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"Solar Impulse 2" am Ziel:
5 Fakten zur Weltumrundung

Wie viele Kilometer zurückgelegt wurden und wie diese Innovation künftig nutzbar ist

Solar Impulse 2 © Bild: 2016 Jean Revillard/ Solar Impulse/Getty Images

Ein Traum geht in Erfüllung: Der Sonnenflieger "Solar Impulse 2" hat seine Reise um die Welt nach über einem Jahr in Abu Dhabi beendet. Der Flieger landete am Dienstagmorgen, nachdem der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard vor zwei Tagen in Kairo zur letzten der insgesamt 17 Etappen aufgebrochen war.

»Wir hatten versprochen, dass wir zurückkommen würden«

In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate am Persischen Golf hatte die große Mission der beiden Schweizer Forscher und Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg im März 2015 begonnen. "Wir hatten versprochen, dass wir zurückkommen würden", sagte Piccard nach der Landung in dem arabischen Emirat. Der Solarflieger war im März 2015 in Abu Dhabi zur Weltumrundung aufgebrochen.

Solar Impulse 2 in Abu Dhabi
© imago/Xinhua "Solar Impulse 2" beendet seine Weltumrundung
Solar Impulse 2 in Abu Dhabi
© REUTERS/Stringer Die Piloten Andre Borschberg und Bertrand Piccard bei ihrer Ankunft in Abu Dhabi

Was war Sinn und Zweck des Projekts?

Das Abenteuer kam zwar nicht zu kurz. Man denke nur an die tage- und nächtelangen Ozeanüberflüge. Im Vordergrund stand aber die Vision von einer Welt, die aufhört, ihre eigenen Ressourcen zu verschlingen und auf erneuerbare Energien setzt. "Wir könnten auch am Boden die gleichen Technologien einsetzen, um den weltweiten Energieverbrauch zu halbieren, die natürlichen Ressourcen zu schonen und unsere Lebensqualität zu verbessern", erklärten Piccard und Borschberg. Ihr "Solar Impulse"-Projekt haben sie mit der Umweltkampagne "Die Zukunft ist sauber" verbunden.

Wie funktioniert der Sonnenflieger?

Angetrieben wird das aus Karbonfasern gebaute 2,3 Tonnen schwere Flugzeug von vier Elektropropellern. Die beziehen ihre Energie aus 17.248 Solarzellen. Damit die Maschine nicht in der Dunkelheit vom Himmel fällt, wird Sonnenenergie in Batterien gespeichert. Viele technische Komponenten wurden in der zwölfjährigen Vorbereitungsphase eigens für diese Maschine entwickelt und gebaut. Der Flieger hat eine Spannweite von 72 Metern, also mehr als ein Jumbo Jet.

Die Gesamtflugzeit betrug nach Angaben der Verantwortlichen knapp 510 Stunden, dabei legte die "Solar Impulse 2" mehr als 40.000 Kilometer zurück.

Solar Impulse 2 in Abu Dhabi
© REUTERS/Stringer

Sind diese Innovationen in anderen Bereichen nutzbar?

Mehrere Unternehmen - vor allem die Sponsoren von "Solar Impulse 2" - wollen sie serienreif machen. So sind die Solarzellen auf den Tragflächen extrem dünn und flexibel, so dass sie auch an gekrümmten Oberflächen verwendet werden können. Bei den effizienten Batterien und Elektromotoren gibt es Wechselwirkungen mit der Forschung für Elektro-Autos. Die sehr leichten Kunststofffenster des Fliegers aus Polycarbonat könnten helfen, das Gewicht von Autos - und damit den Kraftstoffverbrauch - zu verringern. Die Liste interessanter Ideen und Lösungen ist weit länger.

Wann wird es die ersten Sonnenkraft-Passagiermaschinen geben?

Bestimmt nicht in diesem Jahrhundert, vielleicht nie. Alle Experten - auch Piccard und Borschberg - sind sich einig, dass angesichts der geringen Antriebsleistung und Fluggeschwindigkeit, die mit Solarenergie erreichbar ist, damit keine größeren Maschinen in die Luft gebracht werden können. Das war auch nie die Absicht. Dass aber eines Tages Passagierflugzeuge mit Elektromotoren unterwegs sein könnten, hat auch "Solar Impulse 2" bestätigt.

Und wie würde das dann funktionieren?

Die Energiequelle für E-Flugzeuge würde nicht die Sonne sein, sondern zum Beispiel ein Hybrid aus Wasserstoffbrennzellen und Hochleistungsbatterien. Daran wird in mehreren Ländern gearbeitet. Vielversprechend erscheint der Elektro-Flieger "HY4", der im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wird. Der Prototyp soll Ende September mit einem Piloten und drei Passagieren von Stuttgart aus zum Jungfernflug starten. DLR-Experten gehen davon aus, dass 20-sitzige Passagiermaschinen mit Wasserstoffbrennzellen in 15 Jahren und 70-Sitzer in 20 Jahren unterwegs sein könnten.

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