Solarenergie von

Strafzölle gegen China

Abgaben allerdings in abgeschwächter Form von vorerst nur 11,8 Prozent eingeführt

Photovoltaikanlage © Bild: Photovoltaik/Manuel Wächter

Die EU-Kommission verhängt nun doch Strafzölle gegen China. Allerdings in vorerst abgeschwächter Höhe. Ab Donnerstag werden die Strafzölle 11,8 Prozent betragen. Sollte China nicht bis August einlenken, werden sie ab 6. August auf 47,6 Prozent erhöht, erklärte am Dienstag EU-Handelskommissar Karel De Gucht in Brüssel.


Die Kommission wirft der chinesischen Regierung Preisdumping bei Solarmodulen vor. Trotz Warnungen aus Peking vor einem Handelskrieg zeigte sich De Gucht zuletzt unnachgiebig. Es handelt sich allerdings um Strafzölle "light“. Handelskommissar Karel De Gucht kündigte am Nachmittag zunächst 11,8 Prozent ab Donnerstag an, sollte China nicht einlenken, erhöht sich der Satz ab 6. August auf 47,6 Prozent. Ins Rollen gebracht wurde das ganze mit einer Beschwerde der Allianz der europäischen Solarhersteller, EU Pro Sun, die durch das chinesische Dumping 30.000 Jobs in der Branche in Gefahr sieht. Betroffen ist aber ausschließlich die Photovoltaikbranche. Im Bereich Solarwärme fürchtet die Industrie dagegen keine Konkurrenz.

Solarwärme-Branche nicht betroffen

"Bei der Solarwärme haben wir keinen spürbaren Import aus China", erklärte der Geschäftsführer des österreichischen Branchenverbands Austria Solar, Roger Hackstock, der APA am Dienstag. Wenngleich Anbieter aus China zunehmend auf europäischen Messen präsent seien.

Dass es den Herstellern von Solarwärmeanlagen in einigen Jahren gleich gehen könnte wie der Photovoltaikindustrie, glaubt er nicht. Während bei Solarmodulen (Strom aus Sonne) mittlerweile mehr oder weniger weltweit die gleiche Technologie eingesetzt werde, sei das im Wärmebereich nicht der Fall. "In der Thermie haben wir in Europa vor allem Flachkollektoren. In China werden Vakuumröhren eingesetzt", erläuterte Hackstock. Die Röhren gebe es zwar auch in ein paar südlichen europäischen Ländern wie Griechenland oder Spanien, jedoch sie dort schon so billig, dass Konkurrenz aus China nicht zu fürchten sei. Der Kostenvorteil sei nämlich gering: "Es kommen nur leere Glasröhren nach Europa. Die sind zwar billig, machen aber nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten der Anlage aus."

Dumpingpreise bei Photovoltaik-Anlagen

Im Gegensatz dazu entfalle bei Photovoltaik-Anlagen der Großteil der Gesamtkosten auf die Module. Diese würden mehr oder weniger fixfertig für den Verkauf nach Europa geschifft. Dass diese in China so günstig produziert werden können und in der Folge den europäischen Herstellern arg zusetzen, liegt nicht an den unterschiedlichen Lohnkosten. "Der Arbeitskostenanteil bei einem Photovoltaik-Modul beträgt nur 6 bis 7 Prozent", so Hackstock. Das Gros also sind Materialkosten. "Auch die Chinesen müssen auf dem Weltmarkt einkaufen und kriegen es nicht billiger."


Die Dumpingpreise kämen fast allein durch die staatliche Stützung der Branche zustande. Erneuerbare Energien bzw. Photovoltaik stünden ganz oben auf der Agenda des Fünf-Jahres-Plans aus Peking. Hersteller kämen dadurch an billige Kredite von der staatlichen Entwicklungsbank, erhielten jahrelange Lohnsteuerstundungen und gratis Strom.

Warnung vor einem Handelskrieg

Bedingungen, mit denen Europas Hersteller nicht mithalten können. Sie haben sich deshalb bei der EU-Kommission beschwert. Ob die Verhängung von Strafzöllen das richtige Instrument ist, um dies hintanzuhalten, ist aber innerhalb der EU mehr als strittig. Deutschland und 17 weitere Staaten sind dagegen, vor allem Berlin warnte mehrmals vor einem Handelskrieg. Österreich hatte sich bisher "neutral" verhalten.

Selbst im Branchenverband Photovoltaic Austria zeigt man sich diplomatisch-zurückhaltend. "Es gibt für beide Standpunkte Pros und Kontras", sagte PVA-Präsident Hans Kronberger zur APA. Der Verband vertritt sowohl Hersteller als auch Händler. Während erstere Strafzölle befürworten dürften, fürchten Händler wohl, dass dadurch die Preise steigen würden. Es stellt sich für sie auch die Frage, was passiert, wenn die Strafzölle auslaufen oder wer für etwaige Preisdifferenzen aufkommt.

Preise für Anlagen masiv verfallen

Die Preise für Photovoltaik-Anlagen sind in den vergangenen Jahren massiv gefallen. Derzeit kostet 1 Kilowatt/peak installierte Leistung rund 2.000 Euro, vor vier Jahren war das Vier- bis Fünffache zu berappen.

In Österreich waren Ende des Vorjahres 362 Megewatt/peak an PV-Leistung installiert, heuer sollen noch einmal mehr als 250 MW/peak dazukommen, erwartet Kronberger. Weltweit liefern Photovoltaikanlagen 96,7 Gigwatt/peak an Leistung, davon entfallen 70 GW/peak auf Europa.

Kommentare

Schön dumm von Europa einen Krieg zu erklären, von dem man weiss, dass man ihn bereits auf ganzer Linie verloren hat.

Zum Artikel: Solarwärme wird durch die Kombination Photovoltaik und Wärmepumpe verdrängt. Also völlig unsinng das so breit zu treten.

Die 2000.-EUR stimmen auch nicht. Im Baumarkt bekommt main inclusive Montagematerial bei 10 kW das kW schon um 1280.-EUR.

Die EU Diktatur in Brüssel hat den Handelskrieg gegen China beschlossen.

Raus aus diesen Narrenverein!
Die Verherungen welcher dieser Narrenverein in Griechenland, Portugal und Spanien angerichtet hat sind geung!

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