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Sondersitzung des britischen Kabinetts zu Syrien am Nachmittag

Corbyn forderte Einbeziehung des Parlaments

Das britische Kabinett berät auf einer Sondersitzung an diesem Donnerstagnachmittag über das weitere Vorgehen in der Syrien-Krise. Dabei wird es auch um eine mögliche Beteiligung Großbritanniens an einem angedrohten Militärschlag gehen. Premierministerin Theresa May habe das außerplanmäßige Treffen einberufen, bestätigte ein Regierungssprecher in London auf Anfrage.

Die Verantwortlichen für die mutmaßliche Giftgasattacke müssen der Regierungschefin zufolge "zur Rechenschaft gezogen" werden. Alle Anzeichen deuteten auf das syrische Regime hin. May äußerte sich bisher aber zurückhaltender als US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, die mit Angriffen drohten.

Britische U-Boote sind nach übereinstimmenden Medienberichten bereits in Position und Reichweite, um Marschflugkörper nach Syrien zu starten. Das Verteidigungsministerium lehnte dazu jeden Kommentar ab.

Der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, forderte unterdessen eine Beteiligung des Londoner Parlaments bei den Entscheidungen zur Syrien-Krise. "Das Parlament sollte bei militärischen Aktionen immer ein Mitspracherecht haben", sagte er.

Die syrische Armee ist schon seit Tagen in voller Alarmbereitschaft. Bei dem am vergangenen Samstag gemeldeten Giftgasangriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in Ost-Ghouta sollen Dutzende Menschen getötet und Hunderte verletzt worden sein.

Die Syrien-Krise ist am Donnerstag auch Thema des eintägigen Antrittsbesuchs des deutschen Außenministers Heiko Maas in Großbritannien und Irland. Auf dem Programm standen Gespräche mit seinen Amtskollegen Boris Johnson und Simon Coveney in Oxford und Dublin.

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