Software-Umstellung: Kein Geld für 1,2 Mio. BAWAG P.S.K.-Kunden noch bis Sonntag!

Bankomat-Karten & Internet-Buchungen betroffen BAWAG & P.S.K. erhalten einheitliches EDV-System

Wegen einer groß angelegten Software-Umstellung wird es für die Kunden der BAWAG P.S.K. bis Sonntag kein bzw. nur limitiert Geld aus dem Automaten geben. Bis Sonntag spätestens 16 Uhr werden Bankomat-Behebungen (auch an Bankomaten anderer Banken), Kartenzahlungen an Bankomat-Kassen, Abhebungen an Foyer-Automaten und auch Internetbuchungen eingeschränkt bis gar nicht möglich sein, sagte Banksprecher Thomas Heimhofer zur APA.

Die BAWAG P.S.K. hat schon in den vergangenen Wochen auf Schalteraushängen, Kontoauszügen und an Aushängen im Foyer ihren 1,2 Millionen Privatkunden empfohlen, sich für den Geldbedarf am Wochenende schon vorweg mit Bargeld einzudecken. Weil die Computer der BAWAG P.S.K. komplett heruntergefahren müssen, gilt für die Kunden an den Bankomaten das für solchen Fälle aus Sicherheitsgründen vereinbarte "Offline-Limit". Grundsätzlich hat jeder Kunde dieses Buchungslimit selbst festlegen können. Bei der Mehrheit der P.S.K.-Kunden liegt es bei 400 Euro, viele BAWAG-Kunden haben dagegen ein 0 Euro-Limit. Sie können ihre Plastikkarte erst wieder ab Sonntagabend benützen.

Dass es schon zuvor zu Problemen bei der Geld-Abhebung gekommen ist, wie ein Kunde berichtete, dementierte Heimhofer. Auch wenn man am Weltspartag eher Geld einlegen statt abheben solle, müsse es sich um ein individuelles Problem gehandelt haben. Ein größeres Problem gebe es nicht, sagte der Sprecher.

Einheitliches EDV-System
Durch die Software-Umstellung erhalten BAWAG und P.S.K. sechs Jahre nach dem Zusammenschluss konzernweit ein einheitliches EDV-System. Die Banken verfügt dann über das modernste IT-System, das im größten zentral gesteuerten Bankenvertriebsnetz Österreichs flächendeckend eingesetzt werden wird. An dem Projekt mit dem klingenden Namen "Allegro" arbeitet das Kreditinstitut bereits seit vier Jahren. Die Kunden werden die Umstellung laut Bank an neuen Kontoauszugsformaten, an einer rascheren Auftragsabwicklung und an einer Verbesserung beim Service merken, weil der Kundenbetreuer in Zukunft mehr Kundendaten zur Verfügung hat.

Die angeschlagene Gewerkschaftsbank selbst, für die noch heuer ein Käufer gefunden werden soll, erhofft sich durch die Umstellung aber auch signifikante Einsparungen. Medienberichten zufolge will sie laut Verkaufsprospekt mit der neuen Technik bis 2011 rund 400 Vollzeitäquivalente einsparen. Die Bank selbst hat bisher keine Zahlen genannt und mehrfach betont, dass es zu keinen Kündigungen kommen soll. Eine Reduktion des Personalstandes will sie stattdessen "durch das planmäßige Auslaufen befristeter Projektarbeitsverträge und durch natürliche Fluktuation erreichen". Alleine für "Allegro" selbst hat die Bank nach früheren Angaben 150 bis 200 Fachleute zugezogen, von denen viele nur über IT-Projektverträge verfügen. (apa)