Somalische Piraten geraten unter Druck:
Moskau und Washington wollen kooperieren

Freibeuter halten weiterhin 16 Schiffe gefangen UNO soll den gemeinsamen Waffengang absegnen

Somalische Piraten geraten unter Druck:
Moskau und Washington wollen kooperieren

Die somalischen Piraten geraten zunehmend ins Fadenkreuz. Angesichts der zahlreichen Überfälle auf Handelsschiffe vor der Küste des ostafrikanischen Landes vereinbarten der russische Präsident Dmitri Medwedew und US-Präsident George W. Bush am Rande des APEC-Gipfels in Lima ein gemeinsames Vorgehen gegen die Seeräuber. Auch islamische Rebellen in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Somalia wollen angeblich die Seeräuberei am Horn von Afrika bekämpfen.

Dessen ungeachtet hielten die Piraten weiterhin 16 Schiffe mit rund 320 Besatzungsmitgliedern in ihrer Gewalt. Die Verhandlungen um das Lösegeld für den gekaperten saudischen Supertanker "Sirius Star" dauerten an.

Gemeinsamer Waffengang
Bush und Medwedew einigten sich darauf, im UN-Sicherheitsrat die rechtliche Grundlage einzuholen, um den gemeinsamen Waffengang zur Bekämpfung der Schiffsüberfälle zu legitimieren. Der Kampf müsse zu Wasser und an Land geführt werden, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow laut Agenturberichten vom Sonntag.

Der Sicherheitsrat hatte schon im Juni andere Staaten ermächtigt, mit Kriegsschiffen und Flugzeugen gegen die Piraten vorzugehen. Nach der Resolution dürfen auch in den Hoheitsgewässern Somalias "alle Mittel zur Unterdrückung von Akten der Piraterie und bewaffneter Überfälle auf See" ergriffen werden.

Islamische Rebellen
"Wir sind gegen Piraten", sagte ein Sprecher der islamischen Rebellen, Scheich Abdirahim Isse Adow, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Falls wir Piraten sichten, werden wir gegen sie vorgehen." Aktueller Anlass für das Eingreifen der Islamisten ist die spektakuläre Kaperung der "Sirius Star" vor einer Woche im Indischen Ozean. Das Schiff hat Öl im Wert von 100 Millionen Dollar an Bord. Die Islamisten hatten sich empört darüber gezeigt, dass das Schiff eines muslimischen Landes gekapert worden war.

Die Verhandlungen um die Freigabe der "Sirius Star" und ihrer 25 Besatzungsmitglieder dauerten am Sonntag an. Die Seeräuber hatten dem saudischen Aramco-Konzern eine Frist bis zum 30. November gesetzt, um ein Lösegeld in Höhe von 25 Millionen Dollar zu zahlen, andernfalls könnte dies "verheerende Folgen" haben.

Unterdessen haben die Piraten einen griechischen Tanker und seine 19-köpfige Besatzung freigelassen. Nach Angaben der griechischen Küstenwache handelt es sich um den Tanker "Genious", der Ende September vor der Küste Somalias gekapert worden war.
(apa/red)