Überblick von

Österreichs Sommerkinos 2015

Hier gibt es das nächste Freiluftkino in ihrer Nähe - Plus: Die Film-Highlights

Sommerkino © Bild: Kino wie noch nie

Kino im Sommer ist nicht nur bei Freunden der Klimaanlage begehrt: Passt das Wetter, erfreuen sich vor allem die vielen Freiluft-Sommerkinos großer Beliebtheit. Während am Wiener Rathausplatz heuer Geburtstag gefeiert wird, kehrt der Opern-Air-Klassiker "Kino wie noch nie" im Augarten nach einjähriger Pause zurück. Zu sehen gibt es heuer eine bunte Filmmischung - vor allem aber viel Brenner ("Das ewige Leben"). Ein Überblick über die Sommerkinos in Wien und den Bundesländern.

Wien:

Ein Jubiläum gilt es dieses Jahr beim traditionell besucherstärksten Kinosommer-Ereignis zu begehen: Das Film Festival am Wiener Rathausplatz feiert seinen 25. Geburtstag. Ständchen trällern auf der 300 Quadratmeter großen Leinwand von 4. Juli bis 6. September unter anderem Pink Floyd, Frank Sinatra oder Queen. Aber auch Klassik-Fans kommen beispielsweise mit Peter Iljitsch Tschaikowski, Jean Sibelius oder Pierre Boulez auf ihre Kosten. Giuseppe Verdis "Rigoletto" wird am 4. September live aus der Wiener Staatsoper übertragen - wie immer bei freiem Eintritt.

Ein Comeback gibt "Kino wie noch nie" im Augarten. Nachdem 2014 pausiert wurde, ist das Open-Air-Festival des Filmarchivs Austria von 2. Juli bis 23. August mit 53 Vorführungen zurück. Dabei wartet man gleich mit mehreren Schwerpunkten auf: Den Coen Brothers (u.a. "Fargo", "No Country for Old Men" oder "Barton Fink") ist ebenso ein Special gewidmet wie Regisseur Peter Bogdanovich. Der Österreich-Schwerpunkt konzentriert sich heuer auf die Verfilmungen der "Brenner"-Romane von Wolf Haas. Zudem wird es wieder Stummfilm-Aufführungen mit Live-Musik-Untermalung geben: Unter anderem steuern die Sofa Surfers Klänge bei.

Ebenfalls in die Kategorie Klassiker fällt das kostenlose "Kino unter Sternen" am Karlsplatz: Das Programm zwischen 26. Juni und 18. Juli ist gewohnt bunt gemischt, von "Hinterholz 8" über Billy Wilders "Some Like It Hot" bis hin zu "Total Recall" oder Fritz Langs "Metropolis" ist alles dabei. Überthemen sind österreichisches Kino unter dem Motto "Rette sich wer kann" und "Doppelgänger" - der heurige Exilschwerpunkt. Als Publikumsfilm haben sich die Cineasten heuer für "Contact High" des im Vorjahr verstorbenen Regisseurs Michael Glawogger entschieden.

Das Wiener Wanderkino Volxkino ist dagegen schon seit 28. Mai und noch bis 18. September unterwegs. Auch hier gibt es u.a. Josef Hader als Brenner in "Das ewige Leben", Teenie-Zombie-Kino ("Warm Bodies"), Wohlfühl-Klassiker wie "Little Miss Sunshine" oder mit beispielsweise "Macondo" auch Politisches zu sehen. Im Gegensatz zum Volxkino ist der Ableger auf dem Dach der Wiener Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz "Kino am Dach" (www.kinoamdach.at) nicht gratis - erfreut sich aber dennoch seit inzwischen elf Jahren ungebrochener Beliebtheit. Heuer geht es bereits zum zweiten Mal um "Rooftop Cinema Worldwide" - gezeigt werden bis 9. September Klassiker und Kultfilme aus allen Teilen der Welt. Den Anfang macht am 18. Juni aber erst einmal Österreich mit "Gruber geht".

