So einen Regen gibt es nur alle 50 Jahre:
Starkregenfälle stürzten Wien ins Flut-Chaos

In Lerchenfelder Straße "fast 100-jähriges Ereignis" Spitzenwert: 52 Liter pro Quadratmeter in 60 Minuten

So einen Regen gibt es nur alle 50 Jahre:
Starkregenfälle stürzten Wien ins Flut-Chaos © Bild: APA/Kurier/Schraml

Regen wie nur alle 50 Jahre: Das waren die Unwetter, die am Donnerstag über Wien gezogen sind, für die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Ursache war ein mächtiges Tiefdruckgebiet und labil geschichtete Luftmassen. Spitzenreiter war nach Auswertung der ZAMG-Klimatologen die Station in der Wiener Innenstadt. Dort wurden insgesamt 63 Liter pro Quadratmeter gemessen.

Davon regnete es allein 52 Liter pro Quadratmeter in 60 Minuten, ein Stundenwert, wie er in Wien nur alle 50 Jahre vorkommt. Im Vergleich dazu auch die Zehn-Minuten-Werte: 17 Liter pro Quadratmeter werden in der Bundeshauptstadt nur alle 25 Jahre aufgezeichnet. Da keine der Zellen direkt über eine Messstation gezogen ist, dürften die Niederschlagsmengen örtlich noch höher gelegen sein, so die ZAMG. Die Starkregenfälle und Gewitter beschränkten sich aber nicht nur auf Wien. Der gesamte Bereich nördlich der Alpen wurde von schweren Gewittern und Regenfällen beeinträchtigt.

"Fast 100-jähriges Ereignis"
"Da ist man machtlos", konstatierte ein Sprecher des "Wien Kanal". Das Wiener Kanalnetz sei dem europaweiten Standard entsprechend auf ein fünfjähriges Regenereignis ausgelegt. Diese statistische Größe sei stellenweise bei weitem überschritten worden: "Über der Lerchenfelder Straße hatten wir fast ein 100-jähriges Regenereignis." 30 Mitarbeiter des Wien Kanals waren mit sechs Fahrzeugen im Dauereinsatz. Insgesamt 50 Mal wurde ausgerückt, um überflutete Keller leerzupumpen. 250 Einsätze zusätzlich brachte der Starkregen für die Wiener Feuerwehr.

Die ZAMG prognostiziert für das Wochenende wieder Regen. Am Samstag dürften vor allem im Süden und Südosten bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter niedergehen, am Sonntag sind dann erneut der Norden und der Osten des Landes an der Reihe.

(apa/red)