Sondermüll als Kompost verkauft: Illegaler Abfall-Handel von Friaul nach Österreich

Blumenzuchtbetrieb bei Linz in Affäre verwickelt Industrie-Schlamm in Kompostmaterial umgewandelt

Wegen illegalen Handels mit umweltgefährdendem Müll zwischen Friaul und Österreich sind im Raum von Görz und Udine vier Personen festgenommen worden. Ermittlungen laufen gegen weitere 22 Verdächtige, berichteten Ermittler in Görz der APA. In die Affäre sei auch ein Blumenzuchtbetrieb in der Nähe von Linz verwickelt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Verdächtigen, die drei Müllentsorgungsbetriebe in der Nähe von Udine und Görz besitzen, Sonderabfall aus industriellem Schlamm, verarbeitetes Plastik, Holz, Teer und Müll mit Erde vermischten und es so in falsches Kompostmaterial umwandelten.

Dieses umweltgefährdende Material, in dem unter anderem Salmonellen, Streptokokken und andere gefährliche Bakterien gefunden wurden, wurde mit gefälschten Dokumenten als Kompost nach Österreich exportiert. Dort könnte es mit Hilfe der Linzer Firma weiterverkauft worden sein, vermuten die italienischen Behörden.

"Dank gefälschter Dokumente konnten die Verdächtigen die Umweltkontrollen an der Grenze zu Österreich umgehen und den Müll ohne Sicherheitsvorkehrungen nach Österreich schleusen. Die Linzer Firma soll illegal über eine Million Kilo Müll als Kompost verwendet haben. Ermittlungen sind mit den oberösterreichischen Behörden noch im Gange", berichteten die Behörden in Görz. Der Name des verdächtigen oberösterreichischen Betriebs wurde nicht bekannt gegeben.

An der "Sacher Compost" genannten Polizeioperation beteiligten sich 150 Carabinieri, die für Ermittlungen gegen Umweltverbrechen eingesetzt werden. Im Rahmen der Operation wurden zwei Müllentsorgungsbetriebe beschlagnahmt. Die Ermittlungen waren seit neun Monaten im Gange. (apa)