Brenner ist heuer scheinbar Dauerthema: Auch das Arena-Sommerkino zeigt "Das ewige Leben". Das Festival von 11. bis 31. August ist das wetterbeständigste - hier wird auch bei Regen und Wind geschaut. Neben Josef Hader u.a. auch wieder Katzenfilme: Wegen des großen Erfolgs geht das "Cat Video Festival" am 29. August in seine zweite Auflage.

Nicht ganz so augenzwinkernd fällt das Programm im Schloss Neugebäude aus: Zwischen 19. Juni und 3. September gibt es hier Blockbuster wie "Fast & Furios 7" oder "Best Exotic Marigold Hotel 2" zu sehen. Auch "Das ewige Leben" fehlt hier nicht.

Veränderungen gibt es dagegen bei den kleinen Festivals und Nischenprogrammen: Nach sieben Jahren verabschiedet sich das Kurzfilmfestival "Espressofilm" von der Kinoleinwand. Der Nachfolger steht allerdings schon in den Startlöchern: Von 11. Juli bis 23. August gastiert das neue Open-Air-Kurzfilmfestival "dotdotdot" im Volkskundemuseum in der Josefstadt. Es will nicht nur barrierefrei, sondern auch partizipativ sein und bei freiem Eintritt etwa den Schönbornpark in einen "Workshop"-Raum verwandeln.

Ebenfalls erstmals mischt die youngCaritas in Kooperation mit dem Menschenrechts-Filmfestival "this human world" im Sommerkino-Reigen mit: Von 9. bis 11. Juli werden auf Höhe des Gürtelbogens 353 "preisgekrönte, internationale Filme für junges Publikum" bei freiem Eintritt gezeigt. Das Kino am Naschmarkt lädt am 12. Juni dagegen zum ersten Mal zum Silent-Open-Air-Kino: Am Kopfhörerprogramm stehen mehrere Kurzfilme sowie ein Hauptfilm, der noch ein streng gehütetes Geheimnis ist.

Einen düsteren Blick in die Zukunft wirft von 8. bis 13. Juni Science Fiction im Park : Unter anderen stehen unter dem Motto "Dystopie" im Margaretener Bruno-Kreisky-Park "Uhrwerk Orange", "Fahrenheit 451" oder "V wie Vendetta" auf dem Programm. "Science Fictions" will auch die Uni Wien nachgehen - von 15. bis 18. Juni soll anlässlich des 650-Jahr-Jubiläums im Arkadenhof die Frage geklärt werden, wie viel der Film von der Wissenschaft weiß.

Vorarlberg:

Ein Highlight des Vorarlberger Kinosommers ist stets das Kurzfilmfestival Alpinale . Von 11. bis 15. August sind in Nenzing (Bezirk Bludenz) die eingereichten Festivalfilme zu sehen, bei schönem Wetter unter freiem Himmel. Die besten Kurzfilme werden von einer internationalen Jury und dem Publikum ausgezeichnet. Das Alte Kino Rankweil wartet erneut unter dem Motto "Filme unter Sternen" zwischen 22. Juli und 7. August jeweils von Samstag bis Montag mit allerlei Leckerbissen für Filmfans auf. Zu sehen sind unter anderem "Verstehen Sie die Beliers?", "Honig im Kopf" oder "Boyhood".

Auch im Rahmen des Poolbar-Festivals in Feldkirch (10. Juli bis 15. August) werden in guter Tradition Filme dargeboten, heuer jedoch nicht Open Air, sondern im bzw. beim "Alten Hallenbad". Gezeigt werden "Macondo" (12. Juli) sowie als "Silent Open Air" (mit Funkkopfhörern) am 29./30. Juli "20.000 Days on Earth" und "Citizenfour". Der Dornbirner Spielboden hingegen verzichtet heuer auf seine Film-Open-Air-Veranstaltungen.

Tirol:

In Innsbruck geht das traditionsreiche Open-Air-Kino im Zeughaus in diesem Sommer vom 30. Juli bis zum 30. August über die Bühne. Vor malerischer Kulisse werden in bewährter Manier Arthouse-Filme und heimische Produktionen zu sehen sein. Das endgültige Programm stand noch nicht fest. Ein Leckerbissen für Cineasten könnte auch das Filmfestival Kitzbühel werden. Vom 25. bis 30. August wird die Gamsstadt bereits zum dritten Mal Schauplatz und Bühne für Filmschaffende aus der ganzen Welt. Das Filmfestival Kitzbühel möchte junge nationale und internationale Talente fördern und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Werke vor einem breiten Publikum und Experten aus der Branche zu präsentieren.

