Sommergespräch von

Kerns klare Ansagen

Sommergespräch - Kerns klare Ansagen © Bild: APA/HANS PUNZ

Christian Kern hat gelernt – vielleicht sogar vom vortägigen deutschen Kanzlerduell, wo wenig herumgeredet, viel präzisiert wurde. Im Gegensatz zu seinem Herausforderer Sebastian Kurz antwortete der SPÖ-Chef fast immer auf die Fragen von Tarek Leitner. Der brachte relativ viel durch, wenn auch erneut die Vergangenheit überwog.

Die attackierte Ideologie wurde auch diesmal nicht genannt, aber ganz ähnlich wie zwischen 20 Uhr und 21 Uhr Grünen-Chef Cem Özdemir und die Linke Sahra Wagenknecht auf ARD zog Kern die Schlüsse aus dem Überhandnehmen des Neoliberalismus. Erbschafts- und Vermögenssteuern müßten kommen. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe sonst weiter auf.

Erneut zeigte sich, dass die SPÖ unter Kern (zusammen mit den Grünen und den Neos) EU-freundlicher ist als die „Neue ÖVP“. Just an zwei Tagen, da im deutschen und im österreichischen Fernsehen auch die Solidarität der Europäer zur Debatte stand, verkündete Kurz für den Fall einer Regierungsübernahme der ÖVP die Streichung von Sozialleistungen für EU-Ausländer.

Ob Kern parteiintern seine Ankündigung durchhält, im Falle einer Niederlage am 15.Oktober in Opposition zu gehen, ist fraglich. Eine vorläufig eher unwahrscheinliche SPÖ/FPÖ-Regierung würde dann wohl vom derzeitigen Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil geführt werden.