Moll stürzt im SBX-Halbfinale

Sturz kurz nach Start beendet österreichische Medaillenträume im Snowboard-Cross

Die Tschechin Eva Samkova hat sich am Sonntag in Krasnaja Poljana Olympia-Gold im Snowboard-Cross geholt. Silber und Bronze gingen an die Kanadierin Dominique Maltais bzw. die Französin Chloe Trespeuch. Die 26-jährige Susanne Moll belegte nach einem Sturz im Halbfinale Endrang zwölf, die 27-jährige Niederösterreicherin Maria Ramberger wurde nach einem Out im Viertelfinale 19.

von Susanne Moll im Snowboard-Cross-Bewerb bei Olympia © Bild: Cameron Spencer/Getty Images

Es war nicht der Tag der 26-jährigen Moll. Sie war im zweiten Lauf für die Setzung gestürzt, auch im Viertelfinale hatte es sie geschmissen. Sie rappelte sich aber hoch, kam als Dritte ins Ziel und stiegt auf.

Im Semifinale war sie gleich nach dem Start zu Sturz gekommen, setzte die Fahrt aber ebenfalls fort, ehe es sie vor dem letzten Kicker noch einmal zu Boden warf. Sie ließ sich zum Start bringen, bekam ob eines leicht verwirrten Eindrucks aber keine Freigabe vom Ärzteteam des ÖOC.

»Wenn ich nur wüsste, was passiert ist?«

"Wenn ich nur wüsste, was passiert ist? Ich habe wahrscheinlich schon ein bisschen eine Gehirnerschütterung", sagte die im Gesicht von Schürfwunden gekennzeichnete Moll im Zielraum. Sie könne sich an den Start des Semifinales noch erinnern. "Ich wollte zu flach drüberfliegen, habe eingespitzelt und bin drübergepurzelt", sagte sie zum frühen Sturz an einem der ersten Elemente. "Ich habe gesehen, dass auch zwei andere liegen, also bin ich weitergefahren. Ich wollte irgendwie ins Ziel fahren und bin anscheinend ein bisserl auf den Kopf gefallen." Die Top Drei kamen jeweils weiter, mit einem Sturz muss deshalb noch nicht alles vorbei sein.

Vor dem Start des kleinen Finales habe sie dann selbst gemerkt, dass es nicht gehe, erzählte Moll. ÖOC-Arzt Klaus Pribitzer hätte aber ohnehin keine Startfreigabe erteilt. Er sprach vom Verdacht auf eine leichte Gehirnerschütterung und verordnete der Athletin Bettruhe. Moll hat in ihrer Karriere schon viele schmerzhafte Erfahrungen gemacht. So brach sie sich im Februar 2012 beim Weltcup in Blue Mountain das linke Wadenbein und das rechte Kahnbein. 2009 zog sie sich in Argentinien eine Kopfverletzung und Rippenbrüche zu, bei den X-Games 2011 brach sie sich das rechte Sprunggelenk.

Ramberger ist sehr enttäuscht

Die 27-jährige Niederösterreicherin Ramberger war bereits im Viertelfinale und damit der ersten Runde auf der Strecke geblieben. "Für mich ist enttäuschend, dass ich gleich im ersten Lauf an zweiter Position selbst verschuldet gestürzt bin. Ich dachte mir, ich hänge mich an Eva Samkova an, habe mich aber leider ein bisschen verschätzt und bin nach einem Sprung in der Kompression gelandet."

Der - im Vergleich zum Weltcup - sehr lange Kurs sei total lässig. Man habe ihn so hingebracht, dass alles voll zu fahren gewesen sei. "Ich hätte mich echt gut gefühlt. Ich habe geglaubt, ich kann angreifen." Die vielen Stürze bezeichnete sie als "Alltag" im Geschäft. In allen Sportarten, in denen es um höher, weiter, schneller geht, passiere manchmal etwas. "Frau gegen Frau, das macht den Reiz aus", beschrieb Ramberger.

Snowboarderin Eva Samkova zeigt ihren Schnurrbart
© Cameron Spencer/Getty Images Siegerin Samkova und ihr Kennzeichen, der Schnurrbart

Schnurrbart-Trägerin gewinnt

Der Sieg war an die 20-jährige Samkova gegangen, die sich als Glücksbringer einen Schnurrbart in den tschechischen Nationalfarben ins Gesicht gemalt hatte. Die kanadische Mitfavoritin Dominique Maltais gewann Silber, die Französin Chloe Trespeuch Bronze. Nicht im Finallauf der Top Sechs mit dabei waren die mitfavorisiert gewesene US-Amerikanerin Lindsey Jacobellis (7.) sowie Vancouver-Olympiasiegerin Maelle Ricker (CAN/21.).

Bereits in den Seeding-Runs waren die ärztlichen Erstversorger im Extrem-Park von Rosa Chutor im Großeinsatz gewesen. So wurden die Norwegerin Helene Olafsen und die US-Amerikanerin Jacqueline Hernandez, die dem Anschein nach für kurze Zeit bewusstlos war, jeweils mit dem Akja abtransportiert. Montag steht der Bewerb der Herren auf dem Programm.

Das Ergebnis im Detail

1. Eva Samkova (CZE)
2. Dominique Maltais (CAN)
3. Chloe Trespeuch (FRA)
4. Faye Gulini (USA)
5. Alexandra Jekova (BUL)
6. Michela Moioli (ITA) - alle im großen Finale
7. Lindsey Jacobellis (USA)
8. Belle Brockhoff (AUS)
9. Zoe Gillings (GBR)
10. Simona Meiler (SUI)
11. Nelly Moenne Loccoz (FRA) - alle im kleinen Finale
12. Susanne Moll (AUT) - vom kleinen Finale zurückgezogen
Weiter (im Viertelfinale out):
19. Maria Ramberger (AUT)

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