Salzburg:

Das schon klassische Sommerkino des Vereins Akzente in der Stadt Salzburg setzt heuer auf einen Mix aus Komödie, Drama und Dokumentarfilm. Ab 8. Juli werden an sieben Mittwochen in Folge (Beginn 21 Uhr) sieben Streifen gezeigt, die im Vorfeld online von jungen Salzburgern gewählt wurden. Im Programm (bei freiem Eintritt) findet sich Leichtes wie "Der Hundertjährige, der ..." ebenso wie Politisches wie die Oscar-prämierte Edward-Snowden-Doku "Citizenfour". Fünf Mal findet das Open-Air-Kino am "Salzbeach" im Volksgarten statt, dann wechselt die Leinwand ins Stadtwerk-Areal nach Lehen.

Zu Filmen und einer vorgelagerten Brauereiführung lädt erneut die Trumer Brauerei in Obertrum von 9. Juli bis 13. August jeweils donnerstags auf ihr Gelände (Eintritt 8 Euro). Den Auftakt macht die Oscar-gekrönte Tragikomödie "Birdman". Ebenfalls ab 9. Juli finden unter dem Titel "Zur schreienden Nachtigall" erstmals auch auf der Wiese neben dem Künstlerhaus Salzburg bei freiem Eintritt vier Filmabende statt (Beginn 21 Uhr), wobei der Schwerpunkt auf internationalen Musikfilmen liegt. Zu vier Filmabenden laden auch der Fremdenverkehrsverein und Akzente am Stadtplatz von Seekirchen (2. Juli bis 20. August, jeweils ab 21 Uhr) sowie die Lungauer Kulturvereinigung, die bereits im Juni im Schloss Kuenburg in Tamsweg jedoch mit u.a. "Superwelt" und "Unter Blinden" auf Indoor und Eintritt setzt.

Oberösterreich:

Beim FimfestiWels von 25. Juni bis 9. August spannt sich der Bogen vom neuen Brenner "Das ewige Leben" über "Fifty Shades of Grey" bis hin zu Til Schweigers Alzheimer-Streifen "Honig im Kopf". In Vöcklabruck werden von 13. Juli bis 7. August im Arkadenhof beim Stadtcafe Filme gezeigt, u.a. warten die Veranstalter mit der deutschsprachigen Vorpremiere der südamerikanischen Tragikkomödie "Senor Kaplan" auf, in der ein jüdischer Rentner auf Nazi-Jagd geht. In Linz können Cineasten von 8. Juli bis 31. August im Open Space am Dach des Kulturquartiers Filmgenuss und Frischluft verbinden.

In Freistadt wird von 12. bis 30. August die Salzgasse in der mittelalterlichen Altstadt zum Kino unter freiem Himmel. Den Abschluss der Freistädter Sommerkinosaison bildet von 26. bis 30. August das Festival "Der neue Heimatfilm" . Beim Open Air Kino am Braunberg (Gemeinde Lasberg) auf 900 Metern Seehöhe kann man neben dem Film noch einen Panoramablick über das Mühlviertler Hügelland genießen - von 1. Juli bis 5. August jeden Mittwoch, Schönwetter vorausgesetzt. Eine Sitzgelegenheit ist selbst mitzubringen, für Kulinarisches sorgt der Wirt der Lasberghütte.

Kärnten:

Von 22. Juli bis 25. August findet das Open-Air-Kino im Burghof im Zentrum von Klagenfurt statt. Seit 2000 werden hier ausgewählte Filme auf einer 140 Quadratmeter großen Leinwand gezeigt. Bei Regen werden die Sitzplätze unter die den Hof umspannenden Arkaden verlegt. Das Programm wird nach Angaben des veranstaltenden Volkskinos Mitte Juni präsentiert. Befürchtungen, dass es heuer wegen des Sparkurses von Land Kärnten und Stadt Klagenfurt Einschränkungen im Programm geben könnte, hielt Volkskino-Leiter Bernhard Gutschier entgegen, dass das Land das Sommerkino insofern fördert, als dass es den Burghof zur Verfügung stellt. "Und was die Förderung von der Stadt angeht, bin ich positiv gestimmt, dass wir uns einigen werden", gab sich Gutschier zuversichtlich.

