Soll parlamentarische Arbeit behindern: Cheney in Abhör-Affäre weiter unter Druck

Wollte er Sitzung des Justizausschusses verhindern? US-Geheimdienst sammelte nach 9/11 Telefondaten

In der Affäre um illegale Telefon- Abhörungen gerät US-Vizepräsident Cheney immer stärker unter Druck. Cheney wird vom eigenen Lager bezichtigt, die Arbeit des Parlaments zu sabotieren. Der republikanische Senator Arlen Specter erhob den Vorwurf, der Vizepräsident habe die Untersuchungen in der Causa behindern wollen.

Er habe erfahren, dass Cheney eine Sitzung des Justizausschusses zum Thema verhindern wollte, so Specter. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass Cheney Ausschussmitglieder angerufen habe und sie beeinflussen wollte. Specter plant, die Chefs der großen US-Telefonkonzerne AT&T, Verizon und Bell South in der Affäre anzuhören. Dazu behalte er sich auch Vorladungen durch die Justiz vor, drohte der Senator. Er hoffe, einen juristischen Konflikt zwischen Parlament und Präsident zu vermeiden.

Nach 9/11 großes Archiv angelegt
Der US-Geheimdienst NSA hat Medienberichten zufolge nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ein riesiges Archiv mit Millionen privater Telefonanrufe angelegt. Aus dem Datenbestand wolle die NSA Muster herausfiltern, die auf terroristische Umtriebe schließen ließen, hieß es. (APA)