Menschen von

Warum ist der Song
Contest auf einmal cool?

Wolfgang Kralicek liefert einen Erklärungsversuch

Wolfgang Kralicek © Bild: NEWS

Dem Eurovision Song Contest geht es wie einem seiner frühen Gewinner: Auch Udo Jürgens hat außerhalb seiner Fangemeinde erst spät den Respekt bekommen, der ihm gebührt. Dass der Song Contest in Wien stattfindet, finden die meisten irgendwie gut. Und über den Sieg von Conchita Wurst haben sich voriges Jahr alle gefreut - außer Andreas Gabalier und Alf Poier natürlich.

Trotzdem ist die heute so selbstverständliche ESC-Begeisterung eigentlich erstaunlich. Es ist noch gar nicht so lang her, da konnte dieser Event nur ironisch (Stermann & Grissemann!) konsumiert werden; der Song Contest war so uncool, dass ihn nur die wirklich, wirklich Coolen schon wieder cool fanden.

Als in den frühen Nullerjahren dann Spaßteilnehmer wie Stefan Raab oder Alf Poier antraten, hatten sie nicht nur die Lacher, sondern auch die Jurys auf ihrer Seite. Das war ein Alarmsignal: Das Format schien endgültig jenes dekadente Stadium erreicht zu haben, auf das normalerweise nur noch der Untergang folgt. Der Song Contest aber hat erstaunlicherweise sogar die kritische Ironiephase überlebt.

Es fällt auf, dass die Renaissance des Events mit dem Boom der Casting-Shows zusammenfällt; auch Tom Neuwirth aka Conchita Wurst war zuerst ja bei "Starmania" aufgetreten. Jede dieser Shows ist ein kleiner Song Contest, und irgendwann haben sich die Menschen an "the real thing" erinnert.

Udo Jürgens hätte noch ewig weitermachen können, sein Tod hatte rein biologische Ursachen. Den Song Contest aber kann jetzt wohl wirklich nichts mehr umbringen.

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: kralicek.wolfgang@news.at

Kommentare

Herr Kralicek, Sie sind ja ein Vielwisser. Also ALLE außer Gabalier und Poier haben sich über den ESC-Sieg der Wurst gefreut.
Danke, Sie haben mir Zeit geschenkt; denn nach so einer verdummenden Einleitung gab es zum weiterlesen keine Veranlassung.

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