Steiermark:

In Graz hat bereits am 2. Juni das Open-Air-Kino im Hof des Joanneums gestartet. Das Freiluftkino "Leslie Open" bietet bis zum 30. Juli täglich eine Vorführung unter freiem Himmel an. Geboten werde laut Oliver Binder-Krieglstein von der Steirischen Filmaktion "alternativer Mainstream". Das Filmangebot reicht von der französischen Filmkomödie "Monsieur Claude und seine Töchter", über heimische Produktionen wie dem österreichweit bei zahlreichen Sommerkinos vertretenen Brenner-Film "Das ewige Leben" bis zum Marvel-Blockbuster "Avengers: Age of Ultron". Filmstart ist jeweils um 21 Uhr, Platz gibt es für 230 Besucher. Im Vorverkauf kosten die Karten sieben Euro.

Niederösterreich:

Das Sommerkino NÖ feiert heuer sein zehnjähriges Bestehen: Von Juni bis September werden laut Homepage an insgesamt 23 Spielstätten quer durch das Land - von Amstetten bis Zwettl - wieder aktuelle Produktionen wie Wolfgang Murnbergers "Das ewige Leben" oder "Superwelt" von Karl Markovics im Freien gezeigt. Cineastische Schwerpunkte sind heimische Filme der diesjährigen Diagonale sowie hochwertige europäische Arthouse-Filme. Das Interesse an Kino unter freiem Himmel sei "ungebrochen", hieß es. 440.000 Besucher wurden bisher gezählt.

In St. Pölten eröffnet das Cinema Paradiso am 9. Juli seinen "Saal unter dem Sternenhimmel". Neben Filmneuheiten flimmern bis 30. August Klassiker und Publikumslieblinge über die Leinwand am Rathausplatz. Wiener Neustadt lädt von 13. bis 22. August zum Kino(t)raum am Hauptplatz. Das "Mondscheinkino" im mittelalterlichen Eggenburg (Bezirk Horn) verspricht abermals "Romantik pur" (16. Juli bis 9. August). Für die entsprechende Stimmung sorgen die Fackeln an der Stadtmauer, die bei Einbruch der Dunkelheit entzündet werden. Außerdem werden vielerorts die Vorführungen durch Lesungen, Konzerte, Diskussionen und kulinarische Köstlichkeiten abgerundet.

Sein 10-Jahres-Jubiläum feiert auch das Open-Air-Kino beim Kesselhaus in Krems, das von 1. bis 19. Juli läuft. Jeweils von Mittwoch bis Sonntag (Beginn: 21.30 Uhr) finden die Vorführungen statt. Im Programm finden sich die Hubert von Goisern-Doku "Brenna tuats schon lang" über "Der große Trip" bis zum Preview der gefeierten deutschen Tragikomödie "Hedi Schneider steckt fest".

Burgenland:

Im südburgenländischen Ort Bilden werden beim Mondscheinkino an vier Freitagabenden im Juni bzw. im Juli wieder unter freiem Himmel Schmankerl der österreichischen und internationalen Filmgeschichte serviert. Zu sehen sind etwa der Streifen "Die Werkstürmer" mit Michael Ostrowski, Hilde Dalik und Manuel Rubey und die französische Produktion "Paulette - Die etwas andere Oma". Eine Großleinwand, kulinarische Köstlichkeiten und Liegestühle für die Besucher sollen für einen entspannten Kinoabend sorgen. Auch in Eisenstadt wird Sommerkino geboten: Am 9. und am 30. August werden im E-Cube bei freiem Eintritt Filme gezeigt. Das Programm können Interessierte zuvor mittels Online-Voting bestimmen.

Kommentare