Solarwärme in DACH-Region boomt: Hohe Energiepreise animieren zum Umstieg

20 Prozent Wachstum erwartet

Solarwärme in DACH-Region boomt: Hohe Energiepreise animieren zum Umstieg
© Bild: Gabi Schoenemann

Der Markt bei Solarwärmeanlagen boomt in diesem Jahr wie noch nie. Zu diesem Schluss kommen Experten vom Verband Austria Solar. Den Hauptgrund für den Umstieg bilden die ständig steigenden Energiepreise. Die positive Marktentwicklung sei allerdings nicht nur auf Österreich beschränkt. Auch in Deutschland und der Schweiz hat die Solarwärme im ersten Halbjahr 2008 geboomt. Zum Erfolg tragen auch die zahlreichen Förderungen - wie Landes- und Gemeindeförderungen - sowie steuerliche Förderung der Anlagen bei.

Viertelmillion Haushalte nutzen Solarenergie
"Rund 240.000 österreichische Haushalte nutzen die Sonne bereits für Warmwasser und Raumheizung und sparen sich dadurch Energiekosten in Höhe von rund 110 Mio. Euro pro Jahr", meint Roger Hackstock, Geschäftsführer vom Verband Austria Solar im pressetext-Interview. "Die individuellen Ersparnisse richten sich nach der Energieform, die durch die Solarwärme ersetzt wird", erklärt der Fachmann. Bei Öl sei sie am größten. Bei einer Anlage mit eine 15 Quadratmeter Kollektorfläche und einem Warmwasserspeicher von 1.000 Litern liege die Ersparnis bei bis zu 760 Euro jährlich.

Die Lebensdauer einer solchen Anlage liege bei rund 25 Jahren. In der Errichtung kostet sie rund 12.000 Euro. "Mit einer solchen Kollektorfläche kann man Warmwasser von Ostern bis Oktober mit Hilfe der Sonnenenergie gewinnen." Berechnungen auf Basis der steigenden Energiekosten der vergangenen zehn Jahre haben ergeben, dass sich eine Anlage in rund neun Jahren amortisiere.

Zunahme der Neuinstallationen
"Aus einer bundesweiten Erhebung der Antragszahlen geht hervor, dass im zweiten Quartal die Förderanträge in Österreich um mehr als ein Viertel gestiegen sind", so Hackstock. Die Dynamik deute auf eine Zunahme der Neuinstallationen um 20 Prozent bis Jahresende gegenüber dem Vorjahr hin. Bereits mehr als jede dritte neue Solaranlage dient der Heizungsunterstützung, rund zwei Drittel der Anlagen werden im Neubau installiert. Etwa 3.000 Solaranlagen sind im Mehrfamilienwohnbau errichtet, weitere 3.500 in Tourismus-, Gewerbe- und Industriebetrieben.

Nach dem schwächelnden Jahr 2007 - die Zahl der Neuinstallationen ist in Österreich um vier Prozent, in Deutschland sogar um neun Prozent gesunken - melden nun auch Deutschland und die Schweiz positive Zahlen für 2008. "Die Gründe für den Einbruch im Vorjahr liegen wahrscheinlich in einer generellen Verunsicherung, denn auch die Sanierungsaktivitäten waren rückläufig", erklärt Hackstock. Die Statistik der Förderanträge im deutschen Marktanreizprogramm zeige für das erste Halbjahr ebenfalls steil ansteigende Antragszahlen. "Mit 20.164 Anträgen im Juni wurden so viele Förderanträge für Solarwärmeanlagen gestellt wie nie zuvor", so Hackstock.

Exportwachstum
Zudem gebe es seit Anfang 2008 in Deutschland einen Bonus von 750 Euro, wenn beim Austausch alter Heizkessel durch moderne Brennwertgeräte auch eine Solarwärmeanlage eingebaut wird. Die Halbjahres-Markterhebung des Solarverbandes SWISSOLAR zeigt ein ähnliches Bild für die Schweiz. Im ersten Halbjahr 2008 wurden bereits Anlagen im Gesamtwert von 65 Prozent des Vorjahresumsatzes verkauft. Der Solarverband rechnet in diesem Jahr mit einem Marktwachstum von rund 30 Prozent.

Da Österreich Marktführer in Sachen Solarwärme-Anlagen ist, hat der Boom auch Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft. "Im Grunde genommen kann man sagen, dass kein Kollektor nach Österreich importiert wird", erklärt Hackstock. "Für den Export bedeutet das allerdings ein deutliches Wachstum, da viele Solarwärmeanlagen aus österreichischer Produktion nach Deutschland gehen", erklärt der Experte abschließend im pressetext-Interview.

Quelle: Redaktion/ pressetext.at