Scheinwelt: Pleite wegen Instagram

Was früher Popstars waren, sind heute die sogenannten „Incluencer“. Sie zeigen jungen Leuten, wie das vermeintlich ideale Leben aussieht – im Fall von Instagram-Starlet Lissette Calveiro mit weitreichenden Folgen

von Social Media - Scheinwelt: Pleite wegen Instagram © Bild: AFP PHOTO / LIONEL BONAVENTURE

Morgens ein Matcha Latte vor dem Joggen, nachmittags eine Outdoor-Yoga-Stunde mit dem angesagtesten Trainern der Stadt und abends ins schicke Restaurant. Individualreisen an magische Plätze auf Bali mit dem muskelbepackten Traummann und der neuesten Mode dürfen dabei ebensowenig fehlen. Glaubt man den Fotos der Influencer (zu deutsch "Beeinflusser") auf Instagram, sieht so der perfekte Alltag aus.

Dass Social Media und gerade auch Instagram eine Scheinwelt mit einem zu Viel an Weichzeichner ist, wissen wir zwar mittlerweile, wird aber vielfach ignoriert. Gerade junge Menschen lassen sich von der vermeintlich perfekten Welt mitreißen und wollen dasselbe. So auch Lissette Calveiro.

Reisen fürs perfekte Foto

Die junge Frau zog für ein Praktikum extra nach New York, um berühmte Instagrammerin zu werden. Sie kaufte sich immer neue Outfits, um diese für die Plattform in Szene zu setzen, machte unzählige Fernreisen für das perfekte Fotomotiv und ging in hippe Restaurants, um später vom überteuerten Avocadotoast berichten zu können. "Ich lebte eine Lüge, während meine Schulden über meinen Kopf wuchsen", sagt die 26-Jährige im Interview mit der New York Post.

Über 8000 Euro häufte sie so nach und nach an. Mit ihrem Gang an die Öffentlichkeit will sie junge Mädchen warnen: "Hier spricht niemand über seine Finanzen, es ist eine Scheinwelt!" Studien bestätigen es: Instagram gilt als die schädlichste Social Media App, was die psychische Gesundheit angeht.

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