter und DJ Beware auflegten. Besonders ausgelassene Partystimmung herrschte am Song-Contest-Floor, wo die schwedischen DJs Ronny Larsson und Ken Olausson ausschließlich Song-Contest-Lieder spielten. Textsicher sangen die Fans zu Songs wie "Everyway That I Can", dem Siegerlied aus dem Jahr 2003, und dem kroatischen Beitrag aus 2006 "Moja Stikla" mit. Besonders der aktuelle Beitrag der Schweden "Heroes" sorgte für Hochstimmung.

In Partylaune waren vor allem Volunteers und Vertreter der internationalen Presse, die sich unter die heimischen Song-Contest-Fans und einige Life-Ball-Besucher in goldenen Roben mischten. Eingeladen worden waren zwar auch die Künstler, die ließen sich jedoch bis in die Nachtstunden nicht blicken. Angekündigt hatte sich etwa die georgische Delegation mit Nina Sublatti.

"Wenn der Song Contest schon mal in Wien ist, darf man sich auch die Partys nicht entgehen lassen", meinten zwei junge Frauen aus Wien. Begeistert von der Location und der Party zeigten sich auch die Pressemitarbeiter eines australischen Mediums, die sich darüber freuten, so nicht nur andere Journalisten, sondern auch die Einheimischen, Wien und sein Nachtleben besser kennenzulernen. "Es wir nur gearbeitet und gefeiert, wir schlafen nicht", scherzten sie. Auch am nächsten Tag ging es für sie wieder zur Arbeit - zur nächsten Party, wird doch am heutigen Sonntagabend der Song Contest offiziell eröffnet.

Samstag, 16. Mai 2015

Buchmacher setzen weiter auf Schweden

Eine Woche vor dem Finale des 60. Eurovision Song Contest am 23. Mai ist Schweden nach wie vor der Favorit für die Buchmacher: Mans Zelmerlöw liegt mit seinem Song "Heroes" beim Vergleich von 22 Wettbüros weiter an der Spitze des Feldes - mit im Wochenvergleich unmerklich veränderten Siegquoten zwischen 1,6 und 2,1. Ein schwedischer Sieg wäre der sechste in der ESC-Historie.

Für die Makemakes geht es weiter bergab

Für die Makemakes aus Österreich ging es wieder bergab. Nachdem die Musiker aus dem Salzkammergut mit ihrem Beitrag "I Am Yours" in der Vorwoche schon auf Rang 21 lagen, rangieren sie nun wieder auf Platz 26. Ihre Quoten schwanken dabei zwischen 80 und 436.

Wer Risiko liebt, muss aufs untere Ende des 40-köpfigen Tournaments setzen. Dort gibt es für einen Sieg Portugals, der Republik Moldau oder San Marinos bis zum 969fachen des Wetteinsatzes.

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Song Contest verbessert Österreichs Image im Ausland

Eine Mehrheit der Bevölkerung geht davon aus, dass der Song Contest Österreich im Ausland Sympathiepunkte bringen wird. In einer für das Nachrichtenmagazin "profil" durchgeführten Umfrage (500 Befragte) des Meinungsforschungsinstituts Unique research waren 59 Prozent der Meinung, das Image Österreichs werde sich dadurch "eher verbessern". Sieben Prozent erwarten, dass es sich "sehr" verbessere.

Einen Ansehensverlust befürchten elf Prozent der Befragten, drei Prozent erwarten einen starken Imageschaden. 20 Prozent der Befragten hatten dazu keine Meinung.

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Welche Länger in Wien fehlen

Einige Nationen sucht man heuer vergeblich auf der Liste. Denn die Türkei, die 2011 erstmals im Halbfinale des Wettbewerbs gescheitert ist, wird erst im kommenden Jahr wieder Teil der ESC-Familie sein: Nach Baku 2012 stieg man aus dem Wettbewerb aus, mit Verweis auf angeblich unfaire Regeln. Das muslimische Land stößt sich in erster Linie daran, dass die fünf größten Beitragszahler der EBU (European Broadcasting Union) direkt fürs Finale qualifiziert sind, während das restliche Feld das Halbfinale überstehen muss. Viele Beobachter deuten die türkische Absenz allerdings als Zeichen für Bedenken der islamisch-konservativen Schichten des Landes gegenüber dem Bewerb. Im kommenden Jahr will der Sender TRT jedenfalls wieder einen Teilnehmer entsenden.

Politische und finanzielle Gründe überlagern sich im Fall der Ukraine: Elf Jahre nach dem Sieg von Popdiva Ruslana mit "Wild Dances" und mitten im kriegerischen Konflikt mit den Separatisten hat man wohl andere Sorgen, als sich um das nötige Kleingeld für eine ESC-Teilnahme zu kümmern. "Um es gut zu machen, fehlt uns einfach das Geld", hatte das Staatsfernsehen bereits im September des Vorjahres erklärt. Ebenfalls ihre Absenzen prolongieren werden heuer trotz der unmittelbaren Nachbarschaft die Slowakei sowie Kroatien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina.

Freitag, 15. Mai 2015

Dänisches Rezept gegen Nervosität: "Humor hilft"

Das Rezept von Anti Social Media gegen Nervösität vor ihrem großen Song-Contest-Auftritt klingt recht simpel. "Humor hilft", meinte Sänger Philip Thornhill. "Außerdem kann jeder mal Fehler machen. Bisher haben wir eigentlich nichts angestellt, was nicht lustig gewesen wäre."

Für Dänemark tritt beim Song contest Anti Social Media an
© APA/Robert Jaeger Für Dänemark tritt beim Song contest Anti Social Media an

Mit ihrem Song "The Way You Are", einer beschwingten Retro-Rocknummer, werden sie beim ersten Semifinale am Dienstag in den Wettbewerb einsteigen. Bis dahin wird dann wohl auch die Outfitfrage geklärt sein, hat das Quartett bei seinen bisherigen Proben auf der Bühne in der Wiener Stadthalle doch neben den 50er Jahren auch Assoziationen mit dem Highschool-Leben geweckt. "Als Leadsänger ist mir das natürlich sehr wichtig", meinte Thornhill verschmitzt. "Ich liege die ganze Nacht wach und denke darüber nach." Ganz im Ernst legte er nach: "Man wird es am Dienstag sehen, wofür wir uns entschieden haben."

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Veranstalter betonen nach GNTM-Bombendrohung Sicherheit

Die Veranstalter des Eurovision Song Contest weisen nach der Bombendrohung und dem Abbruch der TV-Show "Germany's Next Topmodel" auf die hohen Sicherheitsmaßnahmen in der Wiener Stadthalle hin. "Wir haben heute noch einmal unsere Maßnahmen überprüft. Wir sind zufrieden und glauben, dass wir alles getan haben, um die Sicherheit zu gewährleisten", sagte ESC-Event Manager Pius Strobl.

"Wir haben hier einen sehr hohen Level und werden weiter hohes Augenmerk auf die Security-Maßnahmen legen", erklärte Strobl. Großer Unterschied zur ProSieben-Show in Mannheim: Der Komplex um die Wiener Stadthalle ist bereits seit Anfang April Hochsicherheitszone. Bei der Übernahme des Areals wurde die Lage von Sonderkommandoteams mit Sprengstoffsachverständigen und Sprengstoffhunden untersucht und als "saubere Zone" freigegeben.

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Internationales Lob für Wien

Auch wenn noch nicht feststeht, wer am 23. Mai beim Finale des Eurovision Song Contest triumphieren wird, so dürfte aber jedenfalls Wien zu den Gewinnern zählen. Wie mehrere internationale Journalisten verlauten ließen, sei man bisher rundum zufrieden mit der Stadt Wien und der Organisation. "Viel konnte ich bisher noch nicht sehen, aber ich bin jetzt schon ein Fan vom Wiener Schnitzel", meinte Robin von www.esctoday.com. Jedoch nicht nur kulinarisch hinterließ Wien beim Blogger - der beim ESC bereits zum 21. Mal live vor Ort ist - einen bleibenden Eindruck: "Die Organisation ist bisher perfekt. Man sieht, dass viel Geld investiert wurde."

Auch Rene von der deutschen Webseite http://blog.prinz.de ist von Wien als ESC-Austragungsort überzeugt: "Die Gastfreundschaft der Veranstalter, der Stadt Wien und auch der Wiener ist phänomenal".

Kommentare

Cyrus110 melden

super show! kompliment an den orf und natürlich auch an alle die mitgearbeitet haben! tolle leistung für österreich!

Frustriert melden

Diesen Worten schließe ich mich gerne an. Danke